Geisterspiel Stadion Borussia Mönchengladbach
Foto: Roland Weihrauch/dpa

Wird in diesem Jahr in Fußball-Deutschland noch ein Spiel ausgetragen? Und wenn ja: Wann denn? Ist die Bundesliga-Saison noch zu retten?

Viele Fragen und aktuell ganz wenig Antworten. Ein Einnahmeausfall von 750 Millionen Euro droht dem Vernehmen nach. Eine lähmende Ungewissheit, wann überhaupt wieder gespielt werden kann. Die Fußball-Bundesliga steckt durch das Coronavirus tief im Krisenmodus. Nichts ist planbar.

Die Fakten: Der Spielbetrieb ist vorläufig bis zum 2. April ausgesetzt, Partien vor Ostern sind allein aufgrund behördlicher Verordnungen praktisch unmöglich. Den meisten Klubs fehlen (wie allen Zweitligisten) noch neun Spieltage, Eintracht Frankfurt und Werder Bremen je zehn.

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Und dennoch: Die Bundesliga hat im Keller nicht nur einen Video-Assistenten, sondern offenbar auch einen Geheimplan. Laut eines Berichts des „Sportbuzzer“ sind darin drei mögliche Szenarien skizziert.

Und der erste klingt ziemlich verrückt. Dem Bericht zufolge wird der Modus für die verbleibenden Partien an eine Europameisterschaft angelehnt. Konkret sähen die ungewöhnlichen Maßnahmen wie folgt aus:

  • fixe Austragungsorte in allen Regionen fest, von Nord nach Süd, von West nach Ost
  • in kürzester Zeit mehrere Partien täglich hintereinander, wie bei einem großen Turnier
  • die Mannschaften wohnen in Hotels, die für Teams der Bundesliga und 2. Liga geblockt werden. Von dort geht es direkt zum Spielort und wieder zurück, kein Kontakt zu anderen Personen

Mit diesem Modell soll die Saison in weniger als drei Wochen zu Ende gebracht werden. Möglich wäre dieser straffe Zeitplan auch in einem anderen Gedankenspiel, in dem täglich Spieltage der Bundesliga im Wechsel mit der 2. Liga an den betreffenden Heimspielstätten absolviert werden.

Etwas länger dauert das Modell mit englischen Wochen. Einen Monat würde es etwa dauern, die verbliebenen Spieltage mit durchgängig eingebauten Partien unter der Woche durchzuziehen.

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Die Termin-Rechnung ist grundsätzlich einfach: Wird Ende April, Anfang Mai wieder gespielt, sollte die Spielzeit bis zum Saisonende am 30. Juni geschafft werden können. Dann laufen alle Verträge aus. Auch wenn sich die Fans auf Geisterspiele und fast ausschließlich englische Wochen einstellen müssen.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert mahnte allerdings im „Bild“-Interview: „Wir sind noch ganz weit davon entfernt, über eine Fortführung der Bundesliga nachdenken zu können.“ Der reguläre, wie auch immer zustande gekommene Abschluss der Saison ist für viele Vereine überlebenswichtig – nur dann werden alle vereinbarten Gelder ausgeschüttet.

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Je weiter der Neustart in den Sommer rückt, desto schwieriger wird es – zumindest was das geplante Saisonende angeht. Die neue Bundesliga-Saison 2020/21 soll eigentlich am 21. August beginnen, die 2. Liga schon am 31. Juli.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat derweil Zweifel daran, dass die Saison 2019/20 im europäischen Fußball abgeschlossen werden kann. „Für die Wettbewerbe ist es sicherlich das Beste“, sagte der 52-Jährige. „Aber ist es möglich, wenn man auf den Kalender schaut, der extrem eng ist? Es ist schwer zu sagen.“

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Die Europäische Fußball-Union hatte am Dienstag die EM 2020 in das nächste Jahr gelegt, um den Ligen in der Coronavirus-Krise mehr Zeit zu verschaffen, den ausgesetzten Spielbetrieb doch noch in dieser Saison wieder aufzunehmen. Die UEFA sowie die Clubs und Ligen bekannten sich im Anschluss zu der „Verpflichtung, alle nationalen und europäischen Club-Wettbewerbe bis zum Ende der laufenden Saison, das heißt bis spätestens zum 30. Juni 2020, abzuschließen, sollte sich die Situation verbessern und die Wiederaufnahme des Spiels angemessen sein“.