Robert Lewandowski stellt 40-Tore-Rekord von Gerd Müller ein – und vergibt eine Riesen-Chance

Robert Lewandowski vom deutschen Meister FC Bayern München hat Gerd Müllers Bundesliga-Rekord von 40 Treffern in einer Saison eingestellt. Er denkt im großen Moment an den "Bomber der Nation" – und die Mannschaft feiert ihn auf ganz spezielle Art und Weise.
Robert Lewandowski Gerd Müller
Foto Screenshot Sky

Jahrzehntelang galt dieser Rekord als ein Rekord für die Ewigkeit, doch jetzt hat Robert Lewandowski vom deutschen Meister FC Bayern München Gerd Müllers Bundesliga-Rekord von 40 Treffern in einer Saison eingestellt.

Der Weltfußballer erzielte am Samstag im Spiel beim SC Freiburg (2:2) in der 26. Minute per Elfmeter sein Saisontor Nummer 40 und egalisierte damit die Bestmarke aus der Spielzeit 1971/72.

Bayern München Robert Lewandowski 40. Saisontor

Der Schuss zum Rekord: Robert Lewandowski trifft vom Elfmeterpunkt und erzielt sein 40. Saisontor in der Bundesliga. Foto: Tom Weller/dpa

Er verwandelte einen Foulelfmeter sicher zum zwischenzeitlichen 1:0 der Bayern und feierte Gerd Müler bei seinem Treffer mit einem Gruß („4EVER GERD“) auf seinem T-Shirt:

Und dann feierten ihn noch seine Kollegen während des Spiels gebührend mit einem Spalier. Ein Gänsehaut-Moment:

„Souverän verwandelt. Hat er sich verdient, hat er sich erarbeitet. Glückwunsch zu diesem Rekord und dem 40. Tor“, sagte Lothar Matthäus in der Halbzeit beim Pay-TV-Sender „Sky“.

Für Lewandowski ist es ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere als Profi. Schon fünfmal war er Bundesliga-Torschützenkönig: 2014, 2016, 2018, 2019 und 2020. Seine bisherige Saisonbestmarke waren 34 Tore. „Es hilft nicht, wenn du es zu sehr willst“, hatte er vor einer Woche nach seinem Dreierpack beim 6:0 des deutschen Meisters gegen Borussia Mönchengladbach zu seiner Rekordjagd gesagt.

„Man sieht, dass er in einer grandiosen Form ist“, sagte Kapitän Manuel Neuer nach der Lewandowski-Show gegen Gladbach. Der herausragende Liga-Akteur weiß freilich, dass er für die Bestmarke nicht alleine verantwortlich ist. „Ich kann dankbar sein, dass ich so viele Vorlagen von meinen Kollegen bekomme“, bemerkte Lewandowski.

Eine Riesen-Chance auf den 41. Treffer ließ der Torjäger kurz vor Schluss mehr als großzügig liegen. Seine Reaktion verrät: Gegen den alleinigen Bundesliga-Rekord hätte er mit Sicherheit nichts einzuwenden gehabt:

Die erfolgreiche Rekordjagd ist auch deswegen besonders hoch zu bewerten, weil der Weltklasse-Angreifer nach einer Knieverletzung Ende März vier Bundesliga-Partien verpasst hatte. Lewandowski fehlte den Bayern auch schmerzlich beim Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain. Bei der Münchner 1:2-Niederlage in Mainz kehrte er vor drei Wochen auf den Platz zurück und erzielte sein 36. Saisontor.

Gerd Müller hat noch 89 Tore Vorsprung vor Robert Lewandowski

Mit nun 276 Bundesliga-Toren liegt der ehemalige Spieler von Borussia Dortmund hinter dem ehemaligen Bayern-Stürmer Müller (365 Tore) auf Platz zwei der ewigen Torschützenliste. Womöglich kann Lewandowski auch diese Bestmarke in den kommenden Jahren noch angreifen. Sein aktueller Vertrag in München läuft noch bis zum 30. Juni 2023.

Robert Lewandowski Bayern München

So feierten die Kollegen Robert Lewandowski nach seinem historischen 40. Treffer auf dem Spielfeld. Foto: Tom Weller/dpa

„Ich habe gedacht, der Rekord von Gerd Müller, den er vor grauer Steinzeit erzielt hat, wird nie mehr gebrochen“, hatte Karl-Heinz Rummenigge vor einer Woche nach dem Münchner 6:0 gegen Mönchengladbach gesagt. Der Bayern-Chef hat spätestens nach Lewandowskis Dreierpack an jenem Abend umgedacht. „Robert ist unglaublich ehrgeizig“, bemerkte Rummenigge.

Auch ehemalige Bayern-Legenden fieberten bei der großen Jagd nach der 40 mit. Und sie rühmen den programmierten neuen Rekordhalter. „Er hat so eine gigantische Qualität und obendrein eine Gier, wie ich sie in fünf Jahrzehnten nur vom Gerd kannte“, äußerte Müllers früherer Teamkollege Paul Breitner im Vereinsmagazin des FC Bayern.

„Gerd würde auf der Tribüne mit der Zunge schnalzen“

Der 69-jährige Breitner glaubt: „Wenn er könnte, dann würde Gerd heute auf der Tribüne sitzen und bei jedem Tor von Lewandowski mit der Zunge schnalzen.“ Der demenzkranke Müller (75) bekommt den Rummel um seine Bestmarke und den möglichen Nachfolger leider nicht mit.

Für den früheren Bayern-Torjäger Mario Gomez ist Lewandowski „der kompletteste Stürmer auf der Welt“. Der 35-Jährige beschreibt das Phänomen Lewandowski so: „Wir Stürmer wollen immer nur aufs Tor ballern. So sind wir einfach geboren. Für uns gibt es auf dem Platz kein geileres Gefühl, als ein Tor zu erzielen.“

Den früheren Münchner Champions-League-Gewinner Giovane Elber (48) beeindruckt das Repertoire des Bayern-Goalgetters der Gegenwart: „Es gibt keine wirklich typischen Lewandowski-Tore – weil er einfach alles kann!“

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40 Mal hat Lewandowski das diese Saison schon gezeigt.

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mit Agenturmaterial der dpa