Mallorca Regen
Foto: Clara Margais/dpa

Die Bewohner der Balearen mit der bei den Deutschen sehr beliebten Urlaubsinsel Mallorca werden wegen anhaltend hoher Corona-Zahlen auch in den nächsten Wochen strikte Einschränkungen ertragen müssen.

Eine nennenswerte Lockerung der Auflagen sei bis Februar nicht zu erwarten, erklärte die Sprecherin der Regierung der spanischen Region, Pilar Costa, am Montag vor Journalisten in Palma. „Vor allem auf Mallorca ist die Lage sehr negativ“, betonte sie. Auf der Hauptinsel sei die Pandemie „außer Kontrolle“, titelte die Zeitung „Diario de Mallorca“ am Dienstag in der Online-Ausgabe.

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Die Balearen hatten seit Dezember die höchsten Corona-Zahlen in ganz Spanien. Mit zuletzt knapp 530 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen zwei Wochen wurde die Region nun aber von Extremadura (ca. 604) überholt, wie das spanische Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte.

Diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz betrug auf Mallorca derweil sogar 608. Hinsichtlich der mit Covid-Patienten belegten Intensivbetten lagen die Balearen mit Katalonien mit jeweils rund 35 Prozent in Spanien ebenfalls ganz oben.

Restriktionen werden angenommen, aber Angst vor längerem Lockdown

Wegen der schier unaufhörlich steigenden Zahlen wurden die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nach Weihnachten wieder verschärft. Bars und Restaurant müssen seit dem 29. Dezember auf Mallorca werktags vier Stunden früher – um 18 Uhr – schließen. Der Ladenschluss wurde von 22 Uhr auf 20 Uhr weiter vorgezogen. Eine nennenswerte Lockerung der Einschränkungen sei bis Februar nicht zu erwarten, sagte am Montag Regierungssprecherin Pilar Costa.

Man weiß auf Mallorca, dass die Restriktionen nötig sind. Immerhin starben auf den Balearen-Inseln bereits 477 Menschen mit Covid-19. Man hat gleichzeitig aber große Angst vor einem längeren Lockdown. Dieser könnte dem für die Insel überlebenswichtigen Tourismus den endgültigen Todesstoß versetzen, wie Unternehmer der Branche warnen, die für 35 Prozent des Regionaleinkommens sorgt.

Der Ängste damit aber nicht genug. Im Zuge der wachsenden sozialen Not gebe es mehr kleinere Überfälle und Einbrüche unter anderem auch auf Privathäuser, berichten Medien schon seit Wochen. Die Zeitung „Última Hora“ sprach von „verzweifelten Amateurtaten“, die allem Anschein nach mit der Krise zu tun hätten. Schaufenster würden zum Beispiel mit Ziegelsteinen eingeschlagen.

Aus den offiziellen Zahlen geht zwar noch keine Verschlimmerung der Sicherheitslage hervor. Aber trotzdem profitieren einige von den Sorgen. Im Herbst hätten Firmen, die Alarmanlagen und andere Warnsysteme installieren, ein „rekordverdächtiges“ Anfragevolumen registriert, berichtete das „Mallorca Magazin“ unter Berufung auf den Maklerverband der Balearen (ABSI). „Uns steht ein schrecklicher Winter mit vielen Einbrüchen bevor. Das ist schlimm“, zitierte das Blatt eine Bewohnerin aus Puig de Ros.

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Quelle: dpa