Denise Herrmann Biathlon
Foto: Matthias Balk/dpa

Seit dem 13. Februar kämpfen in Antholz die Biathletinnen und Biathleten um WM-Gold. Die deutsche Mannschaft steht nach dem Rücktritt von Laura Dahlmeier unter Druck. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Biathlon-WM 2020.

Alle TV-Zeiten, -Termine und Sender auf einen Blick:

Donnerstag, 13. Februar (ZDF, Eurosport)
14.45 Uhr Mixed-Staffel Team
(Übertragungsbeginn im ZDF: 12.40 Uhr – mit Ski Alpin vorab)
Ergebnis: 1. Norwegen, 2. Italien, 3. Tschechien, 4. Deutschland

Freitag, 14. Februar (ZDF, Eurosport)
14.45 Uhr Frauen: Sprint 7,5 km
(Übertragungsbeginn im ZDF: 14.05 Uhr)
Ergebnis: 1. Marte Olsbu Röiseland, 2. Susan Dunklee, 3. Lucie Charvatova

Samstag, 15. Februar (ZDF, Eurosport)
14.45 Uhr Männer: Sprint 10 km
(Übertragungsbeginn im ZDF: 9.40 Uhr – mit übrigem Wintersport vorab)
Ergebnis: 1. Alexander Loginow, 2. Quentin Fillon Maillet, 3. Martin Fourcade

Sonntag, 16. Februar (ZDF, Eurosport)
13 Uhr Frauen: Verfolgung 10 km
Ergebnis: 1. Dorothea Wierer, 2. Denise Herrmann, 3. Marte Roeiseland

15.15 Uhr Männer: Verfolgung 12,5 km
(Übertragungsbeginn im ZDF: 10.13 Uhr – mit übrigem Wintersport vorab)
Ergebnis: 1. Emilien Jacquelin, 2. Johannes Thingnes Bö, 3. Alexander Loginow

Dienstag, 18. Februar (ZDF, Eurosport)
14.15 Uhr Frauen: Einzel 15 km
(Übertragungsbeginn im ZDF: 14 Uhr)
Ergebnis: 1. Dorothea Wierer, 2. Vanessa Hinz, 3. Marte Olsbu Roiseland

Mittwoch, 19. Februar (ARD, Eurosport)
14.15 Uhr Männer: Einzel 20 km
(Übertragungsbeginn in der ARD: 14.03 Uhr)
Ergebnis: 1. Martin Fourcade, 2. Johannes Thingnes Bö, 3. Dominik Landertinger

Donnerstag, 20. Februar (ARD, Eurosport)
15.15 Uhr Single-Mixed-Staffel
(Übertragungsbeginn in der ARD: 15.05 Uhr)
Ergebnis: 1. Norwegen, 2. Deutschland, 3. Frankreich

Samstag, 22. Februar (ARD, Eurosport)
11.45 Uhr Frauen: Staffel 4 x 6 km
Ergebnis: 1. Norwegen, 2. Deutschland, 3. Ukraine

14.45 Uhr Männer: Staffel 4 x 7,5 km
(Übertragungsbeginn in der ARD: 8.55 Uhr – mit übrigem Wintersport vorab)
Ergebnis:
1. Frankreich, 2. Norwegen, 3. Deutschland

Sonntag, 23. Februar (ARD, Eurosport)
12.30 Uhr Frauen: Massenstart 12,5 km
Ergebnis: 1. Marte Olsbu Röiseland, 2. Dorothea Wierer, 3. Hanna Öberg

15 Uhr Männer: Massenstart 15 km
Ergebnis: 1. Johannes Thinges Bö, 2. Quentin Fillon Maillet, 3. Emilien Jacquelin

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Wo ist die Biathlon-WM 2020 im Live-Stream zu sehen?

ARD und ZDF berichten von der Biathlon-WM auch im Live-Stream. Dort werden alle Wettbewerbe im Internet gestreamt. Der Streamingdienst DAZN zeigt die Wettbewerbe zudem durch die Kooperation mit dem Sender Eurosport.

Wer sind die TV-Experten?

