Kreuzfahrtschiff
Foto: Oliver Asmussen/Phoenix Reisen /dpa-tmn

In der Debatte über den
Klimaschutz hat die Abschlussfahrt von Schülern eines Frankfurter Gymnasiums
mit einem Kreuzfahrtschiff für Diskussionen gesorgt. 33 Schüler der Carl-Schurz-Schule wollen ihre
Studienfahrt auf einer fünftägigen Kreuzfahrt von Kiel über Oslo nach
Kopenhagen verbringen.

Zunächst hatte der
Hessische Rundfunk berichtet. Schulleiter Hans-Ulrich Wyneken reagierte mit
Unverständnis. Er bezeichnete die Debatte am Dienstag als „symbolische Attacke“
und „emotionale Reaktion“ auf ein aufgeladenes Thema.

Studienfahrt-Leiter
Michael Winn erklärte, die Schüler und
Lehrer fühlten sich „instrumentalisiert“. Winn, der die Schüler zusammen mit drei weiteren Lehrern
begleiten will und selbst beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) aktiv ist, sagte: „Natürlich ist eine Kreuzfahrt problematisch.“ Die
Diskussion werde aber unter anderem mit Daten geführt, die „völlig falsch“
seien.

Klaus Vajen, Professor
für Elektrotechnik an der Universität Kassel, hatte den Ausstoß des
Treibhausgases Kohlendioxid der Kreuzfahrt pro Kopf mit 1250 Kilogramm
berechnet. Als Datengrundlage nannte er Publikationen der
Klimaschutzorganisation Atmosfair. Zum Vergleich: Ein Deutscher verursacht im
Durchschnitt laut Vajen etwa 11 Tonnen C02 im Jahr. Um die Erderwärmung bis
2050 auf 1,5 Grad-Ziel zu begrenzen, dürften es nur 1,6 Tonnen sein.

Winn widersprach der
Darstellung Vajens: Er komme bei eigenen Berechnungen auf rund 600 Kilogramm.

Quelle: dpa