Dietmar Hamann Sky
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Im ersten Zorn verspürte Mats Hummels wenig Lust auf gängige Durchhalteparolen. Ähnlich wie seine Mitspieler wirkte der Dortmunder Abwehrchef nach dem 1:2 (1:1) im „Endspiel“ um Europa gegen Eintracht Frankfurt fassungslos.

Angesichts der wachsenden Gewissheit, dass der BVB erstmals seit 2015 nicht zum Kreis der kontinentalen Fußball-Elite gehören dürfte, klang der einstige Weltmeister nach Kapitulation: „Nicht die Champions League zu erreichen, wäre sportlich und finanziell eine Katastrophe. Wir sind jetzt nah dran und haben uns leider ein großes Loch gegraben.“

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Der späte Knockout nach dem Treffer von Eintracht-Torjäger André Silva (87.) nahm den Dortmundern bei nun sieben Punkten Rückstand auf den Tabellenvierten aus Frankfurt fast alle Hoffnungen auf ein versöhnliches Saisonfinale. Auch Nationalspieler Emre Can machte aus seinem Frust keinen Hehl: „Ich habe keinen Bock, in der Europa League zu spielen. Ich will Champions League spielen.“

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Zumindest in dieser Saison haben die Dortmunder noch Gelegenheit dazu. Doch als Mutmacher für das Viertelfinal-Hinspiel am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) bei Manchester City taugte das Duell mit Frankfurt wahrlich nicht. Daran konnte auch der zwischenzeitliche Ausgleich durch Hummels (45.) nichts ändern. Vor allem in der zweiten Halbzeit blieben selbst beste Konterchancen wegen fahriger Abspiele reihenweise ungenutzt. „Natürlich geben wir nicht auf, aber wir sind nun weit hinten dran“, kommentierte Sportdirektor Michael Zorc.

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Wirbel um möglichen Haaland-Abgang

Ohne neuerliche Champions-League-Teilnahme dürfte die Kaderplanung für die kommende Saison bescheidener ausfallen: „Logischerweise hat das finanzielle Konsequenzen, und es kann sein, dass man einen nicht kaufen kann, den man haben will und einen verkaufen muss, den man halten will“, mutmaßte Hummels. Spekulationen über den Verkauf von Stars wie Jadon Sancho und auch Erling Haaland in diesem Sommer dürften sich nun noch verstärken. Jüngste Medienberichte aus Spanien über ein Treffen zwischen Haalands Vater Alf-Inge und Berater Mino Raiola mit Barça-Präsident Joan Laporta sorgten bereits in den vergangenen Tagen für Aufregung.

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So bezeichnete Sky-Experte Dietmar Hamann das Verhalten der Haaland-Berater als „respektlos“ und als „Frechheit“. Zudem kritisierte er die BVB-Führung: „Das wichtigste Spiel dieser Saison – und sie sind nicht in der Lage, dieses Verhalten anzusprechen, weil man Angst hat, den Spieler zu verärgern. Die Dortmunder sollten sich Gedanken machen, warum ihnen immer die Spieler auf der Nase herumtanzen. Mir fehlt da Führung.“

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Quelle: dpa