Joshua Kimmich ist nicht geimpft – „Bedenken wegen fehlender Langzeitstudien“

Joshua Kimmich vom FC Bayern München hat sich bislang nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Das bestätigte der deutsche Nationalspieler am Samstag bei "Sky". Er habe "Bedenken wegen fehlender Langzeitstudien", sagte er im Interview.
Joshua Kimmich FC Bayern
Foto: Marius Becker/dpa

Der deutsche Nationalspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern München hat bestätigt, dass er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist. Er habe „gewisse Bedenken wegen fehlender Langzeitstudien“, sagte Kimmich dem TV-Sender „Sky“ am Samstag. Kimmich betonte, er sei sich seiner „Verantwortung bewusst“.

„Ich habe immer noch gewisse Bedenken. Das heißt aber nicht, dass ich ein Corona-Leugner oder Impfgegner bin. Es kann auch sein, dass ich meine Meinung ändere und mich demnächst impfen lasse. Es gibt ja momentan auch immer wieder Impf-Durchbrüche“ erklärte Kimmich sein Verhalten.

„Ich halte mich natürlich an die Hygieneregeln. Und ich werde momentan wie alle ungeimpften Spieler alle zwei, drei Tage getestet. Das zahlt momentan bei noch der FC Bayern, aber wenn das nicht mehr der Fall sein sollte, werde ich natürlich die Kosten selbst übernehmen“, führte Kimmich weiter aus.

Kimmich will kein Impfgegner sein

Er finde es schade, dass es in der Debatte „nur noch geimpft oder nicht geimpft“ gebe. „Und nicht geimpft bedeutet dann oftmals gleich, dass man Corona-Leugner oder Impfgegner ist. Aber ich glaube, es gibt auch ein paar andere Menschen zu Hause, die einfach ein paar Bedenken haben, was auch immer die für Gründe haben. Und ich finde, auch das sollte man respektieren, vor allem, so lange man sich an die Maßnahmen hält“, sagte Kimmich. Er sage nicht kategorisch, dass er sich „überhaupt nicht impfen lasse“.

Joshua Kimmich

Joshua Kimmich nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen in der Bundesliga. Foto: Marius Becker/dpa

Co-Trainer Dino Toppmöller, der wie schon beim 4:0 in der Champions League bei Benfica Lissabon den an Corona erkrankten Chefcoach Julian Nagelsmann vertrat, sagte: „Ich habe mich impfen lassen und bin der Überzeugung, dass es besser ist, das zu tun. Aber am Ende des Tages ist es eine Entscheidung von Joshua, und die akzeptiere ich auch, und das sollten wir alle tun.“ Alle Profis beim FC Bayern hätten die Möglichkeit gehabt, sich beim Internisten über Risiken aufklären zu lassen, sagte der Co-Trainer. Kimmich habe entschieden, dass „erstmal nicht zu machen“.

Torwart Manuel Neuer bezeichnete es bei Sky erst einmal als „Privatsache“. Er habe sich impfen lassen. „Und ich denke, dass es für uns alle auch unabdingbar ist, dass wir heute so viele Zuschauer in der Arena gehabt haben. Aber das ist die Sache von jedem selbst.“

Sportvorstand Hasan Salihamidzic vom FC Bayern München hatte vor dem Bundesliga-Spiel des FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim (4:0) angekündigt, dass Kimmich Auskunft über die jüngsten Spekulationen zu seinem Impfstatus geben werde.

Auf die Frage im Interview des TV-Senders Sky, ob es stimme, dass Kimmich einer von fünf ungeimpften Spielern beim deutschen Fußball-Rekordmeister sei, antwortete Salihamidzic am Samstag vor der Bundesliga-Partie gegen Hoffenheim: „Ich werde dazu natürlich nichts sagen, aber der Jo wird sich später selber dazu äußern.“ Zuvor hatte die „Bild“ berichtet, dass Kimmich nicht gegen Covid-19 geimpft sei.

„FC Bayern empfiehlt, sich impfen zu lassen“

Grundsätzlich kenne man „unsere Meinung und Empfehlung“, sagte Salihamidzic. „Der FC Bayern empfiehlt, sich impfen zu lassen, genau so wie ich persönlich, um unter anderem vielleicht allen ein normaleres Leben zu ermöglichen.“ Aber weil es in Deutschland keine Impfpflicht gebe, habe der Verein „die Empfehlung ausgesprochen und jeder darf das selber entscheiden“, sagte der 44-Jährige.

Andere, wie Taktik-Experte Tobias Escher, sehen das anders und äußern ihren Unmut über Kimmichs Verhalten auf Twitter:

Auch andere wie Podcaster Max-Jacob Obst („Rasenfunk“) sehen das Ganze nicht unkritisch:

 

Kimmich hatte im März 2020 gemeinsam mit seinem Bayern-Kollegen Leon Goretzka die Aktion „We Kick Corona“ (#wekickcorona) ins Leben gerufen, mit der sie Spenden für soziale Einrichtungen sammeln.

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Unter der Woche hatten die Münchner bekanntgegeben, dass sich Cheftrainer Julian Nagelsmann mit dem Corinavirus infiziert habe. „Natürlich hoffen wir, dass Julian ganz schnell zurückkehren kann. Ich habe jeden Tag mit ihm viel Kontakt und es gibt ihm viel besser“, berichtete Salihamidzic.

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mit Agenturmaterial der dpa