Schlimmer geht immer: Im ersten Pflichtspiel der Saison hat der Hamburger SV für die nächste Blamage gesorgt. Bei Dynamo Dresden schied der HSV mit 1:4 aus – für einen Eklat sorgte dann aber noch Toni Leistner.

Nach einem halben Jahr im Trikot vom 1. FC Köln ist Toni Leistner zum HSV gewechselt und hat in Dresden sein erstes Pflichtspiel für die Hanseaten bestritten. Ob allzu schnell weitere Spiele hinzukommen, daran könnte es Zweifel geben.

Der Kontrollausschuss des DFB hat am Dienstag ein Ermittlungsverfahren gegen Leistner nach dessen Attacke auf einen pöbelnden Fan eingeleitet. Dies bestätigte der Deutsche Fußball-Bund am Dienstag in Frankfurt/Main der Deutschen Presse-Agentur. Der Spieler werde zu einer Stellungnahme aufgefordert, hieß es weiter.

Auf Social Media war zuvor ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie Leistner nach dem Spiel in einen Fanblock mit Dynamo-Anhängern geht und dort handgreiflich wird. Er läuft dabei die Treppen hoch und schubst einen Fan zu Boden – hier könnt ihr euch die Szenen anschauen:

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

Nachdem dem Dresden-Fan erst viele Fans zur Hilfe eilten, gelang es einigen Zuschauern, den Innenverteidiger zu beruhigen. So wurde immerhin noch Schlimmeres für beide Seiten verhindert. Den Eklat gab es ausgerechnet beim ersten Pflichtspiel des HSV mit Fans seit mehr als einem halben Jahr.

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

 

Gemeinsam mit dem Video von „Sky“ ergibt sich ein Bild. Leistner sollte gerade dem TV-Sender ein Interview vor dem Dynamo-Fanblock geben, als ein Zuschauer Leistner und dessen Familie, die sich teilweise im Block befand, beleidigt wurde. Leistner brach das Interview ab, klettertet in den Block, packte den Fan am Kragen und stellte ihn zur Rede. Dann kletterte er wieder ins Stadioninnere, setzte das Interview fort – bis Bierbecher in seine Richtung flogen. Dann brach er das Interview ab. „Meine Familie lasse ich nicht beleidigen“, sagte er auf „Sky“ zur Begründung für seine Aktion.

Später entschuldigte sich Leistner, der von 2010 bis 2014 für Dynamo Dresden gespielt hatte undin Dresden geboren wurde auf Instagram in einer Story:

Toni Leistner Instagram-Story
Toni Leistner entschuldigte sich auf Instagram. Foto: https://www.instagram.com/tleistner37/?hl=de

Fußball-Drittligist Dynamo Dresden will den pöbelnden Zuschauer nach dem Angriff von Fußball-Profi Toni Leistner identifizieren. Es sei „einfach nur beschämend“, dass HSV-Profi Leistner „derart von einem Fan seines Heimatvereins nach dem Spiel beleidigt wurde“, twitterten die Sachsen in der Nacht zu Dienstag. „Wir suchen die Person, weil wir diesen Vorfall so nicht stehen lassen wollen.“

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

Dynamo sprang seinem Ex-Profi bei. „Wir alle lieben den Fußball, weil er große Emotionen freisetzen kann. Und ja, Menschen machen Fehler“, schrieben die Dresdner weiter. Leistner sei „ein Dresdner Junge, der sein Herz am rechten Fleck hat.“

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

Einige Fußball-Fans auf Twitter fühlen sich unterdessen an eine Aktion von Skandal-Profi Paolo Guerrero erinnert, der einst im Trikot des HSV einen Fan am Spielfeldrand mit einer Wasserflasche bewarf. Auch damals herrschte nur selten Ruhe beim einstigen Bundesliga-Dino. Damals wurde der Angreifer übrigens für fünf Spiele gesperrt.

>> Alle Infos zum DFB-Pokal bekommt ihr hier <<

Der HSV ist einer von sechs höherklassigen Klubs, die in der ersten Pokalrunde die Segel streichen mussten. Vor dem ersten Liga-Spiel am kommenden Freitag gegen Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf hat der Neu-Trainer Daniel Thioune jedenfalls schon jede Menge Arbeit vor sich.

>> Platzverweis beim Comeback: Hier schlägt Neymar zu <<

Yannick Stark hatte den Drittligisten bereits nach drei Minuten in Führung gebracht, die Robin Becker (16.) zum Jubel der 10 053 Zuschauer im Rudolf Harbig-Stadion früh ausbaute. Nach dem Wechsel traf Christoph Daferner (53.) zur Vorentscheidung. Amadou Onana gelang eine Minute vor dem Ende der HSV-Ehrentreffer, ehe Sebasian Mai (90.+5) mit dem Schlusspfiff den Endstand markierte.