FC Schalke 04 Meister der Herzen 2001
Foto: Franz-Peter Tschauner/dpa

34. Bundesliga-Spieltag und es geht noch um etwas – mehr Spannung geht eigentlich nicht! In der langjährigen Bundesliga-Historie war das des Öfteren der Fall. Wir zeigen euch die spannendsten Saisonfinals aller Zeiten.

In der langen Geschichte der Bundesliga kam es schon das ein oder andere Mal vor, dass es am allerletzten Spieltag noch um etwas ging – viel Dramatik, Schweiß und Tränen inklusive.

Ob das legendäre Saisonfinale rund um die Schalker „Meister der Herzen“, ein legendärer Übersteiger oder die Geburtstunde von „Vizekusen“ – die höchste deutsche Fußballklasse bot schon so einige Krimis, die in die Geschichte eingegangen sind. Das sind die spannendsten, dramatischsten und packendsten Saisonfinals aller Zeiten:

Niedersachsen-Fernduell

Im Kampf um den Klassenerhalt kam es in der Saison 1972/73 am letzten Spieltag zum Fernduell zweier niedersächsischer Klubs. Die bessere Ausgangslage hatte die Eintracht aus Braunschweig, die vor der Partie gegen Fortuna Düsseldorf einen Punkt Vorsprung vor Hannover 96 hatte, das beim Wuppertaler SV antrat – und mit 4:0 gewann. Und weil Braunschweig 1:2 unterlag, sicherte sich 96 überraschend den Verbleib in Liga eins.

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Hamburger Last-Minute-Klassenerhalt

Die goldenen Zeiten des Hamburger SV sind bekanntermaßen längst vorbei. Bevor es am ein Jahr später endgültig zum ersten Mal in die zweite Liga ging, feierten die Fans am Ende der Spielzeit 2016/17 noch den direkten Klassenerhalt. In der 88. Spielminute erzielte Luca Waldschmidt per Kopf das erlösende 2:1 gegen den VfL Wolfsburg.

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Drei Tore entscheiden rheinisches Duell um den Titel

Vor dem letzten Spieltag der Saison 1978 standen der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach punktgleich an der Tabellenspitze. Und trotz der Tatsache, dass die Kölner das um zehn Treffer bessere Torverhältnis aufwiesen, lieferte der rheinische Rivale ihnen ein erbittertes Fernduell um die Schale. Mit 12:0 schlug die Borussia den BVB, doch weil der „Effzeh“ sich zeitgleich mit 5:0 beim FC St. Pauli durchsetzte, ging der Titel an die Domstädter.

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Djilobodji erlöst Bremen

Im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt musste für den SV Werder Bremen unbedingt ein Sieg her, um auf dem Weg zum Klassenerhalt nicht noch einen Umweg über die Relegation gehen zu müssen. Bis zur 88. Minute stand es 0:0, dann behielt Papy Djilobodji im Chaos im Frankfurter Strafraum den Überblick und drückte den Ball irgendwie über die Linie. Durch den knappen Erfolg sicherte sich Werder den direkten Verbleib in der Bundesliga, Frankfurt rutschte auf den Relegationsplatz ab.

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Hoffenheimer Wunder

Auf den Klassenerhalt der TSG Hoffenheim hatten vor dem letzten Spieltag der Saison 2012/13 wohl die Wenigsten gesetzt. Auf dem vorletzten Platz stehend, ging es für die Kraichgauer zum Vizemeister Borussia Dortmund. Nach einem frühen Tor von BVB-Goalgetter Robert Lewandowski sah es bis in die Schlussphase herein so aus, als wäre der Abstieg besiegelt – doch zwei verwandelte Strafstöße von Sejad Salihovic brachten die TSG noch auf die Siegerstraße. Weil Fortuna Düsseldorf zeitgleich in Hannover unterlag, kletterte sie noch auf den Relegationsrang. Gegen den 1. FC Kaiserslautern setzte sich die Auswahl von Markus Gisdol dann mit 2:1 und 3:1 durch.

