Handball SC Magdeburg - THW Kiel
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Was für ein Eigentor für ARD! Beim Topspiel der Handball-Bundesliga leistete sich die Sportschau eine krasse TV-Panne, schaltete mitten in der spannenden Endphase des Spiels in die Werbung. Die Folge: Tausende Handball-Fans waren auf dem Baum.

Kurz vor Schluss des Bundesligaduells zwischen dem SC Magdeburg und Rekordmeister THW Kiel (32:31) hatte die ARD am Samstagabend bei der Übertragung des Livespiels beim Stand von 32:30 für Magdeburg eine besondere Überraschung für die 1,57 Millionen TV-Zuschauer parat: Der Sender beendete einfach die Live-Sendung. Statt der dramatischen Schlussphase waren die Werbung und dann die Ziehung der Lottozahlen zu sehen. Und die Handball-Fans standen mitten in der spannenden Schlussphase im Regen.

Der TV-Sender schaffte es nicht einmal, sich direkt beim TV-Publikum zu entschuldigen, oder zumindest das Ergebnis bekannt zu geben. Nach der Werbung ging es nahtlos zur Ziehung der Lottozahlen, dann zur Tagesschau. Ein einordnendes Wort zum plötzlichen Ende der Live-Übertragung? Fehlanzeige! Besonders targisch: ARD-Kommentator Florian Naß machte wenige Sekunden vorher noch einen Witz.

Wenige Sekunden vor der Werbung sagte er noch: „Ich ahne schon wie die Kollegen in Hamburg bei der Tagesschau nervös werden. Die werden doch nicht… Nein, Beruhigung zu den Kollegen, die werden hier rechtzeitig fertig in Magdeburg, in diesem packenden Spiel.“

Wenige Sekunden später hatte die ARD dann den Stecker gezogen und kommentarlos in die Werbung geschaltet. 40 Sekunden vor Spielende. Bei der Ausführung eines Siebenmeters für Kiel. Wahnsinn! Man stelle sich einfach mal vor, so ein Fehler wäre dem Sender während einer Fußball-Übertragung unterlaufen …

Die ARD entschuldigte sich via Twitter für die Panne, die den Unmut vieler Zuschauer hervorrief. „Liebe Handball-Fans! Wir bitten aufrichtig um Entschuldigung, dass Sekunden vor dem Ende des dramatischen Live-Spiels Magdeburg – Kiel offenbar aufgrund technischer Probleme in die Werbung geschaltet wurde. Wir analysieren derzeit den Fehler“, hieß es in einem Tweet der Sportschau.

Das kam so mittelprächtig bei den verärgerten Handball-Fans an, die kaum Verständnis für den Fauxpas hatten. „Entschuldigung nicht angenommen“, “ …jeder Praktikant kann das besser. Eure Entschuldigung könnt ihr sonst wo hin euch stecken“, „Mich würde brennend interessieren, ob ihr das Problem denn endlich gefunden habt! Die 2 Minuten jedenfalls könnt ihr euch irgendwo hinschieben! Ich bin immer noch sauer!“, „“War war denn das technische Problem? Die Frage wird nicht beantwortet, weil es nämlich kein technisches Problem gab, nur monetäre Prioritäten. Die GEZ Gebühren kommen ja ohne Bedingung, Webetreibende zahlen allerdings nur, wenn die Werbung auch gesendet wird.“, „“Technische Panne? Ernsthaft? Komisch, dass die genau pünktlich zur üblichen Werbung und der Lottozahlziehung vor der Tagesschau kam… Aber klar, technische Panne. Ich habe den Eindruck, Sie machen sich gerade noch mehr lächerlich als ohnehin schon“, „2 Optionen gab es denke mal in der Situation: Auseinandersetzung mit Werbenden (Lösung: Geld zurück?!) oder Hunderttausenden ein spannendes Ende eines echt geilen Spieles zu nehmen. Auch wenn sonst alles Top war, so ein Ende ist leider unverzeihlich“, lauteten Meinungen auf Twitter.

Die Sportschau twitterte dann erneut: „Die letzten zwei Minuten des Spiels werden in Kürze on demand auf sportschau.de verfügbar sein. #SCMTHW“ – wer jetzt, Minuten nach Spielende immer noch nicht das Ergebnis kannte und hier hoffte, die letzten Sekunden Minuten später doch noch sehen zu können, wurde jedoch auch enttäuscht.

Denn: Nach einem Klick auf den Link im Tweet landete man auf der Startseite der Sportschau. Das Problem: Der Aufmacher der Seite lautete: „Handball: THW Kiel verliert erneut beim SC Magdeburg. Spätestens hier scheiterten alle noch so gut gemeinten Bemühungen des TV-Senders, der den Shitstorm mit dem nachgereichten Video nicht wirklich verhindern konnte.