Foto: dpa/Rolf Vennenbernd
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Felix Sturm gehörte stilistisch zu den besten deutschen Boxern. Er gewann fünf WM Titel. Jetzt wurde er in Köln festgenommen. Sein Management schweigt.

Der frühere Box-Weltmeister Felix Sturm ist nach Angaben der Polizei am Freitag in Köln festgenommen worden. „Er ist noch nicht wieder auf freiem Fuß“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Sturm wurde nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ bei einem Besuch der Fitness-Messe Fibo festgenommen. Die Kölner Staatsanwaltschaft, Abteilung Wirtschaftsstrafsachen, hatte demnach den Haftbefehl erwirkt. Zum Tatvorwurf machte die Polizei keine Angaben. Das Management von Sturm wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht erreichbar.

Der 40 Jahre alte Sturm gehörte stilistisch zu den besten deutschen Boxern. Schon als Amateur stach sein Talent heraus, er krönte seine Laufbahn 2000 mit dem Gewinn des EM-Titels im Mittelgewicht. Sturm gewann insgesamt fünf WM-Titel bei verschiedenen Weltverbänden, von seinen 48 Fights gewann er 40. 2009 trennte er sich von seinem Promoter Klaus-Peter Kohl und machte sich selbstständig mit der Sturm Box-Promotion und einem Gym in Köln. Zudem gab er später bekannt, als Geschäftsmann mit einem Energydrink erfolgreich zu sein.

2015 wurde gegen ihn wegen angeblicher Anstiftung zu einem Tötungsdelikt ermittelt, die Ermittlungen wurden aber eingestellt. 2016 wurde er nach seiner erfolgreichen WM-Revanche gegen den Russen Fjodor Tschudinow der Einnahme verbotener Substanzen überführt. Ein Doping-Prozess aber platzte vorerst. Anfang Januar dieses Jahres lehnte die 8. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts die Eröffnung des Hauptverfahrens ab. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein.

Felix Sturm sah sich immer auf Augenhöhe mit den Größten seiner Gewichtsklasse im Mittelgewicht und Supermittelgewicht. Allerdings hatte er zu wenig Schlagkraft und konnte nur selten seine technische Überlegenheit über die gesamte Kampfdauer durchsetzen.

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  (dpa)