Im ZDF ist die Sven Fischer für die Fachfragen rund um die Rennen zuständig, während der Rennen sitzt Herbert Fritzenwenger als Co-Kommentator am Mikro. In der ARD sind Kati Wilhelm und Magdalena Neuner die Expertinnen.

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Welche elf deutschen Teilnehmer sind bei der Biathlon-WM dabei?

Männer (6):
Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld)
Benedikt Doll (Breitnau)
Erik Lesser (Frankenhain)
Johannes Kühn (Reit im Winkl)
Philipp Nawrath (Nesselwang)
Philipp Horn (Frankenhain)

Frauen (5):
Denise Herrmann (Oberwiesenthal)
Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld)
Franziska Preuß (Haag)
Vanessa Hinz (Schliersee)
Janina Hettich (Schönwald)

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Wer sind die Favoriten?

Bei den Männern gehen alle WM-Titel über den Norweger Johannes Thingnes Bö. Der 26-Jährige, der in der Vorsaison mit 16 Siegen den Gesamtweltcup holte, gewann bisher sechsmal, dabei fehlte er wegen der Geburt seines Sohnes in Oberhof und Ruhpolding sogar. Er dürfte sich mit dem fünfmaligen Saisonsieger Martin Fourcade aus Frankreich große Kämpfe liefern. Ohnehin sind die Franzosen mannschaftlich extrem stark. Bei den Frauen ist es ausgeglichener: Die sechsmalige Saisonsiegerin Tiril Eckhoff aus Norwegen, ihre Teamkollegin Marte Olsbu Röiseland, Italiens Star Dorothea Wierer und Hanna Öberg aus Schweden gehören zu den Favoritinnen.

Wer hat Medaillenchancen im deutschen Team?

Realistische Chancen hat bei den Damen nur Denise Herrmann. Die 31-Jährige aus Sachsen gewann das Einzelrennen von Pokljuka und war Zweite im Sprint von Ruhpolding. Wenn sie am Schießstand gut durchkommt, kann sie in jedem Rennen die Podestplätze angreifen. Bei den Männern sind Benedikt Doll und Arnd Peiffer allemal für Medaillen gut. Johannes Kühn, Philipp Nawrath und Philipp Horn könnten für Überraschungen sorgen.

Die immer wieder mal kränkelnde Franziska Preuß müsste läuferisch enorm zulegen, um wieder die Top drei angreifen zu können. In Topform kann sie das auf jeden Fall schaffen. Vanessa Hinz ist für die Top Ten gut. Für Janina Hettich und Karolin Horchler geht es bei ihrer WM-Premiere um solide Leistungen. Bei den Männern ist Routinier Erik Lesser wie Hettich und Horchler auch ohne erfüllte WM-Norm dabei. Er dürfte aber nur im Single-Mixed zum Einsatz kommen.

Simon Schempp holte in Südtirol fünf seiner zwölf Weltcupsiege, gilt als Antholz-Spezialist. Doch die langjährige deutsche Nummer eins ist nicht dabei. Der 31-Jährige durchlebt wie im Vorjahr eine schwierige Saison, kam überhaupt nicht in Form. Nicht nur deshalb wurde der viermalige Weltmeister beim Heim-Weltcup in Ruhpolding aus dem Team genommen. Der Uhinger soll nun bei der EM starten. Die 32-jährige Hildebrand ist völlig außer Form und schaffte die WM-Norm nicht.

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Wie lief die vorige WM 2019 in Östersund für das deutsche Team?

Denise Herrmann räumte mit Gold in der Verfolgung, Silber in der Mixed-Staffel und Bronze im Massenstart einen ganzen Medaillensatz ab. Zudem krönte sich Arnd Peiffer zum Einzel-Weltmeister, die mittlerweile zurückgetretene Laura Dahlmeier gewann zweimal Bronze – im Sprint und der Verfolgung. Zudem holte die Männer-Staffel Silber.

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Was muss man zum Austragungsort Antholz wissen?

