Mallorca Palma Bellver Quarantäne
Foto: Isaac Buj/EUROPA PRESS/dpa

Die meisten der 181 spanischen Schüler, die negativ auf das Coronavirus getestet worden waren, sind am Donnerstag aus der Zwangsquarantäne auf Mallorca zu ihren Heimatregionen aufgebrochen. Sie sollten per Schiff nach Valencia gebracht werden, schrieb die Zeitung „Última Hora“. Einige wenige seien schon am Vorabend auf eigene Faust per Flugzeug abgereist.

Am Vortag hatte ein Gericht die von der Regionalregierung angeordnete Einweisung der Schüler in das eigens angemietete Corona-Hotel „Palma Bellver“ für rechtswidrig erklärt und die Freilassung der teilweise minderjährigen Schüler angeordnet. Die Behörden hatten die Zwangsquarantäne für die Teilnehmer von Abiturfahrten mit den engen Kontakten der Schüler bei Partys zu positiv Getesteten begründet. Weitere 51 positiv getestete Schüler mussten in Quarantäne bleiben.

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Mallorca: 1700 Corona-Infizierte nach Klassenfahrten

Insgesamt wurden nach Abiturfahrten von verschiedenen Abschlussjahrgängen auf die Mittelmeerinsel in ganz Spanien rund 1700 Corona-Fälle gemeldet. Alle Infizierten – die meisten hatten die Insel vor Bekanntwerden der Massenansteckung verlassen – und auch etwa 5000 Kontaktpersonen sind an ihren Heimatorten in Quarantäne. Von eventuell betroffenen Urlaubern aus Deutschland wurde zunächst nichts bekannt.

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Viele der Jugendlichen hatten in sozialen Medien und mit Transparenten an den Balkonen ihrer Hotelzimmer gegen die auf zehn Tage angelegte Quarantäne protestiert. Sie sprachen von „Entführung“. Zwei Schüler hatten am Dienstagabend sogar ohne Genehmigung das „Palma Bellver“ verlassen.

Viele der jungen Spanier steckten sich mutmaßlich auf einer Fähre zu der Insel sowie bei Partys in Hotelzimmern und an Stränden und einem Konzert in der Stierkampfarena von Palma an. Die Corona-Zahlen steigen in Spanien mit 47-Millionen-Einwohner-Land nach längerer Zeit wieder. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bereits wieder bei gut 67, auf den Balearen bei 59, auf den Kanaren bei 64 und in Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona sogar bei 121. Sorgen bereitet auch die Ausbreitung der als ansteckender geltenden Delta-Variante des Virus.

Quelle: dpa