Borussia Dortmund Lucien Favre
Foto: Bernd Thissen/dpa

Bundesligist Borussia Dortmund hat Trainer Lucien Favre entlassen. Das berichten diverse Medien übereinstimmend.

Zuerst hatte die „Bild“ berichtet. Wie die Zeitung am Sonntag berichtete, sollte die Mannschaft im Laufe des Nachmittags über diesen Schritt informiert werden. Der BVB bestätigte die Trennung von Favre wenig später.

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

Der bisherige Favre-Assistent Edin Terzic soll bis Jahresende übernehmen. Mit dem drastischen Schritt reagierten die Schwarz-Gelben auf die heftige 1:5-Niederlage in der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart.

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

Der Vertrag mit dem 63 Jahre alten Fußball-Lehrer Favre lief bis zum Ende der Saison. Angesichts der anhaltenden Talfahrt mit zuletzt drei Heimniederlagen in Serie sah sich die Vereinsspitze zu diesem Schritt gezwungen. Der desolate Auftritt gegen den VfB kostete Favre den letzten Rest Reputation. Nach zweieinhalb Jahren in Dortmund scheiterte auch der Schweizer an der schwierigen Aufgabe.

Favre bedauert die Trennung. „Ich finde es sehr schade, dass sich unsere Wege hier trennen. Wir hatten zwei sehr erfolgreiche Jahre und haben eine Mannschaft, die auch in diesem Jahr am Ende eine erfolgreiche Saison gespielt hätte. Davon bin ich nach wie vor überzeugt“, sagte der 63 Jahre alte Schweizer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

„Sie spielen, als gäbe es Risse in der Mannschaft“

Bereits wenige Minuten nach der Schmach hatten erste Analysen von TV-Experten das Schicksal von Favre vorausgeahnt. „Sie spielen, als gäbe es Risse in der Mannschaft“, befand Dietmar Hamann bei Sky. Gleichwohl gab es auch erste Solidaritätsbekundungen für Favre aus der Liga. So verteidigte Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl den früheren Fohlen-Coach gegen Kritik. „Er ist immer noch der punktbeste Dortmund-Trainer. Deswegen wäre es nicht gerecht, wenn man alles auf Lucien Favre ablastet“, sagte er im ZDF-„Sportstudio“.

Seit dem Ausfall von Torjäger Erling Haaland findet Favre jedoch keine Lösung zur Wiederherstellung der Balance im Dortmunder Spiel. Seine Versuche, es mit Julian Brandt oder Reus als Ersatz für den norwegischen Torgaranten zu versuchen, entpuppten sich wiederholt als unbrauchbar. Dass Favre dennoch an dieser Strategie festhält, erhöht die Zahl der Zweifler an seiner Arbeit. Von der Idee, es mit Jungstar Youssoufa Moukoko zu versuchen, ist er noch immer nicht überzeugt: „Wir müssen ihn nicht unter Druck setzen. Er ist 16, wir müssen aufpassen.“

Ein Punkt aus drei Spielen zu wenig

Dass sein Team in den vergangenen drei Spielen gegen Gegner wie Köln (1:2), Frankfurt (1:1) und Stuttgart nur einen Punkt gewann, wurde Favre jetzt zum Verhängnis. Mit jedem Stuttgarter Treffer von Silas Wamangituka (26./Foulelfmeter/53.), Philipp Förster (60.), Tanguy Coulibaly (63.) und Nicolas Gonzalez (90.+1) verfinsterte sich seine Miene mehr. „Das geht nicht. Wir waren heute nicht da“, klagte er. Fünf Gegentore in einem Heimspiel musste die Borussia zuletzt im September 2009 bei einem 1:5 gegen die Bayern hinnehmen.

Quelle: mit Agenturmaterial der dpa