Borussia Mönchengladbach Fans
Foto: Filippo Monteforte/AFP

Nach dem Europa-League-Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen AS Rom hat es Probleme beim Auslass der deutschen Fans aus dem Olympiastadion gegeben. Für die Mönchengladbacher ist es beim zweiten Auswärtsspiel in der Europa League der zweite Zwischenfall mit Sicherheitskräften.

Nach Angaben des Fußball-Bundesligisten wurden nach der Partie am Donnerstagabend einige Anhänger und ein Mitarbeiter des Vereins in Polizeigewahrsam genommen und an der Abreise aus Rom gehindert.

Wie die Borussia am Freitagmittag bestätigte, hatte der Vereinsmitarbeiter zu Dokumentationszwecken das Vorgehen der italienischen Sicherheitskräfte im Gladbacher Fanblock im Olympiastadion mit seinem Handy gefilmt. Die Polizei in Rom wollte sich zu den Vorgängen auf Anfrage zunächst nicht äußern und verwies auf eine offizielle Mitteilung im Laufe des Tages.

„Nach unseren Erkenntnissen und zu unserem Bedauern sind der italienische Ordnungsdienst und die Polizei mit für deutsche Verhältnisse überzogener Härte vorgegangen. Warum dies so war, können wir im Moment nur mutmaßen“, sagte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers.

Zuvor hatten die rund 7000 Fans bis eine Stunde nach Spielende im Gästeblock ausharren müssen, ehe sie den Bereich verlassen durften. Die Vereinsführung hatte versucht, über die Uefa Einfluss auf das Vorgehen der italienischen Sicherheitsdienste zu nehmen. Die Mannschaft konnte schließlich erst weit nach Mitternacht die Rückreise antreten.

Auch schon Ärger in Istanbul

Schon beim Auswärtsspiel in Istanbul hatte es Probleme mit den türkischen Sicherheitskräften gegeben, weil Fahnen der Gladbach-Fans konfisziert und Borussen-Anhänger des Stadions verwiesen worden waren.

Unter anderem waren den rund 1400 Gladbacher Anhängern Fahnen abgenommen worden, auf denen das Stadtwappen Mönchengladbachs gedruckt war. Dies enthält ein Kreuz, was die türkische Polizei als christliches Symbol nicht im Fatih-Terim-Stadion haben wollte.

„Das ist sicherlich respektlos auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber einfach so weit weg. Das hätten wir uns niemals vorstellen können, auch auf anderen Reisen nicht“, monierte Schippers. „Zum Teil wurden Fans mit Trikots des Stadions verwiesen. Das war nicht gut und das war auch nicht angekündigt. Das war nicht gut im Ablauf und im Handling und deshalb wollen wir uns mit der Uefa noch mal ins Benehmen setzen.“

Sportdirektor Max Eberl hatte damals massiv über das Vorgehen der Polizei geschimpft und unter anderem von einer „Polizeidiktatur“ gesprochen.

Quelle: dpa