Foto: dpa/Armin Weigel
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Die achte Fußball-WM der Frauen verspricht ein Spektakel zu werden. Rekordweltmeister USA gehört zum Kreis der Titelanwärter. Auch die deutsche Mannschaft traut sich viel zu.

Neun Spielorte, 24 Mannschaften, 31 Tage, 52 Spiele – die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich wird ein Mammutturnier. Vier Jahre nach dem dritten Titelgewinn von Rekordsieger USA machen sich so viele Teams wie noch nie Hoffnungen auf die Trophäe beim achten Weltturnier vom 7. Juni bis 7. Juli. Wir haben die wichtigsten Infos gesammelt:

Wo könnt ihr die FIFA-Fußball-WM sehen?

ARD und ZDF haben die Übertragungsrechte und berichten von sämtlichen 52 Spielen aus allen Gruppen und den K.o.-Partien im Wechsel. 18 der 48 Vorrunden-Spiele übertragen die Sender exklusiv im Stream bei ZDFsport.de beziehungsweise sportschau.de. Ab dem Achtelfinale ist die Übertragungsverteilung noch nicht final entschieden. Was aber bereits klar ist: Das Spiel um Platz drei gibt es im ZDF, das Finale am 7. Juli in der ARD zu sehen. Zudem zeigt Streamingdienst DAZN insgesamt 26 WM-Spiele: pro Spieltag in der Gruppenphase und im Achtelfinale jeweils ein Spiel, ab dem Viertelfinale dann alle Begegnungen.

Wer kommentiert die WM?

Stefanie Baczyk und Bernd Schmelzer sind für die ARD im Einsatz. Dazu kommen Jan Neumann und Florian Eck, die bei sportschau.de das Sagen haben. Moderator Claus Lufen und Expertin Nia Künzer präsentieren derweil die Vor- nd Nachberichterstatung.

Im ZDF sitzen Norbert Galeske, Claudia Neumann und Béla Réthy am Mikro. Martin Schneider, Gari Paubandt und Michael Krämer kommentieren die Partien auf zdf.de. Moderiert werden die ZDF-Sendungen von Sven Voss, der von früheren Nationalspielerinnen wie Lira Alushi, Kim Kulig und Celia Sasic Unterstützung erhält.

Die deutschen Spiele und Termine im Überblick

  • Samstag, 8. Juni (15 Uhr) in Rennes – Deutschland – China (ARD) 1:0
  • Mittwoch, 12. Juni (18 Uhr) in Valenciennes – Deutschland – Spanien (ZDF) 1:0
  • Montag, 17. Juni (18 Uhr) in Montpellier – Südafrika – Deutschland (ARD) 0:4

Mit drei Siegen aus drei Spielen haben die deutschen Frauen souverän das Achtelfinale erreicht.

  • Achtelfinale: Samstag, 22. Juni (17.30 Uhr) in Grenoble – Deutschland – Nigeria (ZDF/DAZN) 3:0

Weiter geht es für die DFB-Frauen im Viertelfinale:

  • Viertelfinale: Samstag, 29. Juni (18.30 Uhr) in Rennes – Deutschland – Sieger Paris (offen)

Der deutsche Kader

Bundestrainerin: Martina Voss-Tecklenburg (22. Dezember 1967)

Tor:

Almuth Schult – 9. Februar 1991, Größe: 1,80 m, Verein: VfL Wolfsburg, Erfolge: Olympiasiegerin 2016, Europameisterin 2013, Champions-League-Siegerin 2014, deutsche Meisterin 2014, 2017, 2018, 2019 DFB-Pokalsiegerin 2015, 2016, 2017, 2018, U20-Weltmeisterin 2010

Laura Benkarth – 14. Oktober 1992, Größe: 1,73 m, Verein: Bayern München, Erfolge: Olympiasiegerin 2016, Europameisterin 2013, U20-Weltmeisterin 2010

Merle Frohms – 28. Januar 1995, Größe: 1,73 m, Verein: SC Freiburg, Erfolge: Champions-League-Siegerin 2013, 2014, deutsche Meisterin 2013, 2014, 2017, 2018, DFB-Pokalsiegerin 2013, 2015, 2016, 2017, 2018, U20-Weltmeisterin 2014

Abwehr:

Carolin Simon – 24. November 1992, Größe: 1,73 m, Verein: Olympique Lyon, Erfolge: französische Meisterin 2019, französische Pokalsiegerin 2019, U19-Europameisterin 2011

Kathrin Hendrich – am 6. April 1992, Größe: 1,74 m, Verein: Bayern München, Erfolge: Champions-League-Siegerin 2015, U19-Europameisterin 2011

Leonie Maier – 29. September 1992, Größe: 1,63 m, Verein: Bayern München, Erfolge: Olympiasiegerin 2016, Europameisterin 2013, deutsche Meisterin 2015, 2016, U19-Europameisterin 2011

Marina Hegering – 17. April 1990, Größe: 1,70 m, Verein: SGS Essen, Erfolge: U20-Weltmeisterin 2010, UEFA-Cup-Siegerin 2009, DFB-Pokalsiegerin 2009, 2010

