hilfe ehepaar kreuzfahrt
Foto: Instagram/help.our.grandparents

Weil auf einem Kreuzfahrtschiff das Coronavirus ausgebrochen ist, mussten die Passagiere tagelang in den Kabinen des Schiffes ausharren. Ein verzweifeltes Ehepaar bat sogar in einer Videobotschaft um Hilfe.

Auf dem Kreuzfahrtschiff „Zaandam“ sind bereits vier Personen gestorben, 53 Passagiere und 85 Besatzungsmitglieder haben sich mit Grippe-ähnlichen Symptomen beim Medizinerteam an Bord gemeldet.

Die Situation war zeitweise unübersichtlich, die restlichen Passagiere musste in Quarantäne auf ihre Zimmer. Dazu gehörten auch die 72 Jahre alte Eva von Braunschweig und ihr zehn Jahre älterer Ehemann Jürgen Wolff.

Eigentlich sollte die Kreuzfahrt schon längst beendet sein, doch wegen des Corona-Ausbruchs an Bord wollte zunächst kein Land die Passagiere aufnehmen. Aus Sorge um ihre Großeltern gründeten die Enkel des Paares einen Kanal auf Instagram und baten unter anderem mit dieser Botschaft um Hilfe:

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Zudem nahm das Ehepaar eine Videobotschaft auf. Eva von Braunschweig sagte darin: „Ich habe unerträgliche Angst um das Leben meines Mannes und meins! Die Gesundheit und auch unsere Nerven sind aufs Höchste überspannt. Mein Mann ist 82, ich bin 72, auf uns warten zuhause fünf Kinder und 14 Enkel.“ Mit zittriger Stimme schließt sie: „Ich bitte um ihre Hilfe!“

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Das Kreuzfahrtschiff „Zaandam“ hat derweil seine Fahrt durch den Panamakanal begonnen. Gemeinsam mit seinem Schwesternschiff „Rotterdam“ habe es die Passage vom Pazifik in den Atlantik eingeleitet, teilte die Verwaltung des Panamakanals am Sonntag mit.

Zuvor hatte das panamaische Gesundheitsministerium die Durchfahrt genehmigt. „Für die Durchfahrt werden Maßnahmen ergriffen, um das Risiko für das Personal des Panamakanals zu minimieren“, teilte die Verwaltung mit.

„Zaandam“: Vier Corona-Tote auf Kreuzfahrtschiff vor Panama?

Die „Zaandam“ mit 1243 Passagieren und 586 Besatzungsmitgliedern an Bord will durch die Karibik nach Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida fahren. Der Bürgermeister der Küstenstadt übte bereits scharfe Kritik an den Plänen.

„Das ist vollkommen inakzeptabel“, schrieb er am Sonntag in einer auf Twitter veröffentlichten Stellungnahme. „Wir können unsere Stadt nicht weiteren Risiken aussetzen, während wir schon in einer Gesundheitskrise mit Tausenden positiv getesteten Patienten stecken.“

Das Kreuzfahrtschiff war am 7. März von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires zu einer Kreuzfahrt aufgebrochen, die eigentlich am 21. März im chilenischen San Antonio enden sollte. Wegen der Coronavirus-Pandemie hat Chile allerdings inzwischen alle seine Häfen für Kreuzfahrtschiffe geschlossen.

Zuletzt traf sich die „Zaandam“ vor der Zufahrt zum Panamakanal mit ihrem Schwesternschiff „Rotterdam“. Die Besatzungen verlegten nun einige Passagiere zwischen den beiden Schiffen, um die Gäste besser zu verteilen und Platz für eventuell benötigte Quarantäne-Kabinen zu schaffen, wie Reedereichef Orlando Ashford am Sonntag in einer Videobotschaft erklärte.

Wie die „Bild“ berichtet, gehören auch von Braunschweig und ihr Ehemann zu den überführten Passagieren. Gemeinsam mit den anderen gesunden Passagieren werden sie nun von der „MS Rotterdam“ nach San Diego (Kalifornien) gebracht, um von dort nach Hause zu fliegen.

Quelle: mit Agenturmaterial von dpa