Fußball EM - Ukraine - England Bastian Schweinsteiger Jessy Wellmer
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Bastian Schweinsteiger sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, Schleichwerbung für einen Uhren-Hersteller betrieben zu haben. Die ARD prüfte einen entsprechenden Vorfall – und ermahnte Schweinsteiger. Der Experte darf aber weitermachen.

„Wir sind im Kontakt mit Bastian Schweinsteiger und seinem Management und haben um eine Stellungnahme zu dem Vorfall vom vergangenen Samstag gebeten“, sagte eine Sprecherin des federführenden WDR am Montag auf dpa-Anfrage.

„Dabei haben wir sehr deutlich gemacht, dass die ARD gemäß ihrer Richtlinien keine Form von Schleichwerbung und nicht kenntlich gemachter Produktplatzierung ihrer Protagonisten duldet.“

Worum geht’s? Beim EM-Viertelfinale zwischen der Ukraine und England (0:4) war Schweinsteiger wieder einmal an der Seite von Jessy Wellmer für die ARD im Einsatz. In der Halbzeit hatte „Schweini“ einen Tweet abgesetzt, den er mittlerweile gelöscht hat. Der Beitrag bestand aus zwei Fotos: einmal war „Schweini“ selbst im Stadio Olimpico im Rom zu sehen, auf dem zweiten Bild llag der Fokus dann auf einer Uhr. Dazu schrieb Schweinsteiger „Time for the 2nd half“ („Zeit für die zweite Halbzeit“).

Zum Tweet verlinkte der ehemalige Fußballprofi dann auch noch den Uhrenhersteller Garmin. Seit 2019 ist Schweinsteiger Werbegesicht für das Unternehmen aus der Schweiz. Nun steht die Frage im Raum: Nutzt der ehemalige Fußballprofi seine TV-Präsenz für Schleichwerbung?

Die Uhr stellte Schweinsteiger nicht nur auf Twitter zur Schau, sondern auch bei den TV-Übertragungen im Ersten, wo er die EM als Experte begleitet.

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Die „Bild“ hat einen ARD-Sprecher für ein Statement gewonnen: „Die ARD-Übertragungen von der EURO 2020 unterliegen – wie alle unsere Programme – den ARD-Werberichtlinien, die jede Form von Schleichwerbung und nicht kenntlich gemachter Produktplatzierung ausschließen.“

Weiter heißt es: „Die von Ihnen hinterfragte Tatsache, dass Bastian Schweinsteiger bei der Übertragung der Partie Ukraine gegen England eine Uhr trug und in der Halbzeitpause ohne unsere Kenntnis bei Social Media einen Post im Rahmen einer bezahlten Werbepartnerschaft veröffentlichte, werden wir prüfen und bewerten.“

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Erst kürzlich sorgte das Moderations-Duo Wellmer/Schweinsteiger für Aufregung. Der Grund: das verpatzte Interview mit Bundestrainer Joachim Löw nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft.

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