V-Ausschnitt
Foto: Marc O'Polo

Breite Hüften? Doppelkinn? Wenig Taille? Wer mit seiner Figur nicht ganz zufrieden ist, muss nicht gleich zum Schönheitschirurgen. Schon der richtige Ausschnitt kann Schwächen kaschieren.

Die wichtigsten Ausschnittformen im Überblick.

Viel oder wenig Dekolleté, Rundhals oder doch lieber der V-Ausschnitt: Bei Oberteilen hat man oft die Qual der Wahl. Dabei ist die Entscheidung nicht nur Geschmackssache. «Mit dem richtigen Halsausschnitt kann man viel machen», weiß Inge Szoltysik-Sparrer vom Bundesverband der Maßschneider. Denn der passende Schnitt kann sowohl Körperteile hervorheben als auch verstecken. «Es geht darum, Formen auszugleichen», erklärt Eva-Maria Siuda, Stilberaterin aus Leipzig.

Hilfreich ist es deshalb, den eigenen Figurtyp zu kennen. Ist die Taille schmal oder breit? Der Hals lang oder kurz? Sind die Schultern schmaler als die Hüfte? Szoltysik-Sparrer rät, sich einmal in enger, schwarzer Kleidung vor den Spiegel zu stellen, um die eigenen Formen einschätzen zu lernen. Für die Wahl des richtigen Ausschnitts liegt der Fokus dann auf dem Oberkörper: «Ausschlaggebend ist die Gesichtsform», erklärt Stilberaterin Siuda. Dazu kommt die Form von Schultern, Hals und Brust.

Rundhalsausschnitt:

Für kantige oder spitze, herzförmige Gesichter ist ein runder Schnitt genau das Richtige. Denn: «Der Ausschnitt muss anders als die Gesichtsform sein», erklärt Siuda. Vom normalen T-Shirt-Ausschnitt bis zum weiten Ballettausschnitt gibt es einige Varianten mit runder Form. Welcher der passende ist, hängt auch von der Halslänge ab. «Grundsätzlich gibt es halsnahe und halsferne Ausschnitte», sagt Szoltysik-Sparrer. Als Faustregel gilt: Je länger der Hals, desto näher sollte der Ausschnitt liegen. Wer schmale Schultern hat, greift besser zur flach verlaufenden Kurve: Dann ist der Ausschnitt eher breit als tief. Bei breiten Schultern ist dagegen ein tieferer Ausschnitt besser.

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V-Ausschnitt:

Halsferne Schnitte wie der V-Ausschnitt sind gut für Menschen mit kurzen Hälsen. «Ein spitzer Ausschnitt teilt den Oberkörper und betont die Senkrechte», erklärt Szoltysik-Sparrer. Menschen mit runden, breiten oder kastenförmigen Gesichtern profitieren von diesem Effekt. Ausgleichend wirkt das V auch bei breiten Schultern. Der Längsschnitt bildet dann das Gegenstück zur horizontalen Schulterlinie. Besonders raffiniert: Wickeloberteile. Sie lassen die Taille schlanker erscheinen. «Damit kann man wunderbar ein X in den Körper zaubern», sagt die Schneidermeisterin.

Wasserfall und U-Boot:

Horizontale Ausschnitte sind das Richtige für den sogenannten A-Typ. «Man hat das ja oft, dass Frauen breite Hüften und schmale Schultern haben», erklärt Szoltysik-Sparrer. Breite U-Boot- oder Wasserfallausschnitte betonen Schultern und Brustbereich und bieten so einen Ausgleich zu Hüfte und Oberschenkeln. Weiteres Plus: «Mit solchen Ausschnitten kann man gut Volumen schaffen», sagt Jutta Fuhrmann vom Netzwerk deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD). Frauen, die wenig Oberweite haben, können das nutzen.

Dekolleté:

«Vom Modischen her gesehen sollten die Ausschnitte momentan nicht so groß sein», erklärt Designerin Fuhrmann. Wer eine volle Oberweite hat, könne aber generell etwas großzügigere Ausschnitte tragen. Infrage kommen dafür sowohl eckige als auch ovale oder herzförmige Schnitte. Damit der Einblick nicht zu tief gerät, empfiehlt Szoltysik-Sparrer, sich mit dem Oberteil auch einmal nach vorne zu beugen oder zu bücken. «Dann merkt man schnell, ob das geht oder nicht».

Frauen können den Ausschnitt aber auch nutzen, um von Problemzonen abzulenken. «Fülligere Frauen haben oft ein attraktives Dekolleté», sagt Fuhrmann. Damit könne man zum Beispiel von einem Doppelkinn ablenken. Bei wenig Brust oder ledriger Haut sind hochgeschlossene Oberteile aber besser. Ein Kragen kann zusätzlich faltige Haut am Hals verdecken. Oder man verlagert den Fokus nach hinten: «Wer nicht so ein schönes Dekolleté hat, kann mit einem Rückenausschnitt reizen», schlägt Szoltysik-Sparrer vor.

Accessoires:

Schals, Ketten oder Jacken können Frauen sich zunutze machen. «Wer etwas mehr Volumen hat und trotzdem Rundhals tragen will: Hängen sie sich einen Schal drüber, der streckt», rät Designerin Fuhrmann. Lange Ketten oder Knopfleisten haben ebenfalls einen verlängernden Effekt, ähnliches gilt für offen getragene Jacken. Wer ein wenig Abwechslung möchte, kann auch verschiedene Ausschnittformen kombinieren. «Dann muss man aber darauf achten, dass die Schnitte zusammenpassen», erklärt Fuhrmann. Sonst sieht das Gesamtbild schnell schief aus. Echte Hingucker sind asymmetrische Schnitte, etwa wenn das Oberteil eine Knopfleiste an einer Seite hat, die einen schrägen Ausschnitt schafft.

Quelle: dpa