Foto: travelcircus
Foto: travelcircus

Der Fußballplatz im beschaulichen Fischerdorf Henningsvaer hat immerhin zwei Tore, eine Heimmannschaft und einen schmalen Asphaltstreifen zum Zuschauen und Parken zu bieten. Doch wirklich geeignet erscheint die Anlage, die einen der schönsten und romantischsten Plätze weltweit beherbergt, sicher nicht.

Muss sie aber auch nicht, denn in Henningsvaer leben knapp 500 Menschen (Stand 2017). Das „Stadion“ besticht nicht durch Tribünen in Vereinsfarben, verrückte Dachkonstruktionen oder leuchtende Fassaden, sondern durch seine Lage: Als Teil der Lofoten Inseln im Norden Norwegens wird der Kunstrasenplatz vom Europäischen Nordmeer, zerklüfteten Felsen und fernen Bergketten umgeben. Übrigens: Jüngst landete der Platz im Travelcircus-Ranking der schönsten Fußballstadien der Welt auf Rang fünf.

Ob es möglich ist, sich beim Blick auf diese umwerfende Naturkulisse auf das Fußballspiel zu konzentrieren, sei jedoch dahingestellt. Und das Hauptproblem liegt sicher darin, dass ins Aus geschossene Bälle womöglich nicht mehr zurückkehren, sondern in den Tiefen des Meeres versinken.

Es gibt Stadien mit ganz ähnlichen Problemen und ganz ähnlicher Romantik. Zum Beispiel das Petrowski-Stadion im russischen Sankt Petersburg:

Das Stadion ist ein Sportkomplex mit zahlreichen Gebäuden und war bis zum Umzug in das Sankt-Petersburg-Stadion 2017 die Heimstätte des Fußballclubs Zenit St. Petersburg. Die Stadionkapazität liegt heute bei 20.985 Zuschauern.

Ballverluste gibt es garantiert auch auf den Färöer Inseln im Eidi Stadion.

Das Stadion im fähringischen Toftir aus dem Jahr 1980 bekam 1991 eine Grasfläche. Erst dadurch kann die Nationalmannschaft der Färöer an offiziellen Spielen der Fifa teilnehmen. Das Stadion liegt so nah an der Küste, dass zeitweise sogar extra ein Mann mit einem Boot angestellt war, der verirrte Bälle aus dem Wasser fischen musste.

Etwas fester muss man im „Gospin Dolac“ in Kroatien schießen. Der angrenzende See liegt offensichtlich etwas weiter entfernt.

In Singapur muss für das Marina Bay Floating Stadium schon ein Fangzaun her, um fliegende Bälle vor dem Fall ins Nass zu stoppen. Ob dieser allerdings auch hoch genug ist, ist eine andere Frage. Jedenfalls würde es uns nicht überraschen, wenn hier der ein oder andere Ball verschwindet.