Tui Flugzeug
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der größte Reisekonzern Tui fliegt ab heute (Sonntag) nach langer Zwangspause die ersten Urlauber aus Deutschland nach Mallorca. Das vorläufige Ende der Beschränkungen für mehrere Ferienregionen in Spanien und das Auslaufen der Reisewarnung für die Balearen machen dies möglich – unter anderem können Touristen nun auf eine Quarantänephase nach ihrer Rückkehr verzichten. Andere Fluggesellschaften wie Eurowings fliegen bereits schon seit einigen Tagen von Deutschland aus wieder nach Mallorca.

Bei Tuifly ist nun die erste Maschine am Sonntag um 10.20 Uhr am Firmensitz in Hannover-Langenhagen zu der Insel gestartet. Gut 160 der knapp 190 Plätze waren nach Angaben eines Sprechers der Airline gebucht worden. Direkt danach folgte ein weiteres, fast ausgebuchtes Flugzeug um 11.00 Uhr. Von Düsseldorf und Frankfurt bietet Tuifly ebenfalls je zwei Verbindungen an. Ein zusätzliches Flugzeug hebt in Stuttgart ab.

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Tui zieht mit den Flügen den Beginn seiner Ostersaison auf Mallorca um etwa eine Woche vor – und verdoppelt damit die Anzahl der Flüge. Zum 26. März soll auch München als Abflughafen hinzukommen. Die Hotels wurden seit Tagen vorbereitet und das zuvor geplante Angebot ausgeweitet. Zuletzt hatte das Unternehmen starke Buchungen gemeldet: „Es gibt eine deutliche Nachfrage für die neuaufgelegten Reisen.“ Die Rede war von einer Verdoppelung gegenüber dem März 2019, also dem Vergleichszeitraum vor der Corona-Krise.

Auf manchen Internet-Portalen hatte sich das erhöhte Kundeninteresse auch schon in teils deutlich gestiegenen Preisen niedergeschlagen. Zu den eigenen Angeboten meinte Tui, es gebe – zumindest bezogen auf die vorhandenen Kapazitäten – „keine besonderen Ausschläge nach oben“. Die Mehrzahl der Mallorca-Kunden habe sich für eine Pauschalreise entschieden, bei der Flüge und Hotelübernachtungen kombiniert werden.

Gastronomie im Tui-Stammland: „Tiefsitzende Frustration“

Das Wiederanlaufen des Geschäfts auf der Balearen-Insel trifft trotz der Sehnsucht vieler Feriengäste nach Reisen und einem Tapetenwechsel nicht überall auf Zustimmung. So fühlen sich die einheimischen Touristiker und Gastronomen im Tui-Stammland Niedersachsen ungerecht behandelt. Hier fehlten weiterhin Öffnungsperspektiven.

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„Wir können da schon nicht mehr über Enttäuschung sprechen“, sagte der regionale Chef des Verbands Dehoga, Rainer Balke. „Bei vielen ist es eine tiefsitzende Frustration.“ Das Unverständnis ist besonders an der Nordseeküste groß, wo noch immer auf ein Ostergeschäft gehofft werde.

Die Landesregierung sah wegen steigender Corona-Neuinfektionen und mehr Patienten auf Intensivstationen zuletzt kaum noch eine Chance auf Osterurlaub im eigenen Land. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) schlug vor, den Inzidenzwert zu einem gewichteten Risikowert weiterzuentwickeln. Auf Mallorca waren die Zahlen jüngst aber auch so schon deutlich niedriger als in den meisten Regionen Deutschlands.

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Tui ist in diesem Jahr betriebswirtschaftlich auf jeden einzelnen Geschäftstag angewiesen. Er wird mit staatlichen und privaten Hilfen in Milliardenhöhe gestützt. In den kommenden Wochen plant Tui den Neustart auch in weiteren Urlaubsregionen.

Quelle: dpa