FC Schalke 04: Fans starten Online-Petition – kommt Ralf Rangnick?

An den Bundesliga-Klassenerhalt des FC Schalke 04 glauben nach der 0:5-Klatsche in Wolfsburg nur noch die allergrößten Optimisten. Stattdessen dreht sich alles um den Namen Ralf Rangnick. Fans haben nun eine Online-Petition ins Leben gerufen, die seine Verpflichtung als Sportvorstand fordert – und bereits zahlreiche Unterstützer hat.
Ralf Rangnick 2019
Foto: Jan Woitas/dpa

Kommt er oder kommt er nicht? Die mögliche Rückkehr von Ralf Rangnick als künftiger Sportvorstand überlagert beim FC Schalke 04 längst alle anderen Themen. Doch noch an eine sportliche Rettung in der Fußball-Bundesliga zu glauben, verbietet sich spätestens seit dem 0:5 (0:1) beim VfL Wolfsburg, bei dem auch der Effekt des vierten Trainerwechsels in dieser Saison schon nach dem zweiten Spiel unter Dimitrios Grammozis auf beinahe bemitleidenswerte Weise verpuffte. Also dreht sich alles nur noch um die Frage, wer im Sommer den sportlichen Neuaufbau betreiben und den Club aus seiner nicht enden wollenden Abwärtsspirale befreien soll.

Für die meisten Fans ist die Antwort offenbar klar: Ralf Rangnick. Nach übereinstimmenden Medienberichten möchte eine Gruppe einflussreicher Schalke-Unterstützer aus Wirtschaft und Politik den 62-jährigen Rangnick nach dieser Saison als Sportchef zu dem Verein zurückholen, für den er bereits von 2004 bis 2005 sowie im Jahr 2011 als Trainer arbeitete. Dabei helfen soll eine Online-Petition, die noch am Freitagabend ins Leben gerufen wurde und Rangnicks Verpflichtung als Sportvorstand fordert. Bis Sonntagmittag fand sie bereits mehr als 33.000 Unterstützer.

FC Schalke 04 will lieber Krösche – aber der sagt ab

Womöglich wird dieses Stimmungsbild an der Basis auch den Aufsichtsrat beeindrucken. Denn dort gab es nach Informationen von „Bild“ und der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ einen heftigen Streit über die mögliche Rangnick-Rückkehr. Den Berichten zufolge wollte der Aufsichtsrats-Chef Jens Buchta lieber Markus Krösche engagieren, der 2019 pikanterweise Rangnick als Sportdirektor bei RB Leipzig ablöste. Doch das hat sich offenbar erledigt. „Ich stehe nicht zur Verfügung“, sagte Krösche im Gespräch mit „Bild“.

Rangnick dagegen soll nach übereinstimmenden Medienberichten bereit zu einer Schalke-Rückkehr sein. Warum viele Anhänger ihn beinahe schon wie einen Erlöser herbeisehnen, liegt dabei auf der Hand. Der 62-Jährige arbeitete zuletzt zwar für RB Leipzig und 1899 Hoffenheim und damit für zwei Gebilde, die emotional betrachtet den maximal denkbaren Kontrast zu einem Club wie S04 darstellen. Aber er machte das mit großem Erfolg, einem klaren Plan und einer aus aktueller Schalker Sicht sehr verlockenden Kompromisslosigkeit.

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Aus seiner Zuneigung zu diesem Club hat Rangnick nie einen Hehl gemacht. Dass sich ein Mann, der nach dem Aus von Jogi Löw gerade als neuer Bundestrainer gehandelt wird und vor einem Jahr beinahe beim AC Mailand gelandet wäre, offenbar vorstellen kann, mit den Schalkern in die zweite Liga zu gehen, wärmt die Fanseele selbstverständlich auch.

Nur einem kann die aktuelle Entwicklung nicht gefallen: dem neuen Schalker Trainer Dimitrios Grammozis. Am Samstag in Wolfsburg war er der einzige Verantwortungsträger des Clubs, der permanent auf den Namen Rangnick angesprochen wurde und den natürlich nicht kommentierte. Ob der frühere Bundesliga-Profi beim Tabellenletzten nur eine Übergangs- oder eine Zukunftslösung ist, steht vor dem Hintergrund einer möglichen Rangnick-Rückkehr mehr denn je in Frage.

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Dazu musste Grammozis in seinem erst zweiten Spiel als Schalke-Trainer einen Auftritt mitansehen, der durch ein skurriles Eigentor von Shkodran Mustafi (31. Minute) zunächst in die falsche Richtung kippte und nach der Pause durch weitere Gegentore von Wout Weghorst (51.), Ridle Baku (58.), Josip Brekalo (64.) und Maximilian Philipp (79.) dramatisch den Bach runterging. „Man hat gemerkt, dass die vergangenen Monate Spuren in den Köpfen der Spieler hinterlassen haben“, sagte der Coach.

dpa