Borussia Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim Marcus Thuram
Foto: Marius Becker/dpa-Pool/dpa

Borussia Mönchengladbach hinkt den Ansprüchen in der Liga hinterher. Nach der ersten Heimniederlage in dieser Saison beenden die Borussen das Bundesliga-Jahr außerhalb der Europapokalplätze. Eine eklige Spuck-Attacke von Marcus Thuram trübt die Stimmung zusätzlich.

Müde Spieler und eine Ekel-Attacke von Marcus Thuram: Das Bundesliga-Jahr für Borussia Mönchengladbach endet unschön. Erstmals seit sieben Monaten verlor das Team von Trainer Marco Rose beim 1:2 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim am Samstag wieder ein Heimspiel in der Fußball-Bundesliga.

Mit nur 18 Punkten aus 13 Spielen hinkt der Champions-League-Achtelfinalist seinen Ansprüchen zumindest in der Liga damit deutlich hinterher. „Punktemäßig ist das zu wenig, ganz klar“, schimpfte Christoph Kramer nach der ersten Heimniederlage dieser Saison. „Wir haben vier, fünf Punkte zu wenig. Da müssen wir nicht darüber reden, dass die Tabelle punktemäßig nicht gut aussieht.“

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Gut sah vor allem die hässlichste Szene des Spiels nicht aus. Nachdem die beiden Torjäger ihrer Teams, Lars Stindl für Gladbach per Foulelfmeter (34. Minute) und Andrej Kramaric für Hoffenheim (75.), getroffen hatte, leistete sich Borussen-Stürmer Thuram einen ekligen Aussetzer. Seinem Gegenspieler Stefan Posch spuckte der französische Nationalspieler ins Gesicht und sah mit Verzögerung die Rote Karte (79.).

Schiedsrichter Frank Willenborg hatte sich die Spuckattacke erst auf dem Bildschirm angucken müssen. Als „Genickbruch“ bezeichnete Thurams Mitspieler Valentino Lazaro den Ausfall. Für die Unsportlichkeit wurde Thuram am Montag vom DFB-Sportgericht für sechs Pflichtspiele gesperrt – fünf Spiele muss er absitzen, das sechste wurde auf Bewährung bis zum 21. Dezember 2021 ausgesprochen. Zudem wurde er zu einer Geldstrafe von 40.000 Euro verurteilt.

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„Schade für die Mannschaft, schade für ihn. Es passt charakterlich eigentlich überhaupt nicht zu ihm“, sagte Lazaro weiter und Kramer befand: „Das ist eine Aktion, da sind ihm die Sicherungen durchgebrannt. Das darf ihm natürlich niemals passieren. Das kann man auch nicht entschuldigen.“

Thuram bedauert seine Spuck-Attacke gegen die TSG Hoffenheim und ist bereit, die Konsequenzen dafür zu tragen. „Ich entschuldige mich bei jedem, bei Stefan Posch, bei meinen Gegenspielern, bei meinen Teamkameraden, bei meiner Familie und all jenen, die meine Reaktion gesehen haben“, schrieb der Stürmer von Borussia Mönchengladbach am späten Samstagabend bei Instagram.

 

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Trainer Rose entschuldigte sich nach dem Spiel prompt „im Namen des gesamten Vereins“ und sagte: „Das gehört einfach nicht auf den Fußballplatz. Das geht weit über die Grenzen hinaus.“

Zuvor hatte Thuram noch den Elfmeter für sein Team in der ersten Halbzeit rausgeholt, den Kapitän Stindl einen Tag nach seiner Vertragsverlängerung sicher verwandelte.

Borussia Mönchengladbach verhängte gegen Thuram am Tag nach der Spuck-Attacke im Spiel gegen 1899 Hoffenheim eine vereinsinterne Strafe in Höhe eines Monatsgehalts. „Ich hatte heute Morgen ein längeres Gespräch mit Marcus, in dem er sich nochmal bei mir und damit beim Verein für sein Verhalten entschuldigt hat“, sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl.

