Tourismus Mallorca Magaluf Punta Ballena
Foto: Clara Margais/dpa

Die erneute Schließung von Lokalen an Partymeilen auf Mallorca sorgt für reichlich Diskussionen – nicht nur auf der Urlaubsinsel, sondern vor allem in den sozialen Netzwerken.

Laut einer Umfrage halten 77 Prozent die Schließung für in Ordnung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung des Instituts YouGov. 1702 Personen in Deutschland ab 18 Jahren wurden am 16. Juli 2020 gefragt:

Auf den Partymeilen von Mallorca werden die Lokale erneut für zwei Monate geschlossen, da sich Wirte und Touristen am vergangenen Wochenende nicht an die Corona-Auflagen, wie Maskenpflicht und soziale Distanz, gehalten haben. Halten Sie diese Entscheidung für angemessen oder unangemessen?

Die Anordnung zur Schließung war am Mittwoch in Kraft getreten und gilt zunächst für zwei Monate. Fotos und Videos hatten zuvor gezeigt, wie Hunderte ohne Maske und Sicherheitsabstand am Wochenende auf der spanischen Urlaubsinsel gefeiert hatten.

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Auf die Frage, ob sie die Entscheidung einer erneuten Schließung von Lokalen für angemessen oder unangemessen halten, antworteten 63 Prozent mit „angemessen“ und 14 Prozent mit „eher angemessen“. 6 Prozent fanden es „unangemessen“ und ebenso 6 Prozent „eher unangemessen“.

Die Positionen unterschieden sich je nach Alter: Von den 18 bis 24-Jährigen stuften insgesamt 60 Prozent das Vorgehen der Behörden als angemessen ein, bei den über 55-Jährigen waren es laut der Umfrage 88 Prozent.

Nico Santos über Mallorca-Touristen

Derweil wird im Internet weiter zum Thema Mallorca-Partys diskutiert. Auch Promis schalten sich ein. Der auf Mallorca aufgewachsene Popsänger Nico Santos hofft auf die Disziplin der deutschen Urlauber auf der spanischen Insel. „Meine Eltern haben im Lockdown echt gelitten. Die Regeln waren so streng wie fast nirgendwo sonst. Und dann wäre es echt schön, wenn die Leute sich an die Regeln halten würden“, sagte der 27-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Der Songwriter („Play With Fire“, „Better“) verbrachte den größten Teil seiner Kindheit und Jugend auf Mallorca, seine Eltern wohnen dort noch. Die Partybilder an der Playa de Palma vom vergangenen Wochenende hätten ihn auch beschäftigt. „Natürlich ist es cool, diese Feierkultur beizubehalten. Der Ballermann sollte auch nicht für immer verschwinden. Aber in dieser Zeit ist es halt in der üblichen Form nicht möglich.“

Santos ist im Herbst erstmals regelmäßig als Coach bei „The Voice of Germany“ zu sehen. Vor den nun angelaufenen Aufzeichnungen der Musikshow hatte Santos einige Tage auf Mallorca verbracht.

Ballermann-Partys: Tourismusbeauftragter appelliert an Urlauber

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat derweil die illegalen Partys am „Ballermann“ auf Mallorca als „sehr ärgerlich“ bezeichnet. Der Wirtschaftsstaatssekretär sagte im Rahmen einer digitalen Konferenz, er appelliere an alle Urlauber, die Regeln einzuhalten und sich vernünftig zu verhalten. Reiseveranstalter TUI sagte für das Jahr 2020 alle „Partyreisen“ ab.

Bareiß sagte, es sei nicht zu viel verlangt, Mundschutz zu tragen und sich an Abstandsregeln zu halten. Man könne außerdem in diesem einen Jahr auch mal auf „exzessive Partys“ verzichten. Die breite Masse der Urlauber aber halte sich an die Regeln.

TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak sagte der „Berliner Morgenpost“: „Da haben einige überhaupt nicht verstanden, in was für einer Zeit wir momentan leben. Partymachen ist gerade einfach nicht angesagt. Jeder sollte Rücksicht auf sich selbst und seine Mitmenschen nehmen.“

TUI streicht Partyreisen

Die TUI habe die „Partyreisen“ nun gestrichen: „Damit setzen wir ein deutliches Zeichen, wie wir gegenüber dieser Form des Tourismus derzeit stehen. Wir stehen für einen ruhigen Urlaub. Das ist auch etwas Angenehmes, das wir ausprobieren sollen, anstatt auf Biegen und Brechen etwas zu machen, was derzeit einfach nicht angesagt ist.“

Wegen illegaler Partys am „Ballermann“ am Wochenende hatte Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten „Bier-“ und „Schinkenstraße“ beschlossen. Die Anordnung gilt zunächst für zwei Monate. Sie trat am Mittwoch in Kraft, wie der balearische Tourismusminister Iago Negueruela in Palma mitgeteilt hatte.

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Quelle: dpa