Bundesliga-Reporter Ecki Heuser gegen die Bundesliga-Stars – die besten Interviews

Er bekommt die Verantwortlichen immer auf Betriebstemperatur! Für seine Interviews ist Reporter Ecki Heuser bereits seit vielen Jahrzehnten berühmt und berüchtigt – wir haben in die Geschichtsbücher geschaut und die besten Interviews herausgekramt.
Interview Reus Ecki Heuser
Foto: Screenshot YouTube/Interview Sky

Wer die Bundesliga intensiv verfolgt, kennt Ecki Heuser! Wenn es in der Liga heiß hergeht, ist der Field-Reporter nicht selten mittendrin – und das mittlerweile im vierten Jahrzehnt. Bei Heusers Interviews fahren die Stars immer wieder aus der Haut, wir zeigen euch ein Best-of!

In erster Linie schlägt seine Stunde nach Schlusspfiff: Die Beteiligten sind nach 90 Minuten emotional, die meisten würden die anschließenden Interviews am liebsten schnell mit inhaltsleeren Aussage hinter sich bringen.

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Heuser hakt aber nach, er fragt und fragt – mal bekommt er eine emotionale Reaktion, mal beenden die Interviewten das Gespräch einfach vorzeitig oder schweigen ihn einfach an. Mit Phrasen gibt sich Heuser aber nicht zufrieden – die meisten Verantwortlichen bringt er schon vor Anpfiff bei Interviews auf Betriebstemperatur.

Die von ihm geführten Interviews haben bereits zu „ran“-Zeiten auf SAT.1 für Gesprächsstoff unter Fußball-Fans gesorgt, nicht anders sah es bei „Sky“ aus. Beim Pay-TV-Sender war er häufig bei den Top-Spielen im Einsatz. Für viele Fußball-Fans eine überraschende Nachricht in der Sommerpause 2021: Heuser verlässt Sky!

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In unser Best-of-Heuser haben es Interviews aus vier Jahrzehnten Bundesliga-Geschichte geschafft – von Lothar Matthäus über Christoph Daum bis hin zu Marco Reus, aus allen hat Heuser eine emotionale Reaktion bekommen:

Marco Reus (Borussia Dortmund)

Nach einem 2:2 beim Auswärtsspiel in Frankfurt im September 2019 ist BVB-Kapitän Marco Reus beim Interview. Die Dortmunder kassierten kurz vor Schluss das Gegentor, das ihnen den Dreier kostete. Heuser hinterfragt die Mentalität der Borussia und bringt Reus damit völlig auf die Palme.

„Das geht mir so auf die Eier mit eurer Mentalitätsscheiße“, ist die sichtlich genervte Reaktion von Reus. „Ist das Ihr Ernst?“, fragt der Nationalspieler Heuser gleich hinterher. Auch zwei Jahre später sollte das Thema „Mentalität“ den BVB noch verfolgen. Als hätte Heuser es gewusst …

Marco Rose (Borussia Mönchengladbach)

Zehn Sekunden Schweigen in einem Live-Interview – Grund dafür war kein Ton-Problem, sondern ein möglicher Wechsel von Gladbach-Trainer Marco Rose nach Dortmund. Vor dem Derby gegen den 1. FC Köln im Februar 2021 wollte Rose über das Sportliche sprechen, Heuser über die Zukunft des Trainers.

„Sie schweigen“, stellt Heuser fest, um Roses Schweigen zu brechen. Er schaute zuvor etwas verdutzt drein und entgegnet dem Reporter dann ziemlich erregt: „Ja, Ecki, Mann, können wir jetzt zum Fußball kommen?“.

Dazu gehen die beiden dann auch über. Entsprechend gibt es noch ein versöhnliches „War schön mit dir über Fußball zu reden, Ecki“ von Rose. Der Borussia-Trainer erklärte im „Fußball“-Teil des Interviews noch: „Wenn wir gewinnen, ist der Rose der Meister der Rotation“ – und verlor das Derby.

