Joachim Watzke
Foto: Screenshot ARD

Hans-Joachim Watzke hat sich am Sonntagabend in einer Sonderausgabe der ARD-Sportschau zu den Folgen der Coronakrise für den Sport geäußert. Dabei warnte er vor den wirtschaftlichen Folgen eines Saisonabbruchs. Ein Teil seiner Aussagen sorgte allerdings für einen Aufschrei in den Sozialen Medien.

Hans-Joachim Watzke rechnet nicht damit, dass in dieser Saison der Fußball-Bundesliga noch Spiele mit Zuschauern ausgetragen werden. „Wenn wir in dieser Saison nochmal spielen, werden es Geisterspiele sein. Niemand in der Bundesliga geht noch davon aus, dass wir noch Spiele mit Zuschauern haben werden“, sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund am Sonntag in einer Sonderausgabe der ARD-„Sportschau“ zu den Auswirkungen der Sars-CoV2-Pandemie auf den Fußball.

Die Deutsche Fußball Liga hatte am Freitag den Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga zunächst bis zum 2. April ausgesetzt. Watzke hätte sich durchaus vorstellen können, das Revierderby gegen den FC Schalke 04 am vergangenen Samstag als Geisterspiel durchzuziehen. „Wenn wir das Derby ohne Zuschauer gespielt hätten, wären noch etwa 80 Menschen im Stadion gewesen. Es war eine Abwägung der Interessen.“

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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet appellierte an den Fußball, in der Krise wie alle einen Beitrag zu leisten, sieht neben der gesellschaftlichen Bedeutung des Sports aber auch die ökonomische Seite, die mit dem Profigeschäft verbundenen Arbeitsplätze und die Nöte im Amateursport. „Der Fußball hat eine wesentliche Bedeutung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, so Laschet. Niemand könne derzeit vorhersagen, „wann wir zur Normalitäten zurückkehren“, sagte Laschet.

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Watzke stellte klar, dass es ihm nicht darum gehe, bei zu erwartenden Einnahmeverlusten im Fall einer lang andauernden Spielpause, Hilfe vom Steuerzahler einzufordern. „Es schreit niemand aus dem Profigeschäft nach dem Staat“, betonte Watzke. Große Vereine wie der FC Bayern München oder der BVB würden die Krise schon meistern, weil sie ein genügendes finanzielles Polster hätten.

Auf kleine Vereine, vor allem im Amateurbereich könne die Krise jedoch fatale Auswirkungen haben. Selbst einen freiwillige Gehaltsverzicht von gut verdienenden Fußball-Profis schloss Watzke als solidarischen Beitrag nicht aus. „Das könnte ein Thema werden. Aber ich bin da nicht so zuversichtlich.“

Im Netz wird Watzke nun heftig krisitiert. Grund dafür ist unter anderem seine Antwort auf die Frage, ob es sinnvoll sei, das Training für die Fußballprofis auszusetzen: „Nein, das kann ja nicht sinnvoll sein.“ Man müsse irgendwann auch wieder zur Normalität zurückkeren, so Watzke: „Wir müssen die Spieler bezahlen und die Spieler müssen sich in eine vernünftige Form bringen.“ In Watzkes Augen sei „die aktuelle Gesundheitsgefahr für eine Mannschaft, die aus kompletten Athleten besteht, nicht so gravierend“.

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Für diese Aussagen wird Watzke im Netz heftig kritisiert. „Nichts verstanden, der Herr Watzke. Was für ein geldgeiler Depp“, heißt es in einem viel gelikten Kommentar unter einem Twitter-Beitrag, der einen Ausschnitt aus der Sportschau-Sondersendung mit Watzkes Aussagen zeigt.

So manch einer kann bei Watzkes Aussagen nur mit dem Kopf schütteln: „Haha, die Gehälter müssen bezahlt werden. Mit einem Spielergehalt könnte man wahrscheinlich die Angestellten einer jetzt zugesperrten Kneipen bis Ende April finanzieren“, meint ein anderer Twitter-Nutzer.

Andere fühlten sich beschämt:

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Die fast einhellige Meinung: Watzke verharmlost die aktuelle Situation rund um das Coronavirus.

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Auch Sportkommentator Benni Zander, unter anderem für DAZN aktiv, war baff:

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Auch Reporterlegende Rolf Fuhrmann schaltete sich in die Diskussion ein:

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Auch Sky steht vor der Herausforderung, mit der Coronakrise umzugehen. Der Pay-TV-Sender hofft, dass er die ausgefallenen Live-Sendungen zu späteren Zeitpunkten zeigen kann. Der Sender will auf seinen Sportkanälen zunächst ein vollständiges Programm mit Dokumentarfilmen und Archivmaterial anbieten, um die verschobenen Live-Events zu ersetzen.

Wem das nicht reicht, der kann auch mal einen Blick auf eine Website werfen, die historische Spiele in voller Länge anbietet. Eine tolle Alternative zu Live-Fußball in Zeiten von Corona. Und sollte tatsächlich längere Zeit nicht mehr gespielt werden können, werden wohl immer mehr Menschen auf den kostenlosen Service zugreifen.

Quelle: mit Agenturmaterial von dpa