Eishockey: Eilantrag! Kölner Haie lassen Corona-Regeln auf Rechtmäßigkeit prüfen

Die Kölner Haie haben nach sorgfältigen Überlegungen einen Antrag auf Eilrechtsschutz im Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht NRW in Münster gestellt. Ziel des Eilantrages ist es, die Coronaschutzverordnung des Landes auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen.
Adler Mannheim - Kölner Haie
Hier kämpfen die Kölner Haie gegen die Adler Mannheim. Nun kämpfen sie gegen die Corona-Regeln. Foto: Uwe Anspach/dpa
Adler Mannheim - Kölner Haie
Hier kämpfen die Kölner Haie gegen die Adler Mannheim. Nun kämpfen sie gegen die Corona-Regeln. Foto: Uwe Anspach/dpa

Aktuell darf die Lanxess-Arena bei den Spielen der Kölner Haie nur zu 21 Prozent ausgelastet werden. Der Sportverein will sich das nicht länger gefallen lassen und lässt diese Corona-Regeln nun auf ihre Rechtmäßigkeit prüfen.

„Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Krise und den Risiken hatte und hat für uns als Haie höchste Priorität. Die Voraussetzungen in der größten Eishockey-Arena Europas mit einer Belüftung, welche ein Haie-Heimspiel mit einer Open Air Veranstaltung vergleichbar macht, all unsere bewährten und bewiesenermaßen erfolgreichen Maßnahmen, die nachweislich hohe Bereitschaft und Disziplin unserer Fans sowie die Entwicklung der letzten Wochen, die eine Überlastung des Gesundheitssystem nicht erwarten lässt, bringen uns dazu, die Verordnung prüfen zu lassen“, so Haie-Geschäftsführer Philipp Walter. „Die Erlaubnis von 4000 Zuschauerinnen und Zuschauern bedeutet in der Arena eine Auslastung von 21%. Wir sehen es als unsere Pflicht an, diese Vorgabe auf ihre Verhältnismäßigkeit prüfen zu lassen. Wir halten es für absolut vertretbar, deutlich mehr Fans in die Arena zu lassen.“

 Eishockey: Kölner Haie beklagen wirtschaftlichen und emotionalen Schaden

 „Seit Saisonbeginn im September setzen wir aktuell die neunte Verordnung bzw. Neuregelung um. Während in vielen anderen Bereichen des Lebens und auch in anderen Ländern – gerade in Sportstadien – Freiheit und Selbstbestimmung zurückkehren, sehen wir uns weiterhin starken Einschränkungen ausgesetzt. Diese haben massive wirtschaftliche Folgen für uns. Als Kölner Haie erwirtschaften wir bis zu 80% unserer Umsätze am Spieltag“, führt Walter weiter aus. „Auch die emotionalen Schäden der Einschränkungen sind für uns deutlich spürbar. Als Sportverein, der in Köln seine Wurzeln hat und eine überregionale Strahlkraft hat, wollen wir unseren Beitrag leisten, mit Menschen all das zu teilen, was Lebensfreude schafft und Identität stiftet. Sport steht für Zusammenhalt, Solidarität, Werte, Fairness, Emotion, Gemeinschaft und nicht zuletzt Gesundheit. Wir werden den Dialog mit Politik und Verwaltung weiterhin in konstruktivem Sinne aufrechterhalten.“

Eishockey: Lanxess-Arena-Chef Stefan Löcher unterstützt Kölner Haie

Auch Arena-Chef Stefan Löcher setzt sich für den Verein ein: „Das Vorgehen unserer Freunde der Kölner Haie ist ein wichtiges und richtiges Zeichen gegen den nach wie vor nicht nachvollziehbaren Umgang mit Großveranstaltungen in Deutschland. Wir brauchen eine wesentlich differenziertere und somit wissenschaftlich begründete Basis, mit der wir alle möglichst schnell wieder coronasicher in einem Rahmen veranstalten dürfen, der sich finanziell lohnt. Mit der aktuellen Marschroute wird der bedeutende Kultur- und Eventzweig zeitnah kollabieren, davon sind auch große Teile des Profisports betroffen. Daher unterstützen wir die Vorstöße unseres Home-Teams ausdrücklich.“

>> Lanxess-Arena: Alle Konzert-Absagen und Ersatztermine im Überblick <<