Lena Goeßling – 8. März 1986, Größe: 1,71 m, Verein: VfL Wolfsburg, Erfolge: Olympiasiegerin 2016, Europameisterin 2013, Champions-League-Siegerin 2013, 2014, deutsche Meisterin 2013, 2014, 2017, 2018, 2019, DFB-Pokalsiegerin 2013, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019

Johanna Elsig – 1. November 1992, Größe: 1,78 m. Verein: Turbine Potsdam. Vorherige Vereine: Bayer Leverkusen, FC Düren-Niederau. Erstes Länderspiel: 9. April 2017 in Erfurt gegen Kanada. Länderspiele: 12. Tore: Keine. Erfolge: U19-Europameisterin 2011

Giulia Gwinn – 2. Juli 1999, Größe: 1,70 m, Verein: SC Freiburg, Erfolge: U17-Europameisterin 2016

Sara Doorsoun – 17. November 1991, Größe: 1,72 m, Verein: VfL Wolfsburg

Mittelfeld und Angriff:

Lena Oberdorf – 19. Dezember 1991, Größe: 1,74 m, Verein: SGS Essen, Erfolge: U17-Europameisterin 2017

Lea Schüller – 12. November 1997, Größe: 1,73 m, Verein: SGS Essen

Svenja Huth – 25. Januar 1991, Größe: 1,63 m, Verein: Turbine Potsdam, Erfolge: Olympiasiegerin 2016, Europameisterin 2013, Champions-League-Siegerin 2008, 2015, deutsche Meisterin 2008, DFB-Pokalsiegerin 2007, 2008, 2011, 2014, U20-Weltmeisterin 2010

Dzsenifer Marozsan – 18. April 1992, Größe: 1,72 m, Verein: Olympique Lyon, Erfolge: Olympiasiegerin 2016, Europameisterin 2013, Champions-League-Siegerin 2015, 2017, U20-Weltmeisterin 2010, DFB-Pokal-Siegerin 2011, 2014, französische Meisterin 2017, 2018, 2019, französische Pokalsiegerin 2017, 2019

Alexandra Popp – 6. April 1991, Größe: 1,74 m, Verein: VfL Wolfsburg, Erfolge: Olympiasiegerin 2016, UEFA-Cup-Siegerin 2009, Champions-League-Siegerin 2013, 2014, deutsche Meisterin 2013, 2014, 2017, 2018, 2019, DFB-Pokalsiegerin 2013, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, U20-Weltmeisterin 2010

Sara Däbritz – 15. Februar 1995, Größe: 1,71 m, Verein: Bayern München, Erfolge: Olympiasiegerin 2016, Europameisterin 2013, deutsche Meisterin 2016, U20-Weltmeisterin 2014

Linda Dallmann – 2. September 1994, Größe: 1,58 m, Verein: SGS Essen, Erfolge: U20-Weltmeisterin 2014

Verena Schweers – 22. Mai 1989, Größe: 1,73 m, Verein: Bayern München, Erfolge: Champions-League-Siegerin 2013, 2014, deutsche Meisterin 2013, 2014, DFB-Pokalsiegerin 2013, 2015, 2016

Melanie Leupolz – 14. April 1994, Größe: 1,73 m, Verein: Bayern München, Erfolge: Olympiasiegerin 2016, Europameisterin 2013, deutsche Meisterin 2015, 2016

Klara Bühl – 7. Dezember 2000, Größe: 1,72 m, Verein: SC Freiburg, Erfolge: U17-Europameisterin 2016

Lina Magull – 15. August 1994, Größe: 1,66 m, Verein: Bayern München, Erfolge: Champions-League-Siegerin 2013, 2014, deutsche Meisterin 2013, 2014, DFB-Pokalsiegerin 2013, 2015, U20-Weltmeisterin 2014

Turid Knaak – 24. Januar 1991, Größe: 1,66 m, Verein: SGS Essen, Erfolge: DFB-Pokalsiegerin 2009, 2010, U20-Weltmeisterin 2010

Die Spielorte und Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft

  • Grenoble, Stade des Alpes, Kapazität: 20.068 Zuschauer
  • Le Havre, Stade Oceane, Kapazität: 25.198
  • Lyon, Parc Olympique Lyonnais, Kapazität: 61.556 Zuschauer
  • Montpellier, Stade de la Mosson, Kapazität: 32.932 Zuschauer
  • Nizza, Allianz Riviera, Kapazität: 35.624 Zuschauer
  • Paris, Parc de Princes, Kapazität: 44.283 Zuschauer
  • Reims, Stade Auguste-Delaune, Kapazität: 21.684 Zuschauer
  • Rennes, Roazhon Park, Kapazität: 29.778 Zuschauer
  • Valenciennes, Stade du Hainaut, Kapazität: 24.926 Zuschauer

Wer gehört zu den WM-Favoriten?

