James Maddison Leicester City Rucksack Luois Vuitton
Foto: twitter.com/mrdanwalker

Der große irische Schriftsteller Oscar Wilde wusste es schon vor langer Zeit: „Mit dem guten Geschmack ist es ganz einfach: Man nehme von allem nur das Beste.“ Sehr wahrscheinlich ist das auch der Leitspruch des englischen Fußballers James Maddison von Leicester City. Zumindest liegt der Gedanke beim Anblick seines Rucksacks nahe.

Was war passiert? James Maddison, ein 22 Jahre alter und durchaus talentierter Mittelfeldspieler, sorgte schon vor dem Premier-League-Spiel seines Klubs Leicester City gegen den Champions-League-Finalisten Tottenham Hotspur für Schlagzeilen. Wie das möglich ist? Die 1,75 Meter große Nummer 10 der Engländer war zum Heimspiel mit einer ganz besonderen Sporttasche erschienen.

Und wie das heutzutage nun mal so ist, waren schnell auch alle Fragen wie „Was kostet so ein Rucksack eigentlich?“ beantwortet. Aber Vorsicht, frei nach Ex-Innenminister Thomas De Maizère: Ein Teil dieser Antworten wird euch verunsichern.

Die Premier League steht für Spitzensport. Hier spielt die Mehrzahl der besten Spieler der Welt. Hier gibt es mehr Glanz und Glamour als in jeder anderen Profi-Fußballliga der Welt. Und da wollte Maddison einfach auch mal ein Ausrufezeichen setzen. Das ist gelungen.

Schaut euch das Bild hier an:

Maddison erreichte das heimische King Power Stadium mit einer Trainingshose und einem Klub-Vereins-Poloshirt. Das klingt so gar nicht nach Bling-Bling und Glamour. Doch manchmal steckt der Teufel im Detail. So auch bei Maddison. Denn auf seinen Schultern trug er einen Rucksack, indem wahrscheinlich sein Kulturtäschchen mit Duschgel, Shampoo und vielleicht noch Zahnbürste und -pasta Platz fanden.

Und, wie es sich für einen modebewussten Profi aus der Premier League gehört, wählte er natürlich keinen x-beliebigen Rucksack aus, sondern entschied sich für ein Designerstück aus dem Hause Louis Vuitton. Und natürlich hat das Teil auch seinen stolzen Preis. In diesem Fall 6538,39 Britische Pfund. Das sind gut 7400 Euro. Wahrscheinlich kann sich der Fußballer so einen teuren Rucksack locker leisten, beim Anblick des Modells wäre die viele Kohle aber wohl besser in einen Modeberater investiert.

Auch der deutsche Nationalspieler Leroy Sané, ebenfalls auf der Insel bei Manchester City beschäftigt, zeigte schon häufiger seinen Hang zu extravaganter Designermode. Als der im Sommer vom FC Bayern heftig umworbene Flügelspieler, der derzeit an den Folgen eines Kreuzbandrisses leidet, bei der Nationalmannschaft mit einer „Eisbär“-Jacke aufschlug, zeigte er sich mit einem ähnlichen Rucksack, auch von Louis Vuitton. Sanés Accessoire war allerdings noch teurer, allerdings auch nicht alltaugstauglicher und auch nicht optisch ansprechender.

Ok, Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber dieser Rucksack ist ganz objektiv einfach nur hässlich. Das klassische Louis-Vuitton-Design in der klassischen Farbe ist ja schon nicht jedermanns Sache, diese bunte, teils glitzernd, teils transparente Variante ist es aber mit Sicherheit auch nicht. Doch auch Designer machen Fehler, sonst wäre wohl auch nie der Schal aus der Fendi-Kollektion in Serie gegangen, der ganz offensichtlich einer Vagina nachempfunden wurde.

Dan Walker, ein BBC-Journalist, machte das aktuelle Foto, übernahm die Preis-Recherche und löste mit seinem Tweet die Diskussion über den edlen Designer-Rucksack aus. „Lust auf den Maddison-Rucksack? 6500 Pfund“, blieb er in seiner Nachricht an seine Follower bei den harten Fakten. Seine Abonnenten wurden da schon etwas kreativer. „Geschmack kannst du halt nicht kaufen“, „Mein Auto war genauso teuer“, „Du müsstest mir 6500 Pfund zahlen, damit ich den trage“ – die Meinungen waren eindeutig.

James Maddison Leicester Jubel
James Maddison hat gerade den Siegtreffer gegen Tottenham erzielt – und lässt sich von Fans und Mitspielern feiern. Seine Rucksack-Wahl wurde jedoch kritisch gesehen. Foto: AP/Leila Coker

Doch Maddison ließ die Kritik kalt. Oder bekam er sie gar nicht mit? Jedenfalls ließ er auf dem Spielfeld Taten sprechen. Im Spiel gegen den großen Favoriten Tottenham drehte er mächtig auf und sorgte mit seinem Treffer in der 85. Minute für den umjubelten Siegtor zum 2:1.

Da konnte er nach dem Spiel den Rucksack wieder voller Stolz um die Schultern schnallen. Denn auch in England gilt: Wer trifft, hat recht. In Maddisons Fall gilt wohl auch: Wer trifft, hat Geschmack. Wobei: Wir sind uns unsicher, ob wir wirklich so weit gehen wollen …