Martin Hinteregger Juni 2020
Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters/Pool/dpa

Abwehrchef Martin Hinteregger ist nach seinen Aussagen zu Fan-Vorkommnissen am Rande des Bundesliga-Gastspiels von Eintracht Frankfurt in Leverkusen zum Gespräch mit der Vereinsführung gebeten worden.

„Wir haben mit Martin Hinteregger das Thema intern besprochen“, sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann der „Bild“ (Montag). „Grundsätzlich ist die Haltung von Eintracht Frankfurt zu diesem Themenkomplex mehrfach deutlich und hinreichend hinterlegt und auch bezogen auf den konkreten Fall in Leverkusen von Präsident Peter Fischer im aktuellen Sportstudio klar artikuliert worden: Eintracht Frankfurt lehnt jedwede Form von Gewalt ab.“ Der Fußballprofi hatte in einem zunächst offiziell nicht veröffentlichten ZDF-Interview die Anhänger beider Teams verteidigt, die am Samstagabend vor dem Stadion nur durch berittene Polizei gestoppt werden konnten.

>> Martin Hinteregger verharmlost Fan-Prügeleien: „Gehört zum Fußball“ <<

„Wenn es beide gewollt haben, ist es ja okay!, sagte Hinteregger nach dem Spiel und fügte hinzu: „Passiert ja öfter, gehört auch irgendwie zum Fußball, oder? Ihr könnt wieder über was berichten, die haben Spaß beim Kämpfen, wir müssen Interviews dazu beantworten und jeder hat etwas davon. Ist ja nichts Schlimmes.“ Dass die Polizei letztendlich größere Ausschreitungen verhindert hatte, war zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

Eintracht-Präsident Fischer: „Gewalt geht überhaupt nicht“

Sie war nach eigenen Angaben vorab über das Treffen der rivalisierenden Fangruppen informiert, wurde dann aber überrascht, als sich eine Auseinandersetzung anbahnte. Die Reiterstaffel habe sich letztlich zwischen die jeweils 80 bis 100 Personen großen Gruppen gestellt, die sich daraufhin zurückzogen, hieß es.

>> Martin Hinteregger torkelt betrunken über Dorffest und schwänzt Training <<

Das ZDF verzichtete im „Sportstudio“ auf die Ausstrahlung des Hinteregger-Interviews, das am Sonntag dennoch im Netz kursierte und für zahlreiche Reaktionen sorgte. Anders als Hinteregger hatte Eintracht-Präsident Peter Fischer die Vorfälle als Gast im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF verurteilt: „Ich verstehe im Moment die Fußball-Anhänger aus tiefstem Herzen, denen die Leidenschaft dieses Sports und die Begeisterung fehlt, weil es keine Stadion-Besuche mehr gibt. Ich kann auch verstehen, wenn Fans vor ein Stadion gehen. Aber was absolut überhaupt nicht geht, ist Gewalt. Da gibt es eine ganz klare Kante.“

Quelle: dpa