Sergio Perez
Foto: Uncredited/POOL FIA/AP/dpa

Das Coronavirus hat auch die Formel 1 erfasst. Der mexikanische Fahrer Sergio Perez ist vor dem Grand Prix von Großbritannien in Silverstone positiv getestet worden und darf nicht mehr starten. Der Deutsche Nico Hülkenberg könnte ihn ersetzen.

Der erste prominente Corona-Fall erschüttert die Formel 1. Der mexikanische Fahrer Sergio Perez wurde positiv auf das Virus getestet. Das teilten der Internationale Automobilverband Fia und die Rennserie am Donnerstagabend mit.

Der 30-Jährige vom Team Racing Point darf nicht mehr am Großen Preis von Großbritannien am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) in Silverstone teilnehmen und muss in Quarantäne bleiben. Ob er an den kommenden beiden WM-Läufen an den nächsten Wochenenden teilnehmen kann, blieb zunächst offen. Das freie Cockpit könnte überraschend der Deutsche Nico Hülkenberg übernehmen.

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Die Austragung des vierten Saisonrennens ist aber nicht in Gefahr, Perez hatte sich noch gar nicht direkt an der Rennstrecke aufgehalten. Er sei körperlich gesund und bei guter Stimmung, teilte sein Rennstall mit. „Er wird sich weiterhin nach den Richtlinien der zuständigen Gesundheitsbehörden selbst isolieren, wobei die Sicherheit für das Team und den Sport oberste Priorität hat“, hieß es in einer Mitteilung. Personen, mit denen Perez direkten Kontakt hatte, wurden ebenfalls unter Quarantäne gestellt. Wie es zu der Infektion kommen konnte, blieb vorerst unbeantwortet.

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Erst der zweite Test von Perez fiel am Donnerstag positiv aus. Zuvor hatte es ein nicht eindeutiges Test-Ergebnis gegeben und der Pilot wurde fernab der Strecke schon vorsorglich isoliert. Der WM-Sechste hatte aufgrund der Komplikationen kurzfristig auf die obligatorische Pressekonferenz an der Rennstrecke verzichten müssen und fehlte bei dem Termin neben seinem Teamkollegen Lance Stroll. Erst so wurde der Verdachtsfall publik und Perez erneut auf Covid-19 getestet.

Nur bei einem negativen Ergebnis hätte er am Freitag in sein Auto steigen und an Training, Qualifying und dem Grand Prix teilnehmen können. Das positive Ergebnis zwingt ihn nun zur Pause. Racing Point muss reagieren und einen Ersatzfahrer hinter das freie Steuer setzen. Es sei das Ziel, beide Autos an den Start zu schicken, hieß es vom Team. Wie das Fachportal „motorsport.com“ berichtete, ist der 32-jährige Hülkenberg aus Emmerich angeblich ein heißer Kandidat.

Er fuhr bis 2016 mehrere Jahre für Racing Points Vorgänger Force India und ist derzeit ohne Vertrag. Zuletzt war Hülkenberg von 2017 bis 2019 für Renault aktiv und hatte im Vorjahr keinen neuen Kontrakt mehr erhalten. Sein Cockpit bekam danach der Franzose Esteban Ocon.

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Racing Point hat auch Zugriff auf die Mercedes-Ersatzfahrer Stoffel Vandoorne aus Belgien und Esteban Gutierrez aus Mexiko. Obwohl beide über Formel-1-Erfahrung verfügen, könnte trotzdem eine Entscheidung für Hülkenberg fallen. Viel Zeit bleibt nicht, denn am Freitagmittag steht bereits das erste von drei Training an.

Bei den ersten drei Rennen nach dem Formel-1-Neustart hatte es bislang keinen positiven Corona-Fall unter den Fahrern oder den Angestellten der Teams der Motorsport-Königsklasse gegeben. Bei rund 15.000 Tests lieferten zwei Helfer in Ungarn die einzigen positiven Ergebnisse. Sie hatten jedoch keinen Kontakt mit dem direkten Umfeld der Rennställe und konnten so leicht isoliert werden.

Im März hatte es beim ursprünglichen Saison-Auftakt in Melbourne einen Corona-Fall im Team von McLaren gegeben, aber nicht unter den Fahrern. Das Rennen in Australien war zu Beginn der Corona-Krise abgesagt worden.

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In England kann der Grand Prix nur unter Einhaltung der strengen Hygieneregeln stattfinden. Wer keinen negativen Corona-Test vorweist, darf sich nicht auf dem Gelände aufhalten. Ohnehin wurde die Anzahl der Anwesenden im Vorfeld schon stark reduziert. Corona-Tests aller Anwesenden müssen mindestens alle fünf Tage wiederholt werden. Außerdem gilt für alle eine Maskenpflicht. Auch das Einhalten der Abstandsregeln ist nötig und die verschiedenen Teams sollen möglichst keinen Kontakt haben und unter sich bleiben.

Quelle: dpa