Matheus Cunha Hertha BSC
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Bei Hertha BSC läuft es derzeit überhaupt nicht rund. Sportlich befindet sich die Mannschaft aus der Hauptstadt auf Talfahrt, nach dem 1:4 im Berliner Olympiastadion am Samstagabend gegen Werder Bremen trennte sich der ambitionierte Erstligist von Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz. Und jetzt kommt noch der Tattoo-Eklat um den Brasilianer Matheus Cunha hinzu.

Der Offensivspieler hat die Zeit zwischen den Bundesliga-Spielen am Dienstagabend gegen die TSG Hoffenheim (0:3) und am Samstagabend gegen Werder Bremen (1:4) ganz offensichtlich dazu genutzt, sich die Oberschenkel tätowieren zu lassen. Fotos aus der Partie gegen Werder zeigen zwei große Tattoos auf den vorderen Oberschenkeln des brasilianischen U23-Nationalspielers, der zuletzt auch zwei Mal für die A-Nationalmannschaft Brasiliens berufen wurde, aber nicht zum Einsatz kam.

Auf den Beinen des Südamerikaners prangen die portugiesischen Schriftzüge „Viver“ und Vencer“, auf Deutsch übersetzt „Leben“ und „Sieg“. Hier seht ihr die frischen, noch leicht geröteten Tattoos:

Matheus Cunha Hertha BSC neue Tattoos Oberschenkel
Matheus Cunha fiel im Spiel gegen Werder Bremen mit frisch tätowierten Oberschenkeln auf. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Diese Tattoos sind tatsächlich frisch, denn im Spiel gegen Hoffenheim waren die Schriftzüge noch nicht zu sehen. Auch im torlosen Remis der Herthaner beim 1. FC Köln am 16. Januar hatte der 21-Jährige noch keine Tattoos auf den Oberschenkeln:

Hertha BSC Matheus Cunha 1. FC Köln
Matheus Cunha im Spiel der Hertha beim 1. FC Köln vor einer Woche – von Tattoos auf den Oberschekeln keine Spur. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Einerseits zeigen die neuen Tattoos Cunhas nicht ganz so professionelles Verhalten in den Zeiten der sportlichen Hertha-Krise. Statt sich auf seinen Beruf zu konzentrieren, lässt er sich Tattoos stechen. Sicherlich kein gutes Signal in der derzeitigen sportlichen Situation der Hauptstädter.

Frische Tattoos mitten im Corona-Lockdown?

Doch die Tattoos werfen auch eine ganz andere Frage auf. Wo hat Cunha überhaupt die Tattoos her? Denn Tattoo-Studios haben wegen des Lockdowns in der Corona-Pandemie derzeit in Deutschland geschlossen. Sollte Cunha trotzdem den Tätowierer seines Vertrauens in dessen Studio aufgesucht haben, hätten beide gegen die Corona-Auflagen verstoßen.

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Wie die „Bild“ berichtet, könnte es jedoch zumindest ein juristisches Schlupfloch geben. Hat sich der Hertha-Star privat und ohne Bezahlung von einem Bekannten die Schriftzüge stechen lassen, wären theoretisch die Bestimmungen eingehalten worden. Treffen mit einer haushaltsfremden Person sind in Berlin derzeit erlaubt.

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Zurecht stellt sich hier natürlich die Frage nach der Hygiene. Eine Entzündung der Tattoos hätte seinen Einsatz gegen Bremen gefährden können. Soweit kam es nicht, Cunha lief gegen Werder auf und scheiterte in der 21. Minute kläglich mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an Bremens Torhüter Jiri Pavlenka.

Auf Anfrage der „Bild“ wollten sich Cunha und Hertha beide nicht zu dem Tattoo-Thema äußern. Durch den Tattoo-Eklat könnte zudem die Diskussion darüber, ob Fußball-Profis in der Corona-Pandemie Sonderrechte genießen, neu entfachen.

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So hatte der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks vor knapp zwei Wochen in einem offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) seinen Unmut über frischfrisierte Fußballprofis geäußert. In dem an DFB-Präsident Fritz Keller gerichteten Schreiben hieß es: „Mit großer Verwunderung mussten wir daher an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frischgeschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte: Einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können.“

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