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Foto: Screenshot ARD Mediathek

Jessy Wellmer und Bastian Schweinsteiger lieferten am Dienstagabend eine ähnlich schwache Leistung ab wie die deutsche Nationalmannschaft. Vor allem die Moderatorin ließ die TV-Zuschauer in einem Zustand irgendwo zwischen Irritation, Wut und Fremdscham zurück.

Deutschland scheidet im EM-Achtelfinale nach einer schwachen Leistung mit 0:2 gegen England aus. Joachim Löw hat gerade sein letztes Spiel als Bundestrainer absolviert und muss nun zum Rapport. Was folgt ist ein Interview aus der Journalisten-Hölle.

Etwas stockend startet Wellmer mit der ersten Frage nach Löws Zustand: „Eine Ära geht zu Ende, 15 Jahre als Bundestrainer. Wie greifen Sie dieses Gefühl gerade für sich?“ Löw antwortet: „Zunächst mal muss man sagen, dass es eine große Enttäuschung für uns alle ist. Wir hatten uns mehr erhofft. Der Glaube an die Mannschaft war da. In solchen Spielen muss man die wenigen Chancen konsequent nutzen, wir haben leider keine Tore gemacht. Es tut uns leid, dass wir aus diesem Turnier raus sind.“

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Nach einer Nachfrage zu den vergebenen Chancen wird es seltsam. Wellmer, die ein paar Tage Zeit hatte, sich auf das womöglich letzte Löw-Interview als Bundestrainer vorzubereiten, fragt: „Wie sagt man? Ende gut, alles gut? Oder Ende gut, nicht alles gut?“ Löw wirkt irritiert, fasst sich peinlich berührt ins Haar und antwortet recht knapp. Nun über alles zu sprechen sei schwierig, die Enttäuschung eben groß.

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Zum Glück hat die ARD der überfordert wirkenden Wellmer einen Fachmann zur Seite gestellt, der nun sicherlich kritische Nachfragen zur Taktik stellen wird – hat sich sicherlich nur jemand gedacht, der Schweinsteiger bis jetzt noch nicht als Experten erlebt hat. Denn was folgt ist eine Lobeshymne auf Löw: „Wir sollten uns alle auch bei Joachim Löw bedanken. Wie lange er Bundestrainer war, wie viele Erfolge wir mit ihm gefeiert haben. Das ist etwas Einzigartiges. Chapeau, Hut ab!“

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Nun ist Wellmer wieder dran. Ob Löw etwas bereue, will sie wissen. Der scheidende Trainer weiß mit dieser Frage so gar nichts anfangen. Zwei Sekunden vergehen, ehe Löw nur ein kurzes „Was?“ herausbringt. Wellmer: „Irgendeine Entscheidung vor dem Spiel, im Spiel, in der Vergangenheit?“ Löw verdreht die Augen, schüttelt leicht den Kopf und holt tief Luft: Fehler gehören dazu und würden bei einem Turnier immer gemacht.

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Der Zuschauer bleibt an dieser Stelle ratlos zurück, konkrete Nachfragen zur Taktik bleiben aus. Wäre eine Viererkette gegen England nicht die passendere Formation gewesen? Warum wurde Joshua Kimmich nicht ins Zentrum gezogen? Und wieso hat Löw mit seinen Auswechslungen so lange gewartet? Wellmer und Schweinsteiger liefern uns leider nichts dergleichen.

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Joachim Löw hat sich verdient gemacht im deutschen Fußball. Für seine Aufbauarbeit seit 2004 und den Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 gebührt ihm Respekt und Anerkennung. Und auch wenn die Leistungen in den vergangenen Jahren dünn waren und er großen Anteil am schwachen Abschneiden hat – dieses letzte Interview hatte er ganz sicher nicht verdient.

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