Foto: Shutterstock/ Kaspars Grinvalds
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In den vergangenen Jahren haben einige Trends aus dem Internet die Runde gemacht – einer der bekanntesten ist der „No Nut November“. Wir erklären, worum es da überhaupt geht, und wie der Trend zustande gekommen ist.

Was ist der „No Nut November“?

Der „No Nut November“ ist ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren steigender Popularität erfreuen konnte. Aus der Umgangssprache ins Deutsche übersetzt geht es darum, im November nicht zu kommen. Genauer gesagt geht es um die körperliche Befriedigung, in erster Linie bei Männern. Und auf diese soll im Monat November verzichtet werden.

Der Trend kommt, darauf kann man aufgrund des englischsprachigen Titels schon schließen, aus dem Ausland. Mittlerweile ist das Phänomen aber auch längst in Deutschland angekommen.

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Die Entwicklung des „No Nut November“ ist auch eng mit der Initiative „NoFap“ (zu deutsch: „nicht onanieren“) verknüpft. Für die Alliteration mit November wurde aber für den „No Nut November“ wahrscheinlich dann einfach das Synonym „nut“ anstatt „fap“ genutzt.

Seit wann gibt es den „No Nut November“?

Der Ursprung der „NoFap“-Bewegung geht ins Jahr 2011 zurück. Damals versuchte sich Alexander Rhodes, ein Web-Designer aus den Vereinigten Staaten, mit seiner Einstellung, dass Männer weniger masturbieren sollten, Gehör zu verschaffen. Er habe dies in seiner Jugend sechs- bis achtmal am Tag gemacht und im Nachhinein gemerkt, dass es zu viel war. Deswegen sei es ihm wichtig, zu vermitteln, dass das Leben mit mehr „sexueller Disziplin“ schöner ist.

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Sechs Jahre später, also 2017, erzielte der „No Nut November“ dann seinen ersten „Durchbruch“ im Netz und besonders den verschiedenen sozialen Medien. Im Zeitalter von vielen Challenges, wir denken etwa an die „Ice Bucket Challenge“ oder die „Mannequin-Challenge“, sollte der „No Nut November“ eine weitere Herausforderung für junge Leute sein. In diesem Fall geht es aber nicht um eine einmalige Aktion, sondern um längere Enthaltsamkeit.

Wieso findet der „No Nut November“ im November statt?

Mittlerweile gibt es für fast jeden Monat einen Trend. Im November gab es einen solchen mit dem „Movember“ allerdings eigentlich schon. Dabei handelt es sich um eine Aktion zugunsten der Erforschung von Prostatakrebs. Um darauf aufmerksam zu machen, lassen sich Männer dafür ebenfalls schon seit Jahren einen Schnurrbart wachsen. Beim „Movember“ handelt es sich um ein Kofferwort bestehend auch „Mo“ für „moustache“ („Schnurrbart“) und „November“.

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Beim „No Nut November“ geht es hingegen nicht um eine Charity-Aktion, sondern eher um Spaß bzw. auch darum, einen disziplinierteren Umgang mit seiner eigenen Sexualität zu bekommen – das macht man dann aber eher für sich selbst, weniger für einen guten Zweck.

Einen offiziellen Startschuss gab es für die Aktion also nicht, da haben einige Initiatoren wohl einfach am „Movember“ orientiert und – wahrscheinlich auch wegen der Alliteration mit drei Ns bei „No Nut November“ – den vorletzten Monat des Jahres genommen.

Geht es beim „No Nut November“ nur um Masturbation oder auch um Sex?

Zur Beantwortung dieser Frage ist ein Aspekt wichtig, den wir bereits genannt haben: Es gab keinen offiziellen Startschuss und folglich auch keinen offiziellen Initiator, der irgendwelche Spielregeln hätte festlegen können.

Entsprechend kann auch niemand sagen, dass man den „No Nut November“ richtig oder falsch angeht. Denn die Frage ist natürlich, ob jede Form des Orgasmus oder der körperlichen Befriedigung unterlassen werden soll, oder nur die Masturbation gemeint ist.

Ist Sex „erlaubt“? Wie sieht es überhaupt mit Pornos aus? Da wird man online verschiedene Meinungen finden. Wenn man allerdings zurückdenkt an den bereits erwähnten Alexander Rhodes, der die Ursprungs-Initiative „NoFap“ ins Leben rieft, wird deutlich, dass es ihm darum ging, zurückhaltender mit dem Masturbieren umzugehen – es also nicht übertreibt. Orientiert man sich daran, geht es also in erster Linie um die Selbstbefriedigung.

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Wieso ist der „No Nut November“ ein Thema?

Die Frage, die sich der ein oder andere stellen wird, der zum ersten Mal vom „No Nut November“ hört, lautet: Wieso gibt es so etwas überhaupt und was bringt es den Leuten?

Gerade für diese skeptischen Leute könnte ein Argument sein, dass die Sexualität etwas Privates und Intimes ist. Diese Einstellung wird inzwischen aber häufig als Problem gesehen. Denn besonders junge Leute werden oftmals unvorbereitet mit der Sexualität an sich, Pornografie und Masturbation konfrontiert – besonders in Zeiten, in denen es wenige Klicks braucht, um auf Pornoseiten zu landen.