David Wagner (FC Schalke 04)

Nach dem West-Duell Schalke 04 gegen Bayer Leverkusen im Juni 2020 machte der damalige S04-Trainer David Wagner Heuser zur Motivationshilfe für seine Truppe: „Nach Ihrer recht provokanten Frage haben Sie mir natürlich einen Riesengefallen getan, nachdem Sie Peter Bosz gefragt haben, ob man gegen so eine Mannschaft von Schalke, wenn man dann gewinnt, sich überhaupt freuen würde.“

Wagner erklärte weiter: „Sie haben sich nicht viele Schalker Freunde mit dieser Frage gemacht, aber uns hat’s geholfen.“ Anschließend verließ Wagner das Interview und ließ Heuser mitten im Satz stehen. Das Spiel ging übrigens 1:1 aus und Schalke sollte im Kalenderjahr 2020 kein Bundesliga-Spiel mehr gewinnen.

Rudi Völler (Bayer Leverkusen)

„Wir dürfen eins nicht vergessen, Herr Ecki Heuser. Ich habe Ihre Frage verstanden – wie immer, wenn Sie solche Fragen stellen“ – diese Reaktion von Rudi Völler in der Halbzeit eines Champions-League-Spiels der Leverkusener gegen den FC Barcelona kann man getrost als „klassischen Völler“ verbuchen.

Heuser kommt in der Folge gar nicht mehr zu Wort, Völler ist aber schon längst bedient. Das Interview endet mit Heusers „Ich danke Ihnen“ – Völler angefressen: „Ich Ihnen nicht“. Am Valentinstag 2012 kamen zwischen den beiden keine romantische Gefühle auf.

Christoph Daum (Bayer Leverkusen)

Zugegebenermaßen: Christoph Daum in der 90er-Jahren auf die Palme zu bringen, dazu brauchte es nicht besonders viel. Eine der Reaktionen, die vielen Fans noch über 20 Jahre später in Erinnerung bleibt, hat Heuser mit seiner unnachgiebigen Technik der kurzen – für den Gesprächspartner nervigen – Nachfragen regelrecht provoziert. Wie Daum mittlerweile zu der Formulierung „in Hinblick“ steht, ist leider nicht bekannt.

Tomasz Hajto (FC Schalke 04)

Im November 2002 war Schalkes damaliger Abwehrchef Tomasz Hajto nach 90 Minuten gegen Bayer 04 schon aufgebracht genug, dann kam noch das Interview mit Heuser. Der Pole spricht schon von einem Skandal, dann gibt es noch die Nachfrage wegen einer Tätlichkeit. Zwei Fragen hat Hajto daraufhin an Heuser: „Welche Tätlichkeit?“ und „Hast du ein anderes Spiel gesehen?“.

Oliver Kahn (FC Bayern München)

Nach einer Niederlage in Bremen geht es ebenfalls im November 2002 für Oliver Kahn zum „ran“-Interview. Heuser will dem ehemaligen Nationaltorhüter eine Mitschuld an den Gegentoren zusprechen, Kahn reagiert erst mit Gegenfragen, dann süffisant und letztlich mit Galgenhumor.

Andreas Möller (Borussia Dortmund)

Aber selbst Ecki Heuser kommt nicht mit jedem Protagonisten in den Zweikampf: Wie es gehen kann, zeigt hier Andreas Möller im BVB-Trikot. Auf die Frage nach einem Fazit gibt es nur ein: „Hör auf, hau‘ ab, Mann!“ – unmissverständlich.

Olaf Thon (FC Schalke 04)

Bei den BVB-Rivalen aus Gelsenkirchen wurde Heuser da weniger direkt, dafür umso charmanter, von Olaf Thon abgewimmelt. Auch so kann man aber dem Fragenhagel entkommen, bevor es unangenehm wird.