1899 Hoffenheim - Bayern München
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Das kuriose Ballgeschiebe von Hoffenheim und Bayern als Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung stellt auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor neue Herausforderung. Bisher kam es in mehreren Spielen zu den ersten beiden Stufen des sogenannten Drei-Stufen-Plans, die dritte Stufe wäre ein Spielabbruch. Wie würden solche Partien gewertet werden?

Der DFB beschreibt dazu in seinen Regeln sowie in der Rechts- und Verfahrensordnung mehrere Konstellationen:

Fall 1: „Wird ein Bundesspiel ohne Verschulden beider Mannschaften vorzeitig abgebrochen, so ist es an demselben Ort zu wiederholen.“

Beispiel: Im April 2008 wurde die Bundesliga-Partie zwischen Nürnberg und Wolfsburg wegen zu starken Regenschauers abgebrochen. Eine Wiederholung erfolgte wenige Tage später ebenfalls in Nürnberg.

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Fall 2: „Trifft eine Mannschaft oder ihren Verein oder beide Vereine ein Verschulden an dem Spielabbruch, ist das Spiel dem oder den Schuldigen mit 0:2 Toren für verloren, dem Unschuldigen mit 2:0 Toren für gewonnen zu werten.“

Beispiel: Dieser Fall ist jüngst im Nachwuchsfußball eingetreten, als eine B-Jugend von Hertha BSC geschlossen das Feld verließ, nachdem sie eine rassistische Beleidigung von einem ihrer Spieler beklagten. Das Spiel wurde gegen die Hauptstädter gewertet.

Ähnliches hätte wohl auch dem FC Bayern gedroht, wenn die Hassplakate gegen Mäzen Dietmar Hopp am Samstag für einen Abbruch gesorgt hätten. Dass Bayern zu dem Zeitpunkt 6:0 in Führung lag, spielt deswegen keine Rolle, weil die Bayern-Fans sich das Fehlverhalten erlaubten. Kurios: Laut der Rechtsordnung kann es aber auch zwei Verlierer geben, wenn beide am Spielabbruch schuld sind.

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Fall 3: „Hat der Unschuldige im Zeitpunkt des Abbruchs ein günstigeres Ergebnis erzielt, so wird dieses Ergebnis gewertet.“

Beispiel: Dies wäre am Wochenende eingetreten, wenn beispielsweise Verfehlungen von Hoffenheim-Fans zu einem Spielabbruch geführt hätten. Die Partie wäre dann nicht mit 2:0, sondern mit 6:0 für den FC Bayern gewertet worden.

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In den Fußball-Regeln des DFB heißt es zum Spielabbruch, dieser solle „nur erfolgen, nachdem alle zumutbaren Mittel, das Spiel fortzusetzen, erschöpft sind“. Gemäß Drei-Stufen-Plan, der in Sinsheim am Samstag und bei Union Berlin gegen Wolfsburg am Sonntag bis zu Stufe zwei angewandt wurde, löst ein solches Szenario die Stufe drei aus.

Quelle: dpa