Moussa Marega Rassismus Porto
Foto: AFP/Miguel Riopa

Beim 2:1-Sieg des FC Porto bei Vitoria Guimaraes ist es zu einem Rassismus-Eklat gekommen. Porto-Stürmer Moussa Marega aus Mali wurde von den Zuschauern offenbar wegen seiner Hautfarbe beleidigt.

Marega erzielte in der 60. Minute das Siegtor zum 2:1, wollte aber aufgrund der Beleidigungen und Affenlauten wenige Minuten später das Spielfeld verlassen. Nicht nur die Guimaraes-Spieler, sondern auch Teamkollegen von Marega wollten den Angreifer daran aber hindern und gingen ihn zum Teil sogar körperlich an.

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Die Anti-Diskriminierungs-Organisation Fare kritisierte daraufhin die Mitspieler von Marega hart. „Entschuldigt, aber das hat sich nicht wie Familie angefühlt, als es passiert ist“, schrieb Fare am Montag bei Twitter. „Was haben eure Spieler gemacht?“ Die Reaktion des Schiedsrichter war auch zumindest einmal fragwürdig: Er zeigte Marega im Anschluss an seinen Treffer die Gelbe Karte.

Laut Trainer Sérgio Conceição sei Marega seit dem Warmmachen von der Vitoria-Bank aus beleidigt worden: „Wir sind eine Familie, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Größe, Haarfarbe. Wir sind eine Familie. Wir sind Menschen. Wir verdienen Respekt.“

Marega ließ sich auswechseln, für ihn kam in der 72. Minute Wilson Manafá auf das Feld. Sogar ein Sitz in seine Richtung sei zuvor geflogen, berichteten Medien. Auf dem Weg in die Kabine zeigte der Stürmer den Heimfans den Mittelfinger.

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Der Stürmer aus Mali äußerte sich mittlerweile auf Instagram zu dem Eklat: „Ich möchte den Idioten, die zum Stadion kommen und dann rassistische Sprechchöre machen, sagen, dass sie sich ficken können. Außerdem möchte ich dem Schiedsrichter danken, dass mich nicht verteidigt hat und mir eine Gelbe Karte gezeigt hat, weil ich meine Hautfarbe verteidigt habe. Ich hoffe, dass ich dich nie wieder auf dem Fußballplatz sehe. Du bist eine Schande.“

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Der Verein erklärte in einem Statement auf der Vereinshomepage, dass er das rassistische Verhalten scharf verurteile und es ein Tiefpunkt in der jüngeren Geschichte des portugiesischen Fußballs sei. Man erwarte nun eine deutliche Strafe.

In den sozialen Medien erhält Marega viel Unterstützung von anderen Fußballern. „Respekt für Marega. Respekt für Fußball. Respekt für alle“, twitterte unter anderem Iker Casillas, der gemeinsam mit ihm in Porto spielte. Auch Alexandre Lacazette von Arsenal, Goncalo Paciencia von Eintracht Frankfurt und der ehemalige Real-Stürmer Emmanuel Adebayor zeigten unter Maregas Post ihren Support.

„Nazis raus!“ Fans setzen Zeichen und sorgen für Festnahme

Am Freitag war es im Rahmen des Drittliga-Spiels zwischen Preußen Münster und den Würzburger Kickers ebenfalls zu einem rassistischen Vorfall gekommen. Ein Mann auf der Tribüne hatte den Gäste-Profi Leroy Kwadwo beleidigt und Affenlaute in Richtung des 23-Jährigen gemacht. Daraufhin zeigten andere Fans auf den Zuschauer, damit dieser von Ordnungskräften ausfindig gemacht werden konnte. Zudem riefen zahlreiche Fans „Nazis raus“.

Quelle: mit Agenturmaterial (dpa)