Zum sechsten Mal nach 1975, 1976, 1983, 1995 und 2007 finden die Welttitelkämpfe im italienschen Biathlon-Mekka Antholz statt. Die Gemeinde mit rund 2900 Einwohnern liegt in Südtirol und umfasst das Antholzer Tal sowie einen kleineren Teil des Pustertals. Die auf über 1600 Meter Höhe gelegenen Strecke sind die höchsten im Weltcup und gelten als anspruchsvoll. Die Südtirol-Arena liegt am Antholzer See, umrahmt von den Bergen der Rieserfernergruppe und der Villgratner Berge. Nicht weit weg ist der Staller Sattel (2052 Meter).

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Wer sind die erfolgreichsten Biathleten bei einer WM?

Laura Dahlmeiers Bestmarke von 2017 in Hochfilzen mit fünfmal Gold und einmal Silber ist nur schwer zu knacken – wenn dann vielleicht von Johannes Thingnes Bö. Nur die Norwegerin Tora Berger holte bisher bei einer WM auch in allen sechs Rennen Edelmetall (4 Gold/2 Silber). Fünf Medaillen schafften unter anderen Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner, die Franzosen Martin Fourcade und Raphael Poirée sowie Emil Hegle Svendsen und Bös älterer Bruder Tarjei.

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Das Biathlon-ABC:

A – wie Anschießen: Eine Stunde vor Wettkampfstart testen die Athleten die Bedingungen am Schießstand und stellen ihre Waffe ein. Diese Einstellung wird während des Rennens ans Trefferbild und sich eventuell veränderten Wind durch das Drehen am Diopter angepasst.
B – wie Biathlon: Aus dem Griechischen, bedeutet so viel wie „Doppelkampf“ – Skilaufen und Schießen im Wechsel. 1960 wurde es mit dem Männer-Einzel olympisch. Erst 1992 folgten die Frauen.
C – wie Crossfire: Ein peinliches, aber eher seltenes Missgeschick. Aber selbst Stars wie Magdalena Neuner oder Uschi Disl schossen schon auf die falschen Scheiben. Die Treffer zählen nicht, es müssen Strafrunden gelaufen werden.

D – wie Durchmesser: Der Scheibendurchmesser beträgt beim liegenden Anschlag 4,5 Zentimeter, stehend sind es 11,5 Zentimeter. Der Schütze schaut durch den Diopter am Gewehr, der hat aber keine Vergrößerung.

E – wie Entfernung: Die Scheiben sind immer 50 Meter entfernt. Pro Schießeinlage sind fünf Scheiben zu treffen.

F – wie Fehlschuss: Im Sprint, Massenstart und der Verfolgung muss der Athlet pro Fehler eine Strafrunde laufen. Im Einzel gibt es dagegen pro Fehler eine Strafminute. In den Staffeln kann man mit drei Nachladern pro Schießen Fehler kompensieren. Reicht das nicht, geht es für jeden Fehler einmal in die Strafrunde.

G – wie Groß: Ricco Groß, früherer deutscher Damen-Co-Trainer, trainiert jetzt die Österreicher. Der 49-Jährige gewann zwischen 1990 und 2007 für Deutschland 28 Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen und ist damit der beste Deutsche.

H – wie Holmenkollen: Hoch über der norwegischen Hauptstadt Oslo befindet sich das Mekka des nordischen Wintersports. Die Sieger dürfen sich oft über eine Audienz bei König Harald freuen.

I – wie IBU: Die Internationale Biathlon-Union ist der Weltverband mit Sitz in Salzburg. Präsident ist seit September 2018 der Schwede Olle Dahlin.

J – wie Jachymov: In dem Ort in der ehemaligen Tschechoslowakei fanden 1981 die ersten internationalen Wettkämpfe für Biathletinnen statt. Erst elf Jahre später wurde Damen-Biathlon olympisch.

K – wie Kaliber: Seit 1978 wird mit Kleinkaliberwaffen (5,6 mm) ohne Ladeautomatik geschossen, genauer gesagt mit einem Kaliber .22. Das Waffengewicht liegt zwischen 3,5 und 6 Kilogramm.

