Mallorca Palma Bellver Quarantäne
Foto: Isaac Buj/EUROPA PRESS/dpa

Ein paar Tage auf Mallorca entspannen, in der Sonne liegen und abschalten. Was einfach klingt, ist es aktuell ganz und gar nicht. Denn für immer mehr Urlauber endet der Trip nach Mallorca im Zuge der immer weiter steigenden Corona-Zahlen im Desaster: mit einem Zwangsaufenthalt im Quarantänehotel „Palma Bellver“.

Die Inzidenz auf Mallorca kennt aktuell nur einen Weg: steil nach oben. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, ausgegeben vom spanischen Gesundheitsministerium, lag am Dienstagabend bei 335. Am Vortag hatte der Wert bei 310, vergangenen Freitag noch bei 270 gelegen.

Das hat für einige Menschen drastische Folgen: Laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ befinden sich aktuell rund 200, größtenteils Urlauber, im Hotel „Palma Bellver“, das von der Regierung der Balearen als Quarantänehotel angemietet ist – und nach der Zwangseinweisung hunderter Schüler für Diskussionen sorgte. Seit dem 1. Juli werden dort Mallorca-Reisende eingewiesen, die sich während ihres Urlaubs mit dem Coronavirus infiziert haben und keine oder nur leichte Symptome aufweisen. Auch Kontaktpersonen kann es unter Umständen treffen.

Mallorca: Nachverfolgung von Corona-Kontakten wird schwieriger

Doch angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen wird die Nachverfolgung enger Kontakte von Infizierten auf Mallorca einem Medienbericht zufolge zunehmend schwieriger. Zurzeit gebe es auf den Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, insgesamt 7460 mit dem Virus Infizierte, schrieb die Zeitung „Diario de Mallorca“ am Dienstag.

Statistisch kämen auf jeden Infizierten fünf enge Kontakte – also insgesamt 37.300 Menschen, die sich für zehn Tage isolieren müssten. Für die Nachverfolgung so vieler Kontakte und die Kontrolle, ob sich die Menschen auch an die Vorgaben hielten, hätten die Behörden nicht ausreichend Personal, hieß es.

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Obwohl es sich bei den meisten Betroffenen um junge Menschen handelt, die oft mildere Krankheitssymptome aufweisen, nahm der Druck auf die Krankenhäuser der Inseln langsam wieder zu. Die Zahl der Corona-Patienten stieg von 23 vor vier Wochen auf jetzt 181, davon 33 auf Intensivstationen. Insgesamt waren damit mehr als zwölf Prozent aller Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. Die Todesrate blieb vergleichsweise niedrig. Nach offiziellen Angaben wurden zwei Fälle binnen sieben Tagen registriert.

Mallorca: Corona-Zahlen steigen – härtere Regeln

Wegen der besorgniserregenden Entwicklung, die vor allem auf die vielen Infektionen junger, meist noch ungeimpfter Menschen zurückzuführen ist, hat die Inselregierung wieder schärfere Einschränkungen ab dem Wochenende angekündigt. Vor allem die sogenannten Botellones, Partys im Freien mit viel Alkohol, sollen verhindert werden, indem Strände und Parks zwischen 01.00 und 06.00 Uhr geschlossen werden und in der Zeit auch nur Treffen von Menschen aus demselben Haushalt erlaubt sein sollen.

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Allerdings muss die Justiz noch grünes Licht geben, was nicht als sicher galt. In Navarra, wo die Sieben-Tage-Inzidenz bei fast 537 lag, lehnte das Oberste Landesgericht am Dienstag einen Antrag der Regionalregierung ab, eine nächtliche Ausgehsperre zu verhängen. In Katalonien und Valencia hatte die Justiz das jedoch zuvor erlaubt.

Mallorca bald Hochinzidenzgebiet?

Im Corona-Hotspot Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona gingen die Zahlen zuletzt erstmals wieder leicht zurück. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank von 612 am Montag auf 579 am Dienstag. Alle Daten, auch die für ganz Spanien (327), das seit dem 11. Juli Risikogebiet ist, liegen allerdings weit über der Marke von 200, ab der Deutschland eine Region oder ein ganzes Land zum Hochinzidenzgebiet erklären kann. Dann kommt auf Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder von Corona genesen sind, eine Quarantäne von mindestens fünf Tagen zu.

Quelle: mit Agenturmaterial (dpa)