Die Golden State Warriors haben in der NBA in der Final-Serie gegen die Toronto Raptors den ersten Matchball abgewehrt, doch das interessierte am Ende fast niemanden mehr. Der Grund: die tragische Verletzung von Superstar Kevin Durant an der Achillessehne.

In der Best-of-Seven-Serie gegen die Raptors steht es nach dem 106:105 in Spiel 5 nur noch 2:3 aus Sicht des Titelverteidigers, der wieder auf die Meisterschaft hoffen darf. Doch das Drama um „KD“ überschattete den eigentlich so wichtigen Sieg.

Die Golden State Warriors bestätigten bereits eine Verletzung an der Achillessehne, am Dienstag sollen Untersuchungen sicherstellen, ob es sich um einen Achillesehnenriss handelt. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, droht Durant eine lange Pause von mindestens sechs Monaten. 

„Es ist Mist. Ich fühle mich so schlecht für ihn“, sagte Teamkollege Klay Thompson. Es sei nicht dasselbe, ohne Durant auf dem Platz zu stehen. „Er wird jedoch stärker zurückkommen“, machte Thompson seinem Kollegen Mut.

Kevin Durant und die mysteriöse Vor-Verletzung

Durant ging nicht fit ins Spiel. Er fehlte dem Team zuletzt verletzungsbedingt bereits einen Monat. Da die Warriors nun 1:3 in der Serie zurücklagen und mit dem Rücken zur Wand standen, wagte er nun in Spiel 5 in Toronto sein Comeback. Zu früh? Offiziell war der Superstar bislang an der Wade verletzt.

Schaut euch hier die Szene im Video an:

Nähere Informationen hatte sein Team nicht bekannt gegeben, doch nicht wenige Beobachter der Verletzung hatten bereits damals eine Blessur der Achillessehne vermutet, da Durant sich sehr tief an sein Bein fasste und nach dem Sturz umsah, als hätte ihn jemand von hinten in die Ferse getreten – doch da war niemand.

Eine typische Reaktion nach einem Riss oder Anriss der Achillessehne. Die neue Verletzung lässt vermuten, dass die größte Sehen des menschlichen Körpers bei Durant bereits vor dem Spiel vorgeschädigt war.

General Manager Bob Myers verteidigte den Einsatz seines Superstars und nahm gleichzeitig auf der Pressekonferenz unter Tränen die Schuld auf sich. „Er war bereit, heute Abend zu spielen. Es war eine gemeinschaftliche Entscheidung. Ich glaube nicht, dass jemand die Schuld trägt, aber ich verstehe, dass wir in einer Zeit leben, in der jemand dafür verantwortlich gemacht werden muss. Und das bin dann wohl ich, denn ich leite unsere Basketball-Organisation. Ich möchte Ihnen noch etwas über Kevin Durant sagen. Kevin Durant liebt dieses Spiel und die Leute, die vorher bezweifelt hatten, dass er wieder für dieses Team spielen wollte, lagen falsch. Er wird sehr oft missverstanden. Er ist ein guter Mitspieler und ein guter Mensch.“

Bis zum Zeitpunkt seiner Verletzung im zweiten Viertel hatte Durant elf Punkte zum Erfolg der Warriors beigesteuert. Spiel sechs wird am Donnerstag im kalifornischen Oakland ausgetragen, Durant wird nicht dabei sein.

Spielt Kevin Durant nochmal für Golden State?

Wird er überhaupt noch für Golden State auflaufen? Sein Vertrag beim Serienmeister läuft nach Saisonende aus, Durant wird zum Free Agent, kann sich seinen Arbeitgeber also aussuchen. Selbst ein möglicher Achillessehnenriss wird potenzielle Bewerber nicht von einer Verpflichtung abschrecken, selbst wenn „KD“ die komplette nächste Spielzeit ausfallen sollte.

Seit Monaten wird über einen Wechsel Durants nach New York oder Los Angeles spekuliert. Die New York Knicks, die Brooklyn Nets und die Los Angeles Clippers werden als Favoriten auf einen Durant-Transfer angesehen. Doch auch eine Vertragsverlängerung bei den Golden State Warriors ist noch nicht vom Tisch.

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Wer weiß, vielleicht spielt Durants Verletzung und eine Niederlage gegen die Raptors den Kaliforniern in Sachen Vertragsverlängerung sogar unfreiwillig in die Karten. Doch das sind alles nur Spekulationen und Zukunftsmusik. Fakt ist: Durants Verletzung schockt die gesamte NBA – und trifft die Warriors im Kampf um den Titel besonders hart.