L – wie Lizenz: Um auf internationaler Bühne Wettkämpfe durchführen zu können, müssen Stadien eine A- oder B-Lizenz des Weltverbandes IBU vorweisen. Für die Ausrichtung eines Weltcups oder einer Weltmeisterschaft benötigt man die A-Lizenz.

M – wie Massenstart: Seit 1998 im Weltcup, es starten 30 Athleten. Die Laufstrecke beträgt 12,5 bzw. 15 Kilometer mit viermal Schießen. Alle Athleten starten auf einmal – der Erste im Ziel gewinnt.

N – wie Nähmaschine: Die fürchten die Biathleten beim Stehendschießen. Bei großer Erschöpfung oder wenn die Skijäger zu lange warten und der Puls unter eine bestimmte Frequenz fällt, zittern die Beine. Es kommt vermehrt zu Fehlschüssen und Strafrunden.

O – wie Ole Einar Björndalen: Keiner hat mehr Siege als der Norweger. Der achtfache Olympiasieger und 20-fache Weltmeister gewann 94 Weltcuprennen. Auch im Langlauf konnte der 46-Jährige einmal gewinnen. Der Kannibale, so sein Spitzname früher, coacht jetzt zusammen mit seiner Frau Darja Domratschewa das chinesische Team.

P – wie Puls: Beim Laufen geht er bis auf 180 Schläge pro Minute hoch. Am Schießstand beruhigen die Athleten den Puls innerhalb von Sekunden, schießen bei ca. 150 bis 160 Schlägen. Ein zu niedriger Puls überträgt sich auf das Gewehr und erschwert das Zielen.

Q – wie Quartett: Vier Athleten kämpfen in der Staffel um die Podestplätze. Seit 2005 gibt es auch WM-Medaillen in der Mixed-Staffel aus zwei Frauen und zwei Männern.

R – wie Ringkorn: Sitzt am vorderen Ende des Gewehrlaufes und bildet zusammen mit dem Diopter das Visier der Schützen. Bei schlechter Sicht kann ein Nebelkorn mit einer größeren Öffnung eingesetzt werden. Dadurch fällt mehr Licht ein und die Sicht ist besser.

S – wie Strafrunde: Sie ist 150 Meter lang. Dafür brauchen die Athleten zwischen 21 und 23 Sekunden.

T – wie Temperatur: Laut Wettkampfregel 6.6.1 dürfen Rennen nicht gestartet werden, wenn die am kältesten Teil der Anlage 1,5 Meter über dem Boden gemessene Lufttemperatur unter minus 20 Grad liegt.

U – wie Unterstützungsriemen: Den benötigen die Biathleten beim Liegendschießen. Ein Rechtsschütze trägt den Lederriemen am linken Oberarm, ein Linksschütze am rechten. So wird die Waffe stabilisiert.

V – wie Verfolger: Oder Jagdrennen. Der Sprint-Sieger geht als Erster in die Loipe. 10 bzw. 12,5 Kilometer (Frauen/Männer) mit vier Schießeinlagen sind zu absolvieren. Wer als Erster ankommt, gewinnt.

W – wie Wachstruck: Ein Lkw für die Skitechniker. Seit 2012 hat auch die deutsche Mannschaft diese mobile Skiwerkstatt, 400 PS stark. Vorreiter waren die Norweger, nur finanzstarke Nationen können sich das leisten. Die anderen haben nach wie vor kleine Wachskabinen.

X – wie Xianying Liu: Eine von drei Chinesinnen, die bisher eine WM-Medaille gewonnen haben. Sie holte 2005 in Hochfilzen Silber hinter Uschi Disl in der Verfolgung.

Y – wie Yu Shumei: Ist die erfolgreichste Biathletin Chinas. Holte bei der WM 2000 Silber im Einzel, gewann 2001 beim Weltcup den Massenstart. Holte im Weltcup zudem drei weitere Podestplätze.

Z – wie Zusatzmunition: Auch Nachlader genannt. Gibt es nur bei den Staffeln. Jeder Staffelläufer hat maximal drei Extra-Patronen pro Schießeinlage. Bei weiteren Fehlschüssen geht’s ab in die Strafrunde.

Quelle: mit Agenturmaterial von der dpa