FC Schalke 04 - Trainer David Wagner
Foto: Matthias Balk/dpa

Der FC Schalke 04 trennt sich von Trainer David Wagner. Das teilt der Verein am Sonntag mit. Schalke hatte mit zwei Niederlagen und 1:11 Toren den schlechtesten Saisonstart der Liga-Historie hingelegt.

Nach dem schlechtesten Saisonstart in der Liga-Historie hat der FC Schalke 04 Trainer David Wagner freigestellt. Das verkündete der Fußball-Bundesligist am Sonntagmorgen. Ein Nachfolger für den 48-Jährigen wurden noch nicht benannt.

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Als Kandidaten gelten der ehemalige Mainzer Sandro Schwarz, der frühere Augsburger Manuel Baum, der Ex-Stuttgarter Alexander Zorniger und die Schalker Spieler-Ikone Marc Wilmots. Auch Ex-Trainer Ralf Rangnick wird als Kandidat genannt. Und Rangnick dementierte zumindest am Sonntagmorgen bei „Sky90“ nicht. Aber, seht euch den Clip selbst an:

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„Ich bin seit acht Wochen frei. Wenn ich jetzt sagen würde, Schalke interessiert mich überhaupt nicht, würde ich lügen“, sagte Rangnick am Sonntag bei „Sky90“: „Im Moment fällt es mir schwer, mir vorzustellen, ein drittes Mal dort hinzugehen. Aber im Fußball nie sagen, ist schwer.“

Der 62 Jahre alte Rangnick hatte Schalke 2004/05 und im Jahr 2011 trainiert. Zuletzt war er bis Ende Juli Head of Sport and Development Soccer bei Red Bull.

Er habe unter der Woche mit Schalkes Sportchef Jochen Schneider telefoniert, den er aus gemeinsamen Zeiten in Leipzig kennt. „Ich habe ihn gefragt, wie es ihm geht und ihm die Daumen für das Spiel gedrückt“, sagte Rangnick. Die Trennung von Wagner tue ihm „leid für David, aber wenn du von 18 Spielen sechs unentschieden spielst und zwölf verlierst, hast du keine Argumente. Von daher kann ich das schon nachvollziehen.“ Er glaube aber, dass es „bei Schalke perspektivisch mit einem Trainer-Wechsel nicht getan ist. Ich glaube, dass Schalke schauen muss, wie sie sich für die Zukunft aufstellen, um in zwei oder drei Jahren wieder zur Top acht in Deutschland zu gehören.“

Wilmots sagt nichts zum Thema Rückkehr zum FC Schalke 04

Der frühere „Eurofighter“ Marc Wilmots hat sich zu Gerüchten über eine Rückkehr als Trainer zum FC Schalke 04 bedeckt gehalten. Er habe beim 1:3 am Samstag gegen Werder Bremen, das Trainer David Wagner den Job kostete, vor dem Fernseher „mitgefiebert und mitgelitten“, sagte der 51-Jährige dem „Weser-Kurier“: „Ich habe in den letzten Tagen auch viele Nachrichten von Schalkern erhalten, was mich sehr gefreut hat. Mehr werde ich zu Ihrer Frage nicht sagen, aus Respekt vor meinem Kollegen und früheren Mitspieler David Wagner. Das gehört sich nicht.“

Wilmots war von 1996 bis 2000 Spieler in Gelsenkirchen und Teil des legendären Teams, das 1997 den UEFA-Cup gewann. Als Trainer war er zuletzt für die Nationalmannschaften seines Heimatland Belgiens (2012 bis 2016) sowie der Elfenbeinküste (März bis November 2017) und des Iran (Mai bis Dezember 2019) zuständig.

Dass er zu einem früheren Zeitpunkt mit Schalke schon mal über ein Engagement als Trainer gesprochen hat, räumte Wilmots ein. Dem Gerücht, er sei zu teuer gewesen, trat er entgegen. „Wir haben bei unseren Gesprächen damals nie über Geld gesprochen, sondern über Inhalte, über den Kader und über Ziele“, sagte er.

Wagner ist erst der vierte Trainer, der nach zwei Spielen gehen muss

„Wir alle hatten gehofft, dass wir die sportliche Wende zusammen mit David Wagner schaffen können. Leider haben die ersten beiden Spieltage der neuen Saison nicht die dafür notwendigen Leistungen und Resultate erbracht“, erklärte Sportvorstand Jochen Schneider: „Wir haben uns daher dazu entschlossen, den Weg des personellen Neuanfangs zu gehen. Diese Entscheidung ist uns trotz der enttäuschenden Ergebnisse alles andere als leichtgefallen.“ Mit Wagner müssen auch seine Assistenten Christoph Bühler und Frank Fröhling gehen.

Wagner ist in der 58. Bundesliga-Saison erst der vierte Trainer nach Rinus Michels (Köln 1983), Morten Olsen (Köln 1995) und Dieter Hecking (Hannover 2009), der schon nach dem zweiten Spieltag entlassen wird. Wagner, der von 1995 bis 1997 Profi auf Schalke war, hatte noch einen Vertrag bis 2022. Noch nie in der Bundesliga-Geschichte war ein Team schlechter gestartet als Schalke nun mit null Punkten und 1:11 Toren aus zwei Spielen.

Mitte Januar hatten sie dem im Sommer geholten Trainer auf Schalke noch zugejubelt. Nach dem 2:0 zum Rückrunden-Auftakt gegen Gladbach war Schalke Fünfter – punktgleich mit Erzrivale Dortmund und drei Punkte hinter den zweitplatzierten Bayern. Wagner schien Schalke verstanden und wiederbelebt zu haben. Seitdem hat Schalke kein Spiel mehr gewonnen.

Nach dem 0:8 zum Auftakt beim FC Bayern München war Sportchef Jochen Schneider schon von Wagner abgerückt und hatte keine Job-Garantie mehr gegeben. Direkt nach dem 1:3 gegen Bremen mit ebenfalls ernüchternder Leistung hatte Schneider nichts sagen wollen. Wagner musste spätestens da klar sein, was ihm blüht.

Quelle: dpa