Der Fußball-Bundesligist Hertha BSC und Alica Preetz, Tochter von Manager Michael Preetz, haben an einem Werbespot mitgewirkt, der auf die Wichtigkeit von Erste-Hilfe-Maßnahmen aufmerksam machen soll. Was gut gemeint ist, gerät zu einer sexistischen Lachnummer.

„In Berlin führen laut einer Umfrage nur 40 Prozent eine Herzdruckmassage bei einem Herzstillstand durch“, heißt es auf der Website der Stiftung „Herz 10“: „Also los! Lass und das ändern!“ Zu mehr Aufmerksamkeit soll ein gemeinsam mit Hertha BSC gedrehter Werbespot verhelfen.

In dem rund eineinhalbminütigen Clip starten Hertha-Maskottchen „Herthinho“ und der „TEDibär“, das Plüsch-Pendant des Trikotsponsors, ein von Cheerleadern flankiertes Wettrennen im Olympiastadion – bis das Hertha-Maskottchen einen Herzstillstand bekommt und zusammengeklappt.

An dieser Stelle kommt Alica Preetz ins Spiel. Dabei handelt es sich um die Tochter von Michael Preetz, ehemaliger Fußballprofi bei der Hertha und heutiger Geschäftsführer des Hauptstadtklubs, die laut ihrem Instagram-Profil als „spirituelle Bloggerin & Fitnessmodel“ tätig ist. Preetz nimmt im Werbespot eine wichtige Rolle ein – besser gesagt: die Hauptrolle.

Als der von einer Herzattacke betroffene Herthinho auf dem Boden liegt, eilen die Cheerleader zur Hilfe, wissen aber nicht, wie sie vorgehen sollen. Doch zum Glück dreht gerade Alica Preetz leicht bekleidet im Olympiastadtion ihre Runden. Diese wirbelt zunächst einmal ihre Haare durch die Luft, unterlegt mit einem „Oh Yeah“ aus dem Off. Die Preetz-Tochter diagnostiziert einen Herzstillstand und führt gekonnt eine Herzdruckmassage aus, bis es Herthinho wieder besser geht.

Hier könnt ihr euch den Clip anschauen:

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Ein Werbespot, der das Thema Erste Hilfe anspricht, ist sicherlich eine gute Sache. Warum der Fokus nicht auf das richtige Ausüben einer Herzdruckmassage, sondern auf die sexualisierte Darstellung eines Fitnessmodels gelegt wird, bleibt allerdings unklar.

Dem Ganzen wird die Krone aufgesetzt, als auch noch der „TEDibär“ von einem Herzinfarkt betroffen scheint. Die Attacke wird allerdings nur vorgetäuscht, um ebenfalls von der schönen Alica versorgt zu werden. Stattdessen eilt jedoch Axel Kruse, ehemaliger Hertha-Profi, herbei – seine Hilfe wird abgelehnt.

In den Kommentarspalten hagelt es jedenfalls Kritik: „Ernsthaft? So eine sexistische Kackscheisse! Wichtiges Thema – unfassbar schlecht umgesetzt“, meint ein Instagram-User. Ein anderer schlägt in dieselbe Kerbe: „Halt schon ziemlich sexistisch. So wichtig die Message, so schlecht ist die Umsetzung.“ Wiederum ein anderer Nutzer schreibt: „Sexismus raus aus den Stadien!“ Andere finden den Clip einfach nur „peinlich“.