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Bezüglich der Effekte von Pornos auf das menschliche Gehirn gibt es nicht nur zahlreiche Artikel und Videos, sondern mittlerweile auch Studien. Bei Pornos gibt es den alten Satz: „Keiner spricht darüber, jeder macht es“. Dabei ist es für viele junge Leute keine Option, einfach mal zu verzichten. Beim „NNN“ geht es also auch darum, eine alternative Einstellung aufzuzeigen.

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Wie viele Menschen ziehen den „No Nut November“ durch?

Weil häufig selbst noch im Gespräch mit Freunden über den Umgang mit Pornos geschwiegen wird, kann keine Aussage darüber getroffen werden, wie viele Menschen den „No Nut November“ tatsächlich durchziehen.

Masturbation und Sexualität an sich sind halt auch weiterhin private Themen, wobei viele Menschen auf Social Media eine Lanze für einen offenen Umgang brechen. Sie sprechen über ihre Erfahrungen mit der Enthaltsamkeit und berichten über Probleme und Vorteile, die dies mit sich bringt.

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Welche Social-Media-Phänomene gibt es noch?

Über einige Events, die mit bestimmten Monaten in Verbindung gebracht werden, haben wir bereits gesprochen – unter anderem ist da der „Movember“ als Vorreiter zu nennen.

Allerdings lässt es gerade Social Media zu, dass eigentlich jeder seine Ideen verwirklichen und einen Hype auslösen kann. Dazu zählt unter anderem das direkte Gegenteil des „No Nut November“, der „Destroy Dick December“.

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Übersetzen müssen wir das wahrscheinlich nicht. Es sollte genügen, wenn wir sagen, dass alles, auf das im November verzichtet wurde, im Dezember nachgeholt wird. Wir empfehlen aber: Bitte zerstört nichts!

Ist der „No Nut November“ gut für den Körper?

Kommen wir zu einem Argument, das im Kontext mit dem „No Nut November“ auch immer wieder gebracht wird: Die Enthaltsamkeit habe auch positive Effekte auf die Gesundheit und sei allein deswegen ratsam. Ob das tatsächlich so ist, kann man allerdings nicht so leicht beantworten. Das liegt in erster Linie wohl auch daran, dass jeder Mensch eine unterschiedlich ausgeprägte Sexualität hat.

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Grundsätzlich gilt, dass Orgasmen gut sind, wenn es um Stressabbau geht, und dass sie das Immunsystem langfristig stärken. Allerdings ist da ein wichtiger Faktor, wie häufig man diese Orgasmen erlebt. Denn, das dürfte wahrscheinlich schon jeder im Laufe des Lebens selbst festgestellt haben: Je länger man vorher enthaltsam ist, desto intensiver geht es zu. Im Umkehrschluss heißt das: Wer sich ohnehin ständig befriedigt, dürfte das Erlebnis als nicht mehr so besonders empfinden. Und in diesem Zuge wird auch die Wirkung, die ein Orgasmus auf den Körper hat, geringer.

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Ein weiteres Thema ist der Umgang mit Masturbation und Pornografie – und für nicht wenige junge Leute ist das problematisch. Denn vom Gefühl, Orgasmen sind ein einfaches „To-Do“ bis hin zur Sucht, bei der man aktiv dagegen ankämpfen muss, gibt es allerlei Ausprägungen.

In diesen Fällen könnte der „No Nut November“ sogar einen psychologischen Effekt haben, der sich in der Folge auch auf den Körper auswirken könnte. Denn wem es gelingt, sich den exzessiven Umgang für einen Monat abzugewöhnen, der hat auch künftig gute Chancen, sein Verhältnis zur Masturbation besser zu regulieren und wieder mehr Freude daran zu entwickeln.

Wie reagieren Pornoseiten auf den „No Nut November“?

Wer denkt, dass Pornoseiten Angst um ihre Nutzerzahlen im November haben müssen, und sich deswegen über den „No Nut November“ aufregen, der liegt daneben. So ist es zumindest beim beliebtesten Porno-Portal der Welt im November 2019 gewesen.

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„Pornhub“ nahm die ganze Sache mit Humor und verkündete bereits am 1. November 2019 auf Twitter: „20 million people already failed NoNutNovember. Weak“ („20 Millionen Menschen haben den NoNutNovember schon einmal nicht geschafft. Schwach“). Einen Tag später folgte ein Update, da waren es bereits 100 Millionen.

Ob es sich dabei um echte Zahlen handelt oder sich der Social-Media-Manager von „Pornhub“ einfach nur einen Spaß erlaubt hat, kann natürlich nicht belegt werden. Sicher ist allerdings, dass dem „NNN“ dort entspannt entgegengesehen wird.

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Zumal diejenigen, die sich am „No Nut November“ versuchen, die Regeln ja auch selbst gestalten können und ein Besuch auf einer solchen Seite daher nicht zwingend zum Äußersten führen muss. In diesem Sinne wünschen wir Euch, wenn ihr euch testen wollt, gutes Gelingen – und allen anderen viel Spaß!