Mats Hummels über Rote Karte empört: „Absurde Fehlentscheidung“

Die Dortmunder wollten gegen Ajax das peinliche 0:4 aus dem Hinspiel wettmachen. Eine zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung aber sorgte für Diskussionen und gefährdet die Qualifikation des BVB für das Achtelfinale.
Borussia Dortmund Mats Hummels
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Borussia Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels hat mit großem Unverständnis auf seine Rote Karte beim 1:3 (1:0) gegen Ajax Amsterdam in der Champions League reagiert. „Ich habe keine Ahnung, wie man Rot geben kann. Wie man als Schiedsrichter auf Champions-League-Niveau auf die Idee kommen kann, Rot zu geben“, sagte Hummels beim Streamingdienst DAZN und fügte hinzu: „Ich bin direkt auf dem Platz geblieben. Als er bei der Roten Karte geblieben ist, war ich ungläubig. Das war eine absurde Fehlentscheidung.“

Hummels hatte bereits in der 29. Minute nach einer Grätsche gegen Antony die Rote Karte gesehen. Die Szene wurde vom Video-Schiedsrichter überprüft, aber nicht revidiert. „Es ist so ein erfahrener Schiedsrichter, der aus England kommt. Der die Möglichkeit hat, eine erste Wahrnehmung zu kontrollieren über Leute, die im Warmen sitzen. Die es sich in Ruhe angucken können und es tatsächlich auch machen. Und dann tatsächlich von dort entscheiden, dass man die Karte so geben kann. Dann tut es mir leid, dann läuft irgendwas falsch im Fußball. Für uns war das maximal bitter“, schimpfte BVB-Coach Marco Rose.

Hummels ärgerte sich dabei auch über seinen Gegenspieler Antony. „Die Schauspielerei meines Gegenspielers sollte man nicht außer Acht lassen. Das ist grob unsportlich. Er kommt zu mir und sagt selbst, dass es keine Rote Karte war. Das ist eine Farce, das ist lächerlich. Er ist ein super Fußballer, jetzt muss er noch lernen, Sportler zu werden“, sagte der Weltmeister von 2014.

Dennoch kam nach dem Elfmetertreffer von Marco Reus (37.) für kurze Zeit die Hoffnung auf ein Happy End auf. Allerdings schlug der nun bereits für das Achtelfinale qualifizierte Tabellenführer durch Dusan Tadic (72.), den Ex-Frankfurter Sebastien Haller (83.) und den früheren Bremer Davy Klaassen (90.+3) eiskalt zurück. Damit muss der BVB um den Einzug in das Achtelfinale bangen. Das fünfte Gruppenspiel beim punktgleichen Konkurrenten Sporting Lissabon am 24. November dürfte im Kampf um Rang zwei vorentscheidend sein. „Das wird ein Endspiel“, kommentierte Mittelfeldspieler Julian Brandt.

Der BVB muss jetzt um den Einzug in das Achtelfinale nun bangen. Das fünfte Vorrundenspiel beim punktgleichen Konkurrenten Sporting Lissabon am 24. November dürfte im Kampf um Rang zwei und Zusatzeinnahmen in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro vorentscheidend sein. „Da geht es um die Wurst, das wird ein Endspiel“, sagte Julian Brandt.

Doch auch die kommende Aufgabe in der Bundesliga hat es in sich. Schließlich wird der BVB am Samstag (18.30 Uhr) beim Zweiten der vergangenen Bundesliga-Saison aus Leipzig erneut schwer geprüft. Dass die ohnehin stattliche Verletztenliste durch die Auswechslung von Marius Wolf wegen einer Muskelblessur noch länger wurde, passte ins Bild eines unglücklichen Fußballabends. „Wir haben im Moment einfach ein zu großes Lazarett und spielen alle drei Tage fast mit der gleichen Mannschaft“, klagte Brandt, „einige Jungs brauchen dringend eine Pause.“

Für Rose ist das kein Grund für Trübsal. Der in Leipzig geborene Trainer hofft, dass sein Team auch nach der zweiten Niederlage gegen Amsterdam eine positive Reaktion zeigt: «Ich glaube nicht, dass es für uns einen Knacks gibt. Wir werden auch in Leipzig elf Jungs auf das Feld schicken, die sich reinhauen.» Auch Brandt sprach sich und seinen Mitstreitern Mut zu. «Ich glaube nicht, dass wir jetzt in einen Burnout verfallen und in Leipzig mentale Probleme haben. Wir werden wieder zur Stelle sein.»

dpa