Neben den USA gehört vor allem Gastgeber Frankreich zu den Favoriten, gefolgt von England und Deutschland. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg verspricht: „Wenn wir unsere Leistung auf dem Platz bringen, kommen wir auch sehr weit.“

Übrigens: Vier Nationen feiern ihre WM-Premiere: Südafrika, Chile, Jamaika und Schottland. Das US-Team um Stürmerstar Alex Morgan geht als Titelverteidiger ins Rennen. Doch die Dominanz früherer Jahre dürfte der Weltranglisten-Erste nicht mehr haben.

Wer sind die internationalen Stars?

Die sechsmalige Weltfußballerin Marta aus Brasilien wird auch bei ihrer fünften WM-Teilnahme für Fußball-Feinkost sorgen. Bei den mit Stars gespickten USA stehen Torjägerin Alex Morgan und Wirbelwind Megan Rapinoe oft im Mittelpunkt. Und die 1,87 Meter lange Abwehrchefin Wendie Renard ist das Gesicht der Mannschaft von Gastgeber Frankreich. Nicht dabei ist die mit dem Ballon d’Or ausgezeichnete Torjägerin Ada Hegerberg, die zurückgetreten ist.

Deutsche Frauen mit provokantem Werbespot

Vor der WM wurde ein Werbe-Video veröffentlicht, mit dem die Spielerinnen auf die WM und sich aufmerksam machen möchten und darin versuchen, mit Vorurteilen aufräumen.

Spielplan der Frauenfußball-WM 2019 im Überblick

>>> Hier geht’s zum Spielplan im Überblick

Was bekommen die deutschen Frauen an Prämien?

Sollte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen bei der Weltmeisterschaft in Frankreich den WM-Titel gewinnen, bekäme jede Spielerin eine DFB-Prämie von 75.000 Euro – so viel wie nie zuvor. Die leistungsbezogene Regelung sieht vor, dass der WM-Triumph mit 65.000 Euro honoriert wird, dazu käme ein Bonus von 10.000 Euro für die erfolgreiche Olympia-Qualifikation.

Zum Vergleich: Die Männer hätten für den WM-Gewinn 2018 in Russland pro Spieler 350.000 Euro eingestrichen, gingen nach dem Vorrunden-Aus aber leer aus. Der Viertelfinal-Einzug wäre mit 75.000 Euro belohnt worden, exakt der Summe, die die Frauen nun für den Titel bekämen.

Um sich die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio zu sichern, muss das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zu den drei besten europäischen Teams beim WM-Turnier vom 7. Juni bis 7. Juli gehören. Die Olympia-Prämie von 10.000 Euro bekäme der Olympiasieger von Rio de Janeiro 2016 unabhängig von der Endplatzierung.

Der Mannschaftsrat um Alexandra Popp und der DFB haben sich darüber hinaus auf folgende Prämien geeinigt: Für WM-Platz zwei bekäme jede Akteurin 40.000 Euro, der dritte Rang wäre 30.000 Euro wert. Platz vier würde mit 25.000, das Viertelfinale mit 10.000 Euro honoriert.

Seit dem ersten WM-Triumph 2003 sind die Prämien für die Frauen deutlich gestiegen, auch wenn sie nicht an die Verdienste der Männer herankommen. Damals bekamen Birgit Prinz und Co. jeweils 15.000 Euro für den Titel, 2007 in China waren es schon 50.000 Euro. Für den Sieg bei der Heim-WM 2011 hatte der DFB 60.000 ausgelobt, in Kanada 2015 wäre jede Spielerin mit 65.000 Euro belohnt worden.

Die Rekorde der WM-Endrunden

  • Rekord-Titelträger: USA (1991, 1999, 2015)
  • Meiste WM-Teilnahmen: Formiga (Brasilien), Homare Sawa (Japan/beide sechs)
  • Höchster Sieg: Deutschland – Argentinien 11:0 (2007)
  • Höchste Zuschauerzahl: USA – China (5:4 i.E. in Pasadena), WM 1999, 90.185 Zuschauer
  • Die meisten Tore in einem Spiel: Michelle Akers (USA) traf 1991 fünfmal gegen Taiwan, Endstand: 7:0
  • Beste Torjägerin bei einem Turnier: Michelle Akers (USA/zehn Treffer bei der WM 1991)
  • Beste Torjägerin insgesamt: Marta (Brasilien/15 Treffer), Birgit Prinz und Abby Wambach (USA/beide 14)
  • Älteste eingesetzte Spielerin: Christie Pearce (ehemals Rampone/USA) mit 39 Jahren und 357 Tagen bei der WM 2015 (1:0 gegen Nigeria)
  • Älteste Torschützin: Formiga (Brasilien) mit 37 Jahren und 98 Tagen bei der WM 2015 in Kanada
  • Jüngste eingesetzte Spielerin: Ifeanyi Chiejine (Nigeria) mit 16 Jahren und 34 Tagen bei der WM 1999 gegen Nordkorea
  • Jüngste Torschützin: Jelena Danilowa (Russland) mit 16 Jahren und 96 Tagen bei der WM 2003