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Leverkusen schickt Lautern in Liga zwei

Etwas Spannenderes als ein direktes Duell am letzten Spieltag, in dem es noch um etwas geht, gibt es nicht. Die Saison 1995/96 bot ein solches. Während der 1. FC Kaiserslautern bei Bayer Leverkusen unbedingt gewinnen musste, um die Klasse zu halten, reichte der Werkself ein Unentschieden. Nach der 1:0-Führung durch Pavel Kuka deutete alles auf ein Happy End für die „Roten Teufel“ hin, doch Markus Münch traf acht Minuten vor Schluss nicht nur zum 1:1-Endstand, sondern auch mitten ins Lauterer Herz.

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Lauterner Déjà-Vu

Wieder ein direktes Abstiegsduell am letzten Spieltag (2005/06) – und wieder musste der 1. FC Kaiserslautern den bitteren Gang in die zweite Liga antreten. Mit einem Punkt Rückstand auf den VfL Wolfsburg brachte Halil Altintop die Pfälzer zwar in Führung (20.), Cedric Makiadi (66.) und Diego Klimowicz (69.) drehten die Partie jedoch mit einem Doppelschlag. Das 2:2 durch Marcel Ziemer (86.) kam für Lautern zu spät.

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Stuttgart gewinnt Dreikampf um die Schale

Vor dem Saisonfinale 1991/92 standen gleich drei Teams an der Tabellenspitze punktgleich da: Spitzenreiter Eintracht Frankfurt hatte das um sieben Tore bessere Torverhältnis gegenüber dem VfB Stuttgart und hätte den Titel mit einem Sieg sicher gehabt, weil Dortmund die mit Abstand schlechteste Differenz vorwies. Doch weil die Frankfurter 1:2 in Rostock verloren, zogen beide Teams noch an ihnen vorbei – Stuttgart wurde Meister, Dortmund Zweiter.

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Frankfurter Aufholjagd

Nachdem Borussia Mönchengladbach und der VfL Bochum bereits als Absteiger feststanden, musste am 34. Spieltag der Saison 1998/99 nur noch der letzte Absteiger ermittelt werden. Die schlechtesten Karten hatte Eintracht Frankfurt – und doch durfte die SGE am Ende jubeln. Das Fernduell zwischen ihr, Hansa Rostock, dem VfB Stuttgart und den Teams aus Nürnberg und Freiburg, die direkt aufeinandertrafen, glich einer Achterbahnfahrt. Und ausgerechnet der 1. FC Nürnberg, der die beste Ausgangssituation hatte, musste absteigen, weil er Freiburg mit 1:2 unterlag und Frankfurt den 1. FC Kaiserslautern mit 5:1 abschoss. Legendär: Jan Age Fjörtofts Treffer zum entscheidenden 5:1, dem ein lässiger Übersteiger voranging.

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Die Geburtsstunde des Wortes „Vizekusen“

Ein einziger Punkt hätte Bayer Leverkusen am letzten Spieltag der Saison 1999/2000 bei der SpVgg Unterhaching zur Meisterschaft gereicht. Doch daraus wurde nichts: Völlig überraschend unterlag die Werkself mit 0:2, während Verfolger Bayern München durch ein 3:1 gegen Werder Bremen doch noch vorbeizog. Michael Ballack, Eigentorschütze zum 0:1, weinte im Anschluss bittere Tränen.

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„Meister der Herzen“

Noch bitterer wurde es nur für den FC Schalke 04: 2000/01 fehlten den „Knappen“ nämlich gerade einmal vier Minuten zur Deutschen Meisterschaft. Nach einem 5:3-Erfolg gegen die SpVgg Unterhaching stürmten Schalker Fans den Platz des heimischen Parkstadions, weil Sergej Barbarez den Hamburger SV gegen Bayern München in der 90. Minute in Führung gebracht hatte, und Fehlinformationen über den Abpfiff die Runde machten.

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Doch dann leuchtete die Anzeigetafel noch einmal auf und zeigte aus Schalker Sicht schreckliche Szenen: In der Nachspielzeit bekamen die Bayern einen indirekten Freistoß im gegnerischen Sechzehner zugesprochen, den Patrik Andersson verwandelte und das königsblaue Kollektiv in tiefe Trauer stürzte. „Meister der Herzen“ wurden die Schalker später getauft.