Das Spiel ist erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter pfeift – so eine alte Fußballer-Weisheit. In der ersten spanischen Liga hat nun aber bei der Partie zwischen dem FC Sevilla und dem FC Granada der Unparteiische Ricardo De Burgos Bengoetxea gleich zweimal abgepfiffen und damit am Sonntag für kuriose Szenen gesorgt.

Beim Stand von 2:1 für Sevilla hatte der Referee eine vierminütige Nachspielzeit signalisiert, dann aber schon nach drei Minuten das Spiel beendet. Die Gäste aus Granada protestierten, der Videobeweis wurde konsultiert und ergab, dass noch eine weitere Minute gespielt werden musste.

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Schiedsrichter muss Sevilla-Spieler aus der Kabine holen

Also holte De Burgos Bengoetxea nach seiner offenkundigen Fehlberechnung einige der Spieler auf den Platz zurück, die bereits in die Kabinen im Ramón-Sánchez-Pizjuán-Stadion entschwunden waren. Sie hatten sich teilweise schon ihrer Schuhe und Trikots entledigt. Die Minute wurde drangehängt – am Ergebnis änderte sich nichts mehr.

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Hätte sich noch etwas am Spielverlauf getan, wären die Diskussionen sicherlich groß gewesen. Denn der FC Sevilla, der in der Champions League im Februar an Borussia Dortmund scheiterte, steht mittendrin im spanischen Titelrennen.

Das Team steht inzwischen bei 70 Punkten und hat damit nur drei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Atletico Madrid. Beim FC Sevilla stehen unter anderem die ehemaligen Bundesliga-Profis Ivan Rakitic, Luuk de Jong und Karim Rekik unter Vertrag.

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Zu frühen Abpfiff gab es auch schon in der Bundesliga

In der Anfangszeit der Bundesliga gab es einen noch deutlich extremeren Vorfall dieser Art. 1975 beendete Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder die 1. Halbzeit des Spiels Werder Bremen gegen Hannover 96 nach rund 30 Minuten.

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Auch damals gab es Einwände und Ahlenfelder ließ doch weiterspielen – um die Halbzeit letztlich trotzdem 90 Sekunden zu früh zu beenden. Ahlenfelder gab später zu, sich vor dem Spiel ein Bier und einen Schnaps genehmigt zu haben. Da war die Fußballwelt noch eine andere.

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Quelle: dpa