Frank Buschmann
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Sky-Kommentator Frank Buschmann durfte in der Samstagskonferenz das Revierderby zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund kommentieren. Nachdem er eine Übergabe verpatzt hatte, geriet er in den Sozialen Netzwerken ins Kreuzfeuer – und teilte dann selbst gegen einen Kritiker aus. Inzwischen hat sich auch sein Arbeitgeber geäußert.

Kurz vor der Halbzeit sollte Buschmann vom Derby nach Paderborn abgeben, wo der SCP gegen Fortuna Düsseldorf spielte. Die Übergabe zu Kommentator-Kollege Holger Pfandt dauerte allerdings etwas länger: „Ich überlege gerade eine Überleitung, wie ich von David Wagner zu Holger Pfandt nach Paderborn komme“, sagte Buschmann, nachdem er zuvor über den Schalke-Trainer gesprochen hatte, und schwadronierte weiter: „Ich bin sicher, Holger Pfandt hat auch schon mal ein Spiel von David Wagner kommentiert. Boah, das ist die schlechteste Überleitung aller Zeiten.“

Besser wurde die Überleitung auch dadurch nicht, was im Anschluss passierte – im Gegenteil. Als die Übergabe nämlich endlich durchgezogen wurde, sahen die Sky-Zuschauer jubelnde Paderborn-Fans. Wenige Sekunden zuvor hat Abdelhamid Sabiri die Hausherren nämlich mit einem Traumtor in Führung geschossen. Kommentator Pfandt brachte auf den Punkt, was viele Zuschauer dachten: „Hättest Du nicht so lange rumgeeiert, hätten wir es live gesehen.“

Sind solch kleine Spitzen unter Sky-Kommentatoren nichts Ungewöhnliches, echauffierte sich Buschmann im Anschluss eher über seine Kritiker im Netz. Twitter-User „@Juleey7“ schrieb im Sozialen Netzwerk: „Danke Frank Buschmann. Vielen Dank“. Für den Kommentator war das Grund genug, seinem Kritiker Alkoholkonsum zu unterstellen: „Hast du getrunken?“, giftete Buschmann zurück und fügte an: „Wir sehen nicht, was im anderen Stadion passiert! Geht mir das auf den Sack mit der Nölerei!“

Der 54-Jährige heizte die Diskussion auf Twitter damit weiter an. Einige User werfen ihm vor, unprofessionell zu sein. „Wer oft austeilt, sollte auch einstecken können“ oder „Oh, da ist aber jemand dünnhäutig“, heißt es beispielsweise. Auf Buschmanns Suff-Vorwurf eingehend meint ein anderer: „Wow, wie souverän! Ganz ehrlich: Ihre langatmige, selbstverliebte Art ist auch fast nur angetrunken zu ertragen.“

Kurz darauf meldete sich Buschmann in einem Videostatement zu Wort und räumte ein: „Ja, es war eine zu lange, unlustige und vor allem selbstironische Übergabe von Dortmund rüber nach Paderborn“, legte aber am Ende noch einmal gegen seine Kritiker nach. Er wehre sich eben auch mal mit einem Spruch. Was er von sich gegeben hat, sei bei Weitem nicht so unter der Gürtellinie gewesen „wie vieles andere, was hier so passiert im Netz. Daraus jetzt so ein Ding zu machen, wie es einige versuchen, ist erbärmlich.“

Mittlerweile hat sich auch „Sky“ auf Anfrage der „Bild“ zum Vorfall geäußert: „Frank Buschmann ist einer der renommiertesten und beliebtesten Kommentatoren im Sport, auch und gerade wegen seiner Emotionalität. Über die Wortwahl im Bereich Social Media lässt sich seit jeher streiten“, so der Sender. Weiter heißt es: „Sie ist sehr häufig auch der Situation geschuldet und schießt manchmal über das Ziel hinaus. Frank selbst hat seine Überleitung als zu lang, vor allem aber als selbstironisch bezeichnet. Ausgeprägte Aktivitäten auf Twitter und Co sind eines seiner Markenzeichen, es liegt ihm aber fern, Zuschauer zu beleidigen.“