„Wir kennen Marcus nun schon seit fast zwei Jahren, wir kennen sein Umfeld, wir kennen sein Elternhaus, und das alles passt überhaupt nicht zu dem, was gestern passiert ist“, sagte Eberl am Sonntag in einer Vereinsmitteilung.

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Der 23-jährige Thuram sei am Boden zerstört. „Er hat mir glaubhaft versichert, dass er Stefan Posch nicht absichtlich angespuckt hat. Er hat mir gesagt, dass er bei einem Disput mit Stefan Posch mehrfach auf Französisch geschimpft und dabei im Zuge eines Wortschwalls und in größter Erregung unwillkürlich gespuckt hat“, erklärte Gladbachs Sportdirektor.

„Er hat es getan, aber er hat es nicht mit Absicht getan. Wir werden ihn als Verein für sein Verhalten, das zum Platzverweis geführt hat, mit einer Strafe in Höhe eines Monatsgehalts belegen, die einem sozialen Zweck zugutekommen wird. Er hat das akzeptiert und von sich aus angeboten, sich auch darüber hinaus für einen sozialen Zweck zu engagieren“, sagte Eberl.

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Nur noch zu zehnt und mit ganz schweren Beinen nach intensiven Wochen in der Liga und der Champions League kassierte Gladbach spät sogar noch das 1:2 durch Ryan Sessegnon (85.). Nach dreieinhalb Jahren gewann Hoffenheim damit mal wieder ein Spiel gegen Gladbach. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß hatte zuvor nur am ersten Spieltag in Köln auswärts gewonnen. Mit 15 Punkten beendet die TSG das Jahr damit im Tabellenmittelfeld. „Aus unserer Sicht fühlt es sich super an“, sagte Hoeneß.

Zurück zur Spuck-Attacke. Bereits in der Vorwoche war Christoph Kramer in den Fokus geraten. Für den DFB-Kontrollausschuss hatte sich der Verdacht gegen Mönchengladbachs Weltmeister Kramer nicht erhärtet. Das Gremium leitete kein Verfahren gegen den Borussia-Profi ein, teilte der Deutsche Fußball-Bund am Freitag mit. „Wir haben uns die Fernsehaufnahmen genau angesehen. Nach den uns zur Verfügung stehenden Bildern lässt sich kein Nachweis eines krass sportwidrigen Verhaltens von Christoph Kramer führen“, sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses.

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Dabei ging es um eine Szene aus der 83. Minute beim Bundesliga-Spiel am Dienstagabend zwischen Eintracht Frankfurt und Gladbach (3:3), als Kramer in die Richtung seines Gegenspielers Sebastian Rode gespuckt haben soll. Der Spieler selbst hatte in „Bild“ erklärt: „Natürlich habe ich ihn nicht angespuckt! Mal abgesehen davon, dass mir so ’ne Aktion jetzt nicht so wirklich in den Sinn kommen würde und abgesehen davon, dass ich den Sebastian Rode auch ganz gerne mag, einfach nein.“

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Gladbach hatte zuletzt im Mai ein Heimspiel verloren (1:3 gegen Leverkusen), zuletzt im Borussia Park aber auch schon zu viele Punkte verschenkt. Erstmals unter Trainer Rose blieb Gladbach in vier Spielen am Stück sieglos. Besonders kritisch: Nach einer Führung gaben die Borussen in dieser Saison bereits 16 Punkte noch ab. „Wir gehen schon auf dem Zahnfleisch“, bekannte Lazaro.

Am Dienstag muss seine Mannschaft aber noch einmal im DFB-Pokal beim Regionalligisten Elversberg antreten. „Im neuen Jahr greifen wir dann noch einmal voll an“, sagte Lazaro. Sein Team wirkte von Beginn an müde und spielte lange nicht so dominant wie gewohnt zuhause.

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Quelle: dpa