Bayern-Profi David Alaba
Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

Die Aussagen von Uli Hoeneß im TV-Talk „Doppelpass“ von „Sport1“ über die Vertragsverhandlungen des FC Bayern München mit David Alaba und dessen Berater Pini Zahavi haben am Sonntag hohe Wellen geschlagen. Jetzt meldet sich die Gegenseite zu Wort. Und auch das in knackiger Form. Der Ton wird rauer, die Fronten wirken verhärtet. Eine Einigung rückt so natürlich in weite Ferne.

„Er hat einen geldgierigen Piranha als Berater“, hatte Uli Hoeneß über den 77 Jahre alten Zahavi, der angeblich für eine Unterschrift Alabas unter einen neuen Vertrag für sich selbst ein Honorar „im zweistelligen Millionenbereich“ verlange, gesagt. Und er legte noch nach: „Es geht wirklich nur um Geld und sonst gar nichts. David ist ja schon beim besten Verein der Welt.“

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Aussagen, die Zahavi logischerweise nicht unkommentiert lassen wollte. Im Gespräch mit dem TV-Sender „Sky Sport News HD“ dementierte er am Montag die von Hoeneß getätigten Aussagen und sagte: „Ich habe zu keinem Zeitpunkt detailliert über eine etwaige Provisionszahlung mit den Bayern-Verantwortlichen gesprochen.“

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„Das einzige Mal, dass dieses Thema auf den Tisch kam, war bei unserem Treffen in Lissabon. Dort fragte mich Hasan Salihamidzic, wie ich mir das vorstellen würde. Ich sagte ihm, dass wir zunächst an einer Einigung mit dem Spieler arbeiten sollten, ich aber nicht mehr als das Übliche fordern werde. Ich will nicht mehr bekommen, als andere Berater, die von Bayern Provisionszahlungen erhalten haben. Nochmal: Wir haben bisher nicht über Zahlen gesprochen!“, führte Zahavi weiter aus.

Alabas Vater über Hoeneß: „Schmutzige Lügen“

Noch deutlicher wurde Alabas Vater George: „Ich habe David als Jugendlichen zum FC Bayern gebracht. Über all die Jahre hinweg hatte ich mehrmals die Möglichkeit, David zu einem anderen Verein zu transferieren. Aber wir waren loyal und haben uns immer für einen Verbleib entschieden. Ich habe nicht damit gerechnet, dass der FC Bayern jetzt in der Öffentlichkeit schmutzige Lügen über Gehalts- und Provisionsforderungen streut.“

Doch Alabas Vater ist noch nicht fertig: „Zu behaupten, dass wir wegen einer solchen Zahlung bei Vertragsunterschrift nicht zu einer Einigung kommen, ist eine von diesen dreckigen Anschuldigungen. Und das alles nur, weil wir die von ihnen vorgelegten Zahlen nicht akzeptieren. Wir haben unsere eigenen Vorstellungen.“

Hoeneß hatte am Sonntagvormittag im TV verraten, dass der seit dem 16. Lebensjahr für den FC Bayern auflaufende Alaba einen Vier- oder Fünfjahresvertrag beim FCB erhalten soll. Der Verein will ihn aber nicht zum Spitzenverdiener machen, was wohl ein Jahressalär von über 20 Millionen Euro bedeuten würde. Es gehe auch darum, dass die Gehaltsstruktur nicht durcheinandergerate. Torjäger Robert Lewandowski (32) und Torhüter Manuel Neuer (34) seien „das Maß aller Dinge. Darüber geht nichts“, sagte Hoeneß deutlich.

>> Uli Hoeneß: „David Alaba hat einen geldgierigen Piranha als Berater“ <<

„Die letzten ein, zwei, drei Millionen Euro machen ihn nicht glücklicher“, sagte Hoeneß zu den Forderungen der Alaba-Partei. Alle im Verein hofften, dass der 28-Jährige bleibe. Alabas Vertrag beim Champions-League-Sieger läuft am 30. Juni 2021 aus, was den Poker stark beeinflusst. „Der Super-Gau wäre – und das ist das Ziel von Herrn Zahavi –, David nächstes Jahr vom FC Bayern ablösefrei loszulösen. Das muss der FC Bayern unbedingt verhindern“, sagte Hoeneß. Unter Trainer Hansi Flick ist der Österreicher vom einstigen Außenverteidiger zum anerkannten Abwehrchef aufgestiegen.

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Ob Hoeneß‘ Aussagen bei den Vertragsverhandlungen mit Alaba, dessen Berater und Vater hilfreich waren? Das darf getrost bezweifelt werden. Für Sportvorstand Hasan Salihamidzic wird die Aufgabe, den Vertrag mit Alaba zu verlängern, jedenfalls jetzt nicht einfacher.

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