Geisterspiele Bundesliga
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Die Fußball-Clubs sind angesichts der Coronavirus-Pandemie bei Gehaltseinsparungen auf den Goodwill der Spieler angewiesen. Die Vereine haben nicht das Recht, die Gehälter zu kürzen. Doch es gibt noch mehr offene Fragen.

„Einseitige Gehaltskürzungen sind nicht möglich“, sagte Arbeitsrechtler Lennard Martin Lürwer im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Auch Gehaltsstundungen oder die Durchsetzung von Kurzarbeit gehen nur über eine „individuelle Vereinbarung mit dem Spieler.“

Corona-Krise: Bundesliga-Clubs dürfen Gehälter nicht kürzen

Auf die Verbände kommt bei einer Verlängerung der Saison bis in den Juli hinein das Problem zu, dass sie ihre Lizenzordnung ändern müssten. Denn die Spielerverträge laufen in dem „starren Befristungsrahmen“ gewöhnlich immer bis zum 30. Juni. Doch auch bei einer Saisonverlängerung können die Clubs nicht einfach auslaufende Verträge einseitig um vier Wochen ausdehnen.

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Interessant ist der juristische Fall, sollten Clubs über das Infektionsschutzgesetz Erstattungsansprüche gegenüber den Behörden geltend machen, wenn sich Spieler in Quarantäne befinden.

„Für mich scheint es schwer vorstellbar, dass die Behörden für sechs Wochen das volle Gehalt eines Profifußballers zahlen, das – auf das Jahr gesehen – im hohen Millionenbereich liegt. Rein formal betrachtet, müsste es aber so sein“, sagte Lürwer.

Quelle: dpa