Mannheim Kaiserslautern Schwein besprüht
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Vor dem Südwest-Derby des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern beim SV Waldhof Mannheim am Sonntag ist ein Schwein mit Schmähparolen besprüht worden. Die Polizei fahndet nach den Verantwortlichen.

Das Tier sei völlig dehydriert und erschöpft am Freitagmorgen auf einem Sportplatz in Mannheim gefunden worden, schrieb die Berufstierrettung Rhein Neckar auf Facebook.

Lotta …. das Schwein aus dem Stadion hat nun einen Namen und die erste Nacht bei uns gut überstanden. Gestern wollte…

Gepostet von Tierheim Frankenthal am Samstag, 31. August 2019

Wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag sagte, laufen derzeit auch die Ermittlungen nach dem Eigentümer des Tieres, das keine Ohrmarke mehr trug. Das Schwein wurde versorgt, in ein Tierheim gebracht und auf den Namen „Lotta“ getauft.

Es gehe ihm bereits besser, vollständige Entwarnung könne jedoch noch nicht gegeben werden, teilte das Tierheim mit. Ein Zusammenhang zu der Drittligapartie liege natürlich nahe, erklärte der Polizeisprecher.

Schwein mit Parole gegen Fußballclub besprüht
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Vor dem brisanten Derby wurden besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Das Polizeipräsidium Westpfalz hat eine vierstellige Zahl an Einsatzkräften angekündigt. Im Fritz-Walter-Stadion gibt für die rund 35.000 erwarteten Zuschauer ein Alkoholverbot. 18 Jahre nach dem letzten Pflichtspiel treffen die beiden Kontrahenten in der 3. Liga wieder aufeinander.

„Das Polizeiaufgebot wird sicher höher sein als bei anderen Drittliga-Spielen“, erklärte Christian Altenhofen, Sprecher der Bundespolizei, der Deutschen Presse-Agentur.

1. FC Kaiserslautern Fußballerfiguren geköpft
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Die brisante Rivalität der beiden Klubs birgt eine Menge Zündstoff. Neben der obligatorischen strikten Fantrennung steht die An- und Abreise der rund 5000 Mannheimer im Fokus der Einsatzkräfte. „Wir müssen uns ein Lagebild verschaffen, aufgrund dessen die Entscheidungen getroffen werden. Dieses formt sich aus vielen Lagefeldern wie ein Mosaik zu einem Bild“, erklärte Altenhofen.

Schon vor Wochen hatte die Partie ihre Schatten vorausgeworfen. Während Anhänger der Pfälzer eine Brücke in Mannheim mit einer Graffiti-Botschaft beschmierten, beschädigten vermeintliche Waldhof-Fans zwei der elf Fußballfiguren am „Elf-Freunde-Kreisel“ am Fuße des Betzenbergs. Am Montag hatten beide Vereine zu einem friedlichen Miteinander der Fans aufgerufen.

Die Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann trennte sich am Sonntag im ersten Pflichtspiel gegen Waldhof Mannheim seit 18 Jahren mit 1:1 (1:1). Die beiden Erzrivalen waren zuletzt 2001 im DFB-Pokal aufeinandergetroffen. Damals gewann der FCK mit 3:2.

Die Pfälzer starteten vor 36 766 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion stark in die Partie und kamen früh zu hochkarätigen Chancen. Doch die Führung erzielten wie aus dem Nichts die Gäste: Gianluca Korte verwertete eine Flanke von Valmir Sulejmani zum 1:0 (10.). Lauterns Kevin Kraus in der 34. Minute der Ausgleich. Kraus stand noch ein weiteres Mal im Blickpunkt, als der Verteidiger einen Lupfer von Dorian Diring noch auf der Linie klären konnte (71.).

Fans beider Lager sorgten durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern für einen leicht verspäteten Anpfiff. 

Quelle: dpa