Jens Lehmann
Foto: Andreas Gebert/dpa

Seit vergangenem Jahr ist Dennis Aogo als Fußball-Experte bei Sky tätig. Im Rahmen des Champions-League-Halbfinals gab der 34-Jährige seine Expertise ab – wurde dann aber nach der Show von einer fragwürdigen Nachricht von Jens Lehmann überrascht.

Kurz nach Mitternacht veröffentliche Aogo einen Screenshot eines WhatsApp-Verlaufs mit dem früheren Torwart der deutschen Nationalmannschaft, Jens Lehmann. Viel scheinen die beiden nicht zu schreiben, eine vorangegangene Nachricht stammt aus dem Jahr 2019.

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Umso größer dürfte die Überraschung bei Aogo gewesen sein, als er diese Nachricht von Lehmann in der Halbzeitpause der Champions League erhielt: „Ist Dennis eigentlich euer Qotenschwarzer?“ – mit Rechtschreibfehler und einem Lach-Emoji am Ende.

Dennis Aogo Jens Lehmann Instagram
Foto: www.instagram.com/dennisaogo/

„WOW dein Ernst? Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!“, schrieb Aogo noch dazu. Das liegt zugegebenermaßen nahe, wenn man sieht, dass er von Aogo in der dritten Person spricht – dem Inhalt ungeachtet. An wen die Nachricht ursprünglich gehen sollte? Logisch wäre es nur, wenn diese Person ebenfalls einen Bezug zum Sender Sky hat, für den Aogo an dem Abend gearbeitet hat – mehr lässt sich dazu nicht sagen.

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Ina Aogo: „Schäme mich, dass ich Deutsche bin“

Dass Aogo nach dieser Nachricht mehr als erzürnt ist, steht außer Frage. Eine weitere Äußerung gibt es von ihm zu den Sachverhalt noch nicht. Stattdessen meldete sich seine Frau Ina Aogo, eine der bekanntesten Spielerfrauen des Landes mit ihrerseits 135.000 Followern, auf Instagram zu Wort.„Ich schäme mich wirklich manchmal richtig, dass ich Deutsche bin, wenn ich sehe, wie manche reden. So weit ist es schon gekommen“, erzählte sie in ihrer Story.

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Lehmann hingegen versuchte, die Nachricht bei „Bild“ zu relativieren: „Ich habe bereits mit Dennis telefoniert und ihn um Verzeihung gebeten, wenn meine Äußerung despektierlich rübergekommen ist. Sie war überhaupt nicht so gemeint, sondern positiv. Da er als Sky-Experte fachkundig ist und in seinem Auftreten sehr stark. Und deshalb auch die Quote erhöht. Das wollte ich damit sagen, aber war von mir unglücklich ausgedrückt. Da die WhatsApp von meinem Handy rausging, übernehme ich die Verantwortung dafür. Es war eine private Nachricht.“ Wer diese Nachricht eigentlich empfangen sollte, ist aber weiter unklar.

Hertha BSC beendet Zusammenarbeit mit Jens Lehmann

Nicht lange, nachdem Lehmann per Twitter veröffentlichte, sich bei Aogo entschuldigt zu haben, beendeten die Verantwortlichen bei Hertha BSC bereits die Zusammenarbeit mit dem 51-Jährigen, um weiteren Schaden für den Bundesligisten mitten im entscheidenden Kampf gegen den Abstieg abzuwenden.

„Die neue Führung von Hertha ist sehr konsequent, und das ist sehr positiv“, lobte Trainer Pal Dardai bei einer Pressekonferenz zum Nachholspiel am Donnerstag (18.30 Uhr/DAZN) im Berliner Olympiastadion gegen den SC Freiburg. Er habe aber auch nicht gespürt, dass Lehmann eng bei der Mannschaft gewesen sei, betonte der Ungar.

Lehmann war im Mai vergangenen Jahres als Vertreter von Lars Windhorst in den Aufsichtsrat als Nachfolger des ehemaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann eingezogen. Mit Aussagen zur Zielsetzung des Clubs vor dieser Saison und auch zum Coronavirus hatte Lehmann bereits für Irritationen gesorgt. „Jens Lehmann ist nicht mehr Berater“, bestätigte Windhorst-Sprecher Andreas Fritzenkötter. Damit einher ging auch die letztlich überschaubare Lehmann-Ära im Aufsichtsrat der Profiabteilung Hertha BSC GmbH & Co. KGaA zu Ende.

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Hertha-Präsident Werner Gegenbauer ergänzte bei „Bild“: „Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt. Hertha BSC distanziert sich von jeglicher Form von Rassismus. Wir begrüßen daher den Schritt der TENNOR Holding.“

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Sky und Sport 1 laden Lehmann nicht mehr ein

Lehmann war zuletzt auch für Sky im Einsatz gewesen. Auf Instagram postete er von seinem Auftritt beim Format „Matchplan“ ein Foto, das ihn gemeinsam mit Moderator Jan Henkel und Jens Keller zeigt:

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Doch auch damit ist nun Schluss. „Wir hatten Jens Lehmann oft bei Sky als Gast in unserem Programm, sind sehr enttäuscht über sein Verhalten und planen, ihn jetzt nicht mehr als Gast in unsere Sendungen einzuladen“, schrieb Sky-Sportchef Charly Classen am Mittwoch. Auch bei Sport1 wird der ehemalige Fußball-Nationaltorwart nicht mehr eingeladen.

Jens Lehmann nach „Quotenschwarzer“-Nachricht: Shitstorm bei Instagram

Besonders brisant wirkt in der ganzen Affäre dieses von Lehmann auf Instagram veröffentliche Foto:

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Gefundenes Fressen für die User, die Kommentare wie „Ohne Worte“, „und quotenschwarz oder was?“ oder einfach nur „Fake“ hinterließen. Sogar Vergleiche mit dem kürzlich wegen der Weitergabe kinder- und jugendpornografischer Inhalte verurteilten Christoph Metzelder wurden gezogen: „Alles für den Image 🙄 Der Christoph Metzelder hat sich auch für bedürftige Kinder engagiert… Alles nur Show.“

Im vergangenen Jahr hatte Dennis Aogo etwa bei „Markus Lanz“ darüber gesprochen, wie er mit Rassismus konfrontiert wurde. Schon als Kind habe er entsprechende Erfahrungen gemacht. Diese hätten dazu geführt, dass sich der zwölfmaligen Nationalspieler „ein dickes Fell“ zugelegt hat.