Bundesliga Köln Stadion Fans
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Das fühlte sich fast wie früher an. Tausende Zuschauer sorgten am Wochenende in den Bundesliga-Stadien für das auch von den Spielern in monatelanger Corona-Tristesse lange vermisste gemeinsame Fußball-Erlebnis. Zumindest für 90 Minuten schien die Pandemie weit weg. Sie bleibt aber das bestimmende Thema für die Vereine, die in der emotionalen Diskussion über Geimpfte, Genesene und Getestete um die richtigen Lösungen ringen.

„Es ist ein großer Stresstest für den Fußball“, sagte Fredi Bobic der „Bild am Sonntag“. Der neue Sportvorstand von Hertha BSC äußerte, „dass es auf Dauer schwer sein wird, Geimpften und Genesenen ihre Rechte vorzuenthalten“. Es sei doch „skurril, dass in unseren Nachbarländern die Inzidenzwerte zum Teil viel höher sind und trotzdem Lockerungen greifen, von denen wir zum Teil nur träumen können“.

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„2G“-Regel mit nur Geimpften und Genesenen greift in manchen Stadien

Borussia Dortmund hatte für das Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstagabend vor 25.000 Zuschauern fast alle Tickets an Geimpfte und Genesene verteilt und höchstens Restkarten an negativ getestete Fans. Vereinzelt kam es Medienberichten zufolge zu Protesten weniger BVB-Anhänger vor dem Stadion gegen die sogenannte „2G“-Regel, die auch in Köln greift.

„Es waren nur 40 Leute. In Deutschland wird man immer 40 Leute finden, die gegen etwas sind. Egal, was man plant“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Sonntag der „WAZ“. Die Debatte über Recht oder Unrecht im Umgang mit Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder wollen, geht weit über den Fußball hinaus.

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Im Köpenicker Stadion An der Alten Försterei von Union Berlin hing ein Transparent mit der Aufschrift: „Schluss mit den Einschränkungen – volle Stadien, volles Leben“. Dass der Weg dahin aber nur über die Corona-Impfung führt, hatte die Bundesregierung am vergangenen Dienstag klargestellt. Die Bundesliga-Clubs werben auch bei ihren Spielern mit Nachdruck für die Impfung, die aber längst nicht alle erhalten haben. „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben, und Impfungen geben uns da einen guten Schutz“, sagte Bobic.

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Fredi Bobic: „Große Sorgen“ ohne volle Stadien

Die Berliner drängen wie andere Vereine auf weitere Lockerungen in naher Zukunft. „Wir haben nicht mehr viel Zeit, die Lage ist ernst. Wenn wir in dieser Saison nicht halbwegs zur Normalität und zu einer gewissen Planbarkeit zurückkehren, habe ich große Sorgen“, sagte Bobic. Die aktuelle Regelung für maximal 25.000 Fans in den Stadien könne nur ein Anfang sein. „Auf Dauer reicht das hinten und vorne nicht“, warnte der Ex-Nationalspieler angesichts der massiven Einnahmeverluste in der Pandemie.

Für die Profis ist die Stimmung auch in den nicht ausverkauften Arenen ein Segen. BVB-Kapitän Marco Reus hatte beim Warmlaufen „Gänsehaut, weil man das so lange nicht erlebt hat“. Sein Trainer Marco Rose genoss schon die Fahrt zum Spiel: „Das Gefühl im Stadion hat für uns richtig gute Synergien geschaffen.“

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Erling Haaland ließ sich nach der 5:2-Gala gegen Frankfurt minutenlang von der berühmten „Gelben Wand“ auf der Dortmunder Südtribüne feiern. Dass dort noch viele Plätz leer bleiben mussten, dürfte dem Norweger in diesem Moment egal gewesen sein.

Mark van Bommel: Wir spielen Fußball für die Fans

Für die Fans „spiele man Fußball“, sagte Mark van Bommel, der Trainer des VfL Wolfsburg nach der Partie gegen Bochum. „Ich war fünf Jahre alt, als ich angefangen habe, Fußball zu spielen. Von dem Moment an träumt man davon, in einem vollen Stadion zu spielen.“ Er hoffe darauf, „dass auch hier die Stadien bald wieder ganz voll werden können. Das würde nämlich bedeuten, dass Corona fast vorbei wäre“. Freiburgs Trainer Christian Streich war nach der Nullnummer in Bielefeld „gottfroh“ über die Rückkehr der Fans.

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Quelle: dpa