Marco Rose Borussia Mönchengladbach
Foto: Matthias Balk/dpa

Selbst Marco Rose konnte die Frage „nachvollziehen“. Aber aufzugeben ist für den Gladbacher Trainer auch nach dem von ihm heftig beklagten nächsten „Nackenschlag“ beim grotesk anmutenden und zugleich alarmierenden 1:3 (0:0) gegen den FC Augsburg keine Lösung, um den freien Fall der Borussia irgendwie aufzuhalten.

„Nein!“ Einen Rücktritt schloss der 46 Jahre alte Rose am späten Freitagabend in der Augsburger Arena aus, auch wenn dieser Schritt mit jeder weiteren Niederlage womöglich zur letzten großen Dienstleistung für seinen aktuellen Arbeitgeber werden könnte, den er am Saisonende Richtung Borussia Dortmund verlassen wird.

Job-Garantie für Marco Rose von Max Eberl

Denn beim freien Fall findet gerade keiner die Notbremse. Sportchef Max Eberl hat Rose mehrmals eine Job-Garantie ausgestellt. Und Rose glaubt unverändert an sich und seine Arbeit mit der Mannschaft, die auch in Augsburg trotz guten Spiels keinen Weg aus der Sackgasse fand. Die Blockade in den Köpfen und der Negativlauf kumulierten bei der sechsten Pflichtspielniederlage nacheinander in einem Chancenwucher, der in einem verschossenen Foulelfmeter von Kapitän Lars Stindl gipfelte. „Das geht mir auf die Nerven“, schimpfte 1:1-Torschütze Florian Neuhaus, der von einem „Sch…tag“ sprach.

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Natürlich spielt Roses Abschiedsankündigung eine Rolle. Aber Rose konnte nach den 90 Spielminuten auch Argumente für sich ins Feld führen. „Ich denke, die Auftritte der Mannschaft, wie sie sich präsentiert in den letzten Wochen, spricht Bände und zeigt einfach, wie wir zusammenarbeiten, wie wir zusammenstehen“, referierte er.

„Ich kann schon nachvollziehen, dass die Fragen kommen“

„Ich kann natürlich schon nachvollziehen, dass die Fragen kommen, weil wir, seitdem ich meinen Wechsel bekanntgegeben habe, einfach keine Ergebnisse mehr holen. Aber wenn man die Jungs spielen sieht, dann spricht das für das, was wir zusammen machen, für ein großes Vertrauen“, sagte Rose. Blauäugig ist der plötzlich Glücklose und Ratlose freilich nicht: „Ich weiß auch, dass wir in einem Bereich arbeiten, wo es vor allem um Ergebnisse geht.“

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Selbst die glücklichen Augsburger Sieger staunten, dass es zur Pause nicht „0:1, 0:2, 0:3“ gegen sie hieß, wie Angreifer Marco Richter sagte. Er hatte das wichtige 2:1 erzielt, Ruben Vargas und André Hahn trafen außerdem für Augsburg. „Ein paar harte Worte“, die laut Torwart Rafal Gikiewicz zur Pause in der FCA-Kabine gewechselt wurden, entfachten eine bemerkenswerte Wirkung auf dem Spielfeld.

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Der FCA kann nach dem wichtigen Dreier hoffnungsvoll einem elften Bundesligajahr entgegenblicken, während die Borussia gerade alles zu verspielen scheint, auch einen erneuten Europapokalplatz. Auf die Tabelle brauche man nicht zu gucken, beschied Kapitän Stindl: „Unser primäres Ziel ist, mal wieder ein Spiel zu gewinnen.“

Marco Rose: „Wir sollten da keine Wunderdinge von uns erwarten“

Aber wann? Und gegen wen? Der gefrustete Rose sprach von einer „harten Phase“, die er gerade auf seiner Gladbacher Abschiedstournee erlebt. Nächster Gegner ist gleich am Dienstag Manchester City, „die Mannschaft, die am besten in Form ist in Europa“, wie Rose seufzte.

Das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League in Budapest passe ihm gerade „nicht richtig in den Kram“, wie Rose erstaunlich offen bemerkte. „Wir sollten da keine Wunderdinge von uns erwarten“, sagte der Trainer-Realo angesichts der 0:2-Hypothek aus dem verlorenen Hinspiel. Roses Gedanken kreisen schon um das übernächste Spiel, dem am kommenden Samstagabend: „Wir haben im Moment andere Themen. Wir spielen als nächstes in der Bundesliga auf Schalke – ein wichtiges Spiel.“

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Quelle: dpa