TV-Gelder für Bundesliga: keine Einigung mit Eurosport
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Fußball-Bundesliga soll im Mai wieder starten, die Politik gibt für das Vorhaben wohl grünes Licht. Doch: Werden die geplanten Geisterspiele dann alle auch wirklich im Fernsehen übertragen? Womöglich nicht.

Eurosport verweigert nämlich die Überweisung der letzten Rate von etwa zehn Millionen Euro für die laufende Saison an die Deutsche Fußball Liga (DFL), während die anderen Medienpartner ihren Verpflichtungen aufgrund der Corona-Pandemie und drohender Insolvenzen von Vereinen schon im Voraus nachgekommen sind. Sollte sich Eurosport nicht bald bewegen, müssten die Fans eventuell auf die Live-Bilder der Freitags- und Montagsspiele verzichten. Das berichtet die „Bild“.

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Eigentlich war Eurosport schon vor der aktuellen Saison aus der Bundesliga ausgestiegen, verkaufte die Rechte aber nur als Sublizenz an den Streamingdienst DAZN weiter, sodass dieser keinen Vertrag mit der DFL hat. Wenn Eurosport also nicht zahlt, steht DAZN erstmal doof da.

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Bildschirme tatsächlich am Freitagabend schwarz bleiben, doch gering. Schon eher werden sich die Beteiligten zusammensetzen und eine Lösung finden auch im Interesse der DFL. Vielleicht springt DAZN finanziell für Eurosport ein.

Insgesamt geht es in dieser Saison noch um 14 Partien, deren eigentliche Übertragungsrechte Eurosport hält und die entsprechend auf DAZN laufen würden: sechs Bundesliga-Spiele am Freitagabend, jeweils zwei Partien am Sonntagmittag (13.30 Uhr) und am Montagabend (20.30 Uhr) sowie die vier Relegationsspiele zwischen erster und zweiter Liga sowie zwischen zweiter und dritter Liga.

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Eurosport will sich zur aktuellen Situation nicht äußern. Die Corona-Krise setzt den amerikanischen Mutterkonzern Discovery offenbar finanziell unter Druck. Im März nahm das Unternehmen einen Kredit über 500 Millionen Dollar auf. Besonders schwer zu spüren bekommt Discovery die Verschiebung der für Sommer geplanten Olympischen Spiele, an denen der Konzern ebenfalls die Rechte hält.

Dass bald wirklich wieder Bundesliga-Fußball gespielt werden darf, wird unterdessen immer wahrscheinlicher. Das Bundesarbeitsministerium hat nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) in Sachen Arbeitsschutz grünes Licht für Spiele der ersten und zweiten Liga unter Ausschluss von Zuschauern gegeben. Demnach wurde das weiterentwickelte Wiederaufnahme-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) als positiv befunden.

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Das Schreiben war an Kanzleramtschef Helge Braun, das Bundesinnenministerium und das Bundesgesundheitsministerium gerichtet. Dem Arbeitsministerium obliegt aber nicht die Entscheidung für Geisterspiele. Eine positive Rückmeldung ist aber eine Grundvoraussetzung für die Zustimmung der Politik.

Positive Signale gibt es auch von der Sportministerkonferenz. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Runde hervor, die der „Rheinischen Post“ vorliegt. „Die SMK hält die Fortsetzung des Spielbetriebes und mithin die Begrenzung des ansonsten entstehenden wirtschaftlichen Schadens in der 1. und 2. Fußballbundesliga für die dort startberechtigten 36 Vereine auf deren Kosten ab Mitte/Ende Mai für vertretbar“, heißt es darin.

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Die DFL hatte in einem Schreiben ans Arbeitsministerium, das dem RND ebenfalls vorliegt, von einer „Quasi-Quarantäne“ der Spieler gesprochen. „Insofern leben die Spieler in einer Zone, die neben ihrer Privatwohnung auf der anderen Seite den Trainingsplatz, den Spielerbereich des Stadions, die Mannschaftshotels und den Mannschaftsbus umfasst.“ Ein Mund-Nasen-Schutz ist indes auf dem Trainingsplatz und auf dem Spielfeld nicht möglich.

Quelle: mit dpa-Material