Kai Havertz
Foto: Stuart Franklin/Getty-Pool/dpa

Bayern München. FC Liverpool. Real Madrid. FC Barcelona. Und viele mehr. Die Liste der Interessenten für Kai Havertz ist lang und prominent. Vielleicht bleibt der 20-Jährige aber vorerst bei Bayer Leverkusen. Mit der Werkself spielt er am Samstag gegen München.

Am Samstag werden die Augen noch einmal mehr auf ihn gerichtet sein als ohnehin schon. Wenn Kai Havertz mit Bayer Leverkusen gegen den FC Bayern München aufläuft, spielt er quasi auch bei den Münchnern vor. Und kann zeigen, dass sie einen Fehler damit begehen würden, dem Transfer von Leroy Sané die größere Priorität einzuräumen. Falls Havertz überhaupt nach München will.

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Das derzeit wohl größte Talent des deutschen Fußballs wurde schon als „100-Millionen-Mann“ betitelt, obwohl für ihn bis heute noch keine Ablöse gezahlt wurde. Und seit etwa einem Jahr heißt die Frage scheinbar nur: Spielt er ab Sommer 2020 in München? Vielleicht sogar in Dortmund? Doch in England? Oder in Barcelona oder Madrid? Die überraschende Antwort könnte sein: weiter in Leverkusen.

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„Ich hab immer so eine kleine Hoffnung, dass wir ihn hier noch ein Jährchen behalten können und dürfen“, sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler im Sky-Interview. Sportdirektor Simon Rolfes erklärte der spanischen „Marca“, er hätte „große Freude daran, ihn so lange wie möglich im Leverkusen-Trikot zu sehen. Wir wissen, dass alle Großen aus Deutschland und Europa hinter ihm her sind und dass er überall spielen kann. Aber wir wissen noch nicht, was mit Kai passiert.“

Eigentlich war ein Wechsel im Sommer beschlossene Sache. Intern soll Bayer die Ablösesumme auf rund 130 Millionen Euro taxiert haben. In alten Zeiten und angesichts der Bewerber schien das durchaus realistisch. Und dann kam Corona. Real Madrid hat nach Meldungen aus Spanien für diesen Sommer schon abgewunken, der FC Bayern äußerte sich zuletzt ebenfalls zurückhaltend. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Uli Hoeneß erklärte, der Wechsel sei in diesem Sommer schwer vorstellbar. Für Vorstandsmitglied Oliver Kahn gilt das ganz generell für Multimillionen-Transfers.

Doch würde Havertz in München überhaupt glücklich? Es gibt jedenfalls warnende Beispiele aus der Vergangenheit:

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Leverkusen ist angesichts des bis 2022 laufenden Vertrages aber nicht gewillt, den 20-Jährigen für deutlich unter 100 Millionen abzugeben. Der Transfermarkt sei „vielleicht teilweise ein bisschen eingebrochen“, sagte Völler: „Das gilt sicherlich für viele Spieler, aber nicht für Künstler wie Kai Havertz.“

Havertz selbst äußert sich seit Monaten nur ausweichend zu seiner Zukunft. Klar scheint, dass er bald entscheiden will. Selbst, wenn ein Wechsel erst 2021 über die Bühne gehen würde. Denn die ständigen Diskussionen um seine Person haben den mental stabilen Havertz schon genervt und sicher auch ein wenig belastet.

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Und alles wurde darauf projiziert. Nach seinem Durchhänger in der Hinrunde mutmaßte manch Außenstehender, er sei mit dem Kopf woanders. Die starke Rückrunde wurde als Empfehlungsschreiben gewertet. Und er bekam öffentlich von allen Seiten Tipps. Leverkusens Ex-Kapitän Jens Nowotny riet zum Wechsel nach Dortmund statt nach München. Michael Rummenigge, Bruder von Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, riet zu München. Aber erst in ein, zwei Jahren. Bayers Ex-Manager Reiner Calmund schlug vor, für 2021 einen Vorvertrag mit dem FC Bayern und einer Ablöse von 90 Millionen zu schließen.

Havertz würde jedenfalls perfekt in Bayerns Beuteschema passen, schließlich kickt Havertz aktuell in der Bundesliga. Er wäre nicht der erste Fußballer, der seinen nächsten Karriereschritt in der Bundesliga sieht:

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Davor steht aber erst einmal Havertz‘ Grundsatz-Entscheidung, ob er in Deutschland bleiben will. Der FC Barcelona war sein Traum-Club in der Jugend, die Spur zum FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp ist sicher sehr heiß.

Zuletzt zeigte sich der Youngster vom Wechsel-Wirrwarr aber unbeeindruckt. In den vergangenen 13 Pflichtspielen war er an 16 Toren beteiligt. Diesen Lauf will er am Samstag gegen die Bayern ausbauen.

Quelle: dpa