Klaus Gjasula Gelbe Karte
Foto: Friso Gentsch/dpa-Pool/dpa

Klaus Gjasula sieht auf dem Fußballplatz gefährlich aus, keine Frage. Das macht der graue Helm, den der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler vom Bundesligisten SC Paderborn 07 während der Spiele als Glücksbringer trägt. Und Gjasula spielt auch hart. Er hält den Rekord für Gelbe Karten in der Bundesliga.

Mit seiner 17. Verwarnung in der laufenden Bundesliga-Saison hat der 1,92 Meter große Mittelfeldspieler vom Bundesliga-Aufsteiger aus Ostwestfalen einen Rekord im deutschen Fußball-Oberhaus aufgestellt. Es ist ein Rekord, auf den nicht jeder Spieler stolz wäre. Aber, es ist ein Rekord. Und ganz so schlimm wie es klingt, ist es auch gar nicht.

Schiedsrichter Christian Dingert verwarnte Gjasula am Samstag gegen Werder Bremen (1:5) in der 32. Minute – der Paderborner, der im albanischen Tirana geboren wurde, hatte Bremens Angreifer Josh Sargent zuvor gefoult. Es war kein überhartes Einsteigen, aber es war ein gelbwürdiges Foul. Wie so oft. Denn Gjasula ist – trotz all der Gelben Karte – kein typischer Treter, der seine Gegenspieler verletzten will.

Jürgen Gjasula SC Paderborn 07 Foul
Klaus Gjasula in seinem Element. Nach diesem Foul an Bremens Josh Sargent sah er die 17. Gelbe Karte der laufenden Bundesliga-Saison – Rekord. Foto: Friedemann Vogel/EPA/Pool/dpa

Das sah auch ein gegnerischer Trainer zuletzt so. Trainer Julian Nagelsmann von RB Leipzig hatte den rustikalen Abräumer in Schutz genommen. „Er ist kein brutaler Treter finde ich, es ist jetzt nicht so, dass er die Leute aus den Schuhen raus tritt, da sind auch viele taktische Fouls dabei“, sagte Nagelsmann vor der Partie in Leipzig, bei der Gjasula den Rekord eingestellt hatte. Gjasula spiele nicht unfair.

Das sieht man auch daran, dass der Paderborner in dieser Saison in 27 Spielen zwar 17 Mal die Gelbe Karte sah, aber kein einziges Mal vom Platz flog. Im Paderborner Bundesliga-Aufstiegsjahr wurde er zwölf Mal von den Schiedsrichtern verwarnt. „Es ist mein Spiel. Ich bekomme halt öfter mal Gelbe Karten“, hatte Gjasula, der sich nach der bitteren 1:5-Niederlage zunächst nicht äußerte, seine Spielweise kürzlich beschrieben.

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Die unrühmliche Bundesliga-Bestmarke hatte sich Gjasula zuvor mit Tomasz Hajto geteilt. Der Pole hatte in der Saison 1998/99 im Trikot des MSV Duisburg 16 Gelbe Karten gesehen. Auch schon eine beachtliche Marke, da man als Profi in Deutschland ja nach fünf Verwarnungen für ein Spiel gesperrt wird.

Aber jetzt ist Hajto diesen unliebsamen Rekord, auf den er seit Jahren vor allem von Journalisten angesprochen wird, los. Endlich. „Du gehst ab wie eine Rakete. Ich hoffe, du knackst meinen Rekord und ich habe endlich meine Ruhe“, hatte er Ende Mai auf „Sky“ in Richtung Gjasula geflachst.

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Diese Ruhe dürfte er jetzt dauerhaft haben. Denn, immer wenn ein Spieler in der Bundesliga künftig oft verwarnt wird, wird bei den Gjasulas das Telefon schrillen. Zumindest bis ihn jemand in dieser Statistik überflügelt. Das kann aber eine Weile dauern, falls es überhaupt einmal passiert. Hajtos Rekord hatte seit der Spielzeit 1998